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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-29344
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2934/


Die prognostische Validität des Auswahlgesprächs für die Tierärztliche Vorprüfung : Eine retrospektive Studie am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen in den Prüfungsjahren 1988-1999

The prognostic validity of the personal interview for the results in the veterinary preexamination : A retrospective study at the School of Veterinary Medicine at Justus-Liebig-University in Giessen during the years 1988-1999

Prange, Timo


Originalveröffentlichung: (2006) Spiegel der Forschung, 21 (2004) , S. 98 - 103
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.633 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Auswahlgespräch
Freie Schlagwörter (Englisch): Interview
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Physiologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.06.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 29.06.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Leistungen von Studenten der Veterinärmedizin an der
Justus-Liebig-Universität Gießen in der Tierärztlichen Vorprüfung während der Prüfungsjahre 1988 - 1999 wurden unter besonderer Berücksichtigung des Zulassungsverfahrens untersucht. Im Rahmen des in dieser Zeit angewendeten Besonderen Auswahlverfahrens wurden 15 % der Studierenden nach einem Auswahlgespräch durch die Hochschule zugelassen. Die Leistungen dieser Studenten wurden mit denen der ZVS-Zugelassenen verglichen.
Ausgewertet wurden für den 1. Abschnitt der Tierärztlichen Vorprüfung (Vorphysikum) die Daten von 2313 Prüflingen (davon 277 über das Auswahlgespräch zugelassen) und für den 2. Abschnitt der Tierärztlichen Vorprüfung (Physikum) die Daten von 2256 Prüflingen (davon 269 aus der Gruppe 'Auswahlgespräch'). Die Tierärztliche Vorprüfung beinhaltete in dem untersuchten Zeitraum Prüfungen in den Fächern Chemie, Physik, Zoologie, Botanik (zusammengefasst im Vorphysikum), sowie Anatomie, Histologie/Embryologie, Physiologie und Biochemie (zusammengefasst im Physikum).
Die Untersuchung ergab, dass die Prüfungsleistungen der Studenten aus dem Auswahlgespräch im Vergleich mit denen der ZVS-Gruppe deutlich schlechter waren. Mit Ausnahme des Faches Zoologie, bei dem beide Gruppen gleiche Leistungen erzielten, wurden sie in allen anderen Prüfungsfächern signifikant schlechter benotet. Im Mittel benötigten die über das Gespräch Zugelassenen beinahe doppelt so viel Zeit für das Ablegen der beiden Prüfungsabschnitte, und in der Gesamtnote der Tierärztlichen Vorprüfung waren sie 0,24 Notenpunkte schlechter als die Studenten der ZVS-Gruppe. Weniger als 50 % der gesprächszugelassenen Studenten bestanden die einzelnen Prüfungsabschnitte ohne Wiederholungsprüfungen, wohingegen dies beinahe zwei Drittel der ZVS zugelassenen Studenten gelang.
Die Ergebnisse zeigen, dass es in dem untersuchten Zeitraum an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Hilfe des verwendeten Auswahlgesprächs nicht gelang, Studierende auszuwählen, die in der Tierärztlichen Vorprüfung eine ebenso gute Leistung erbrachten wie die von der ZVS akzeptierten Bewerber.
Kurzfassung auf Englisch: In this study the results of veterinary medical aspirants at the Justus-Liebig-University Giessen in the veterinary preexamination from 1988 to 1999 have been evaluated in special consideration of the admission criteria. During this period the admission process allowed the universities to select 15 % of their students by inviting applicants to a personal interview. The results of these interviewed students were compared with the results of students admitted by the Central Admission Agency for Places at Universities (ZVS).
In the first section of the veterinary preexamination (Vorphysikum), the data of 2313 candidates were evaluated (277 of them were selected by interview), in the second section of the preexamination (Physikum) 2256 students (269 of them were selected by interview) were included in the analysis. In the surveyed period the first section of the veterinary preexamination contained oral examinations in physics, chemistry, zoology and botany, while the second part included anatomy, histology and embryology, physiology and biochemistry.
The study showed that the results of the veterinary medical aspirants chosen by the university via interview were obviously worse than the results of the group elected by the ZVS. Apart from zoology, where the examination results of both groups were almost equal, they received significantly worse grades in each of the remaining seven subjects. In addition the students selected by interviews needed double the time to finish each examination section and their overall score of the veterinary preexamination was 0.24 grade points worse than that of the ZVS group.
Less than 50 % of the students selected by an interview were able to pass the two sections of the preexamination without repeating an examination, while nearly two thirds of the students admitted by the ZVS passed them straightaway.
The results of this study reveal that the selection by an interview at the Faculty of Veterinary Medicine of the University Giessen did not result in an election of aspirants which were as successful in the veterinary preexamination as their fellow students chosen by the ZVS.