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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/3034/


Inspiratorischer Mundverschlußdruck mit einem mobilen computergestützten Gerät

Behncke, Jan


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Freie Schlagwörter (Deutsch): inspiratorischer Mundverschlußdruck , Mukoviszidose , Asthma bronchiale
Freie Schlagwörter (Englisch): inspiratory mouth occlusion pressure , cystic fibrosis , asthma
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinder- und Jugendheilkunde
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.05.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 31.07.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Mit einem neu entwickelten mobilen computergesteuerten Gerät sollten für Kinder und Jugendliche Sollwerte für alle wichtigen Parameter der Mundverschlußdruckmessung (Pm) erstellt und der Einfluss obstruktiver und restriktiver Ventilationsstörungen ermittelt werden.
Methodik: Bei insgesamt 52 respiratorisch gesunden Probanden im Alter von 6 – 8 Jahren (n = 16), 9 – 11 Jahren (n = 18) und 12 – 18 Jahren (n = 18) wurde zunächst die Durchführbarkeit der Pm-Messung überprüft. Bei 39 Probanden ( 9 – 18 J.) wurde die Reproduzierbarkeit durch eine Wiederholung der Messungen nach 15 min untersucht. Anhand eines Kollektivs von 20 Kindern (9-12 J.) und 18 Heranwachsenden sowie Erwachsenen (13 –23 J.) wurde die Altersabhängigkeit der Pm-Werte ermittelt. An 25 Kindern und Jugendlichen mit Asthma (9 – 17 J.) wurde der Einfluss eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums auf Pm-Parameter im Vergleich zu spirometrischen und bodyplethysmographischen Parametern dokumentiert.

Die Auswirkungen einer kombinierten obstruktiven/restriktiven Ventilationsstörung auf Pm-Meßwerte wurden bei 82 Patienten im Alter von 9 - 34 Jahren mit Mukoviszidose (CF) in stabilem Krankheitsstatus untersucht, bei einem davon während akuter Exazerbation unter antibiotischer Therapie, bei 11 Patienten (12 – 34 J.) über einen längeren Zeitraum und bei 16 Patienten (9 – 37 J.) vor und im Anschluß an eine CF-spezifische Physiotherapie.

Bei vier Kindern und Jugendlichen mit neuromuskulären Erkrankungen (9 – 17 J.) wurden Pm-Meßwerte mit spirometrischen Untersuchungsergebnissen verglichen.
Für die Pm-Messungen stand ein neu entwickeltes Gerät (Respimax) der Fa. Andos, Hamburg, für Spirometrie und Bodyplethysmographie der Masterlab der Fa. Jaeger, Würzburg, zur Verfügung.
Ergebnisse: Es zeigte sich, dass sich Pm-Messungen auch bei Kindern durchführen lassen. Allerdings spielt das Alter und die Erfahrung mit Lungenfunktionsuntersuchungen eine große Rolle. Bei den 6 – 8jährigen respiratorisch gesunden Probanden waren 31 %; bei den 9 – 11jährigen 67 %, bei 12 – 18jährigen nur 39 % der Messungen erfolgreich. Bei gesonderter Auswertung nach der zugrundeliegenden Erkrankung zeichnete sich ein klareres Bild der Altersabhängigkeit ab (Asthma-Kollektiv: 6 – 8 J.: 17 %; 9 – 11 J.: 76 %; 12 – 18 J.: 80 %). Die Reproduzierbarkeit der Pm-Meßwerte war sehr gut (r für die einzelnen Parameter zwischen 0.91 und 0.99). Eine signifikante Altersabhängigkeit der Pm-Meßwerte ließ sich lediglich für P0,1 nachweisen (r = 0.50; p < 0,01).

Der Einfluß obstruktiver Ventilationsstörungen ließ sich anhand des Absinkens von P0,1 (im Mittel um 0,08 kPa) nach Applikation eines kurzwirksamen Beta-2-Mimetikums nachvollziehen. Der Abfall von P0,1 korrelierte signifikant mit der spezifischen Resistance und spezifischen Conductance (r = 0.59). Bei CF-Patienten waren signifikante Beziehungen zwischen P0,1 einerseits und Vitalkapazität, totaler Resistance, spezifischer Conductance und gefangener Luft andererseits nachweisbar (r zwischen 0.51 und 0.63). Bei akuter bakterieller Exazerbation waren unter intravenöser antibiotischer Therapie deutliche Anstiege der maximalen Inspirationkraft der Atemmuskulatur (PImax) und des Beanspruchungsquotienten P0,1/P0,1max zu beobachten. Bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen scheinen sich vor allem PImax und P0,1/P0,1max zur Beurteilung der nachlassenden Funktion der Atempumpe zu eignen. Allgemeingültige Aussagen sind angesichts des kleinen Kollektivs (n = 4) nicht gerechtfertigt.
Fazit: Die in der vorliegenden Arbeit dargestellten Ergebnisse zeigen, dass inspiratorische Mundverschlußdruckmessungen mit einem mobilen computer gestützten Gerät bei gesunden Kindern und Jugendlichen, Patienten mit Asthma bronchiale, CF sowie neuromuskulären Erkrankungen durchführbar und reproduzierbar sind. Sie legen nahe, dass solche Messungen zumindest zur Beurteilung der momentanen Beanspruchung der Inspirationsmuskulatur (Last) durch obstruktive und restriktive Ventilationsstörungen sowie der Kapazität der Atempumpe geeignet sind und damit als Ergänzung und Bereicherung der konventionellen Lungenfunktionsdiagnostik angesehen werden können.
Kurzfassung auf Englisch: Background: Aim of the study was to provide reference values for all important parameters of inspiratory mouth occlusion pressure (Pm) for children and adolescents using a recently developed mobile computer-controlled device. In addition, the influence of obstructive and restrictive pulmonary ventilation disorders had to be examined.
Methods: 52 pneumologically healthy volunteers aged 6 to 8 years (n = 16), 9 to 11 years (n = 18), and 12 to 18 years firstly the feasibility of Pm measurement was evaluated. At 39 subjects (9 – 18 years) the reproducibility of Pm parameters was examined by a repetition of the measurements after 15 minutes. The influence of age on Pm parameters was evaluated on the basis of a group of 20 children (9 – 12 years) and 18 adolescents or adults (13 – 23 years). At 25 children and adolescents with asthma (9 – 17 years) the influence of a short acting beta-2-sympathomimetic on Pm parameters was investigated in comparison to spirometric and plethysmographic parameters.