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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-29187
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2918/


Experimentelle Infektion von juvenilen Boa constrictor mit einem Orthoreovirusisolat

Schragen, Sabina


pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.264 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Boa constrictor , Einschlusskörperchenerkrankung , Orthoreovirus
Freie Schlagwörter (Englisch): Boa constrictor , inclusion body disease , Orthoreovirus
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinärpathologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.06.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 04.07.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser Arbeit war es, mittels der experimentellen Infektion von Boa constrictor die Pathogenität des Orthoreovirusisolates IBD26/00, das aus einer an IBD erkrankten Boa constrictor stammt, zu bestimmen.

Im ersten Teil der Literaturübersicht wird auf den gegenwärtigen Kenntnisstand bezüglich der Familie der Reoviren, insbesondere der Orthoreoviren, eingegangen. Der zweite Teil gibt einen Überblick über die verschiedenen durch Orthoreoviren verursachten Erkrankungen und deren Pathogenese.

Es wurden 10 juvenile Boa constrictor mit dem Orthoreovirusisolat IBD26/00 infiziert, 5 Tiere dienten als Kontrollen.
Über einen Zeitraum von 49 Wochen wurden die Tiere in Abständen euthanasiert und virologisch, histologisch, bakteriologisch und parasitologisch untersucht.

Bis zu 18 Wochen post infectionem wurde das Virus aus verschiedenen Organen aller infizierten Tiere reisoliert. Das Virus wurde auch aus einer Kontrollschlange isoliert. In den ersten Wochen nach der Infektion, zeigte die Gruppe der Kontrolltiere eine deutlich größere Gewichtszunahme als die Gruppe der infizierten Tiere.

Mittels der histologischen Untersuchung wurde in drei der virologisch positiven Schlangen aus der Gruppe der Infizierten eine gemischtzellige Infiltration des Leberparenchyms beobachtet. Dies wird als eine in Abheilung befindliche Veränderungen, welche durch die Infektion mit dem Reovirus IBD26/00 verursacht wurde, interpretiert.

Das Isolat IBD26/00 erzeugte in VH2-Zellkulturen Synzytien und die Bildung von intrazytoplasmatischen Einschlüssen. Die Einschlüsse sind eosinophil (H&E-Färbung) bzw. azidophil (Giemsa-Färbung).

Bei der transmissionselektronischen Untersuchung der Einschlüsse konnten eine lockere Innenstruktur und Viruspartikel in der Peripherie des Einschlusses gefunden werden.

Mittels der PAGE konnten auch bei den Reisolaten die typischen 10 Gensegmente der Orthoreoviren dargestellt werden. Das beobachtete Wanderungsmuster der einzelnen Gensegmente zeigt, dass sich das Virus IBD26/00 von anderen bisher publizierten Reptilien- Orthoreoviren in dieser Hinsicht unterscheidet.

Gegen das Isolat IBD26/00 hergestellte Antikörper markieren infizierte Zellen in der Zellkultur und bindet an deren intrazytoplasmatische Einschlüsse. In den infizierten Tieren konnte das Virus immunhistologisch nicht dargestellt werden.

Mittels der immunhistologischen Untersuchung auf Aktin, Desmin, Vimentin, Neurofilament und Zytokeratin konnte gezeigt werden, dass die in der Zellkultur gebildeten Einschlüsse Desmin-, Vimentin-, Neurofilament- und Zytokeratin-negativ sind, während sie sich Aktin-positiv darstellen. Die im Tier S1979/00, aus welchem das Ursprungsisolat stammt, beobachteten intrazytoplasmatischen Einschlüsse stellen sich ebenfalls Desmin-, Vimentin-, Neurofilament- und Zytokeratin-negativ dar. Das Intermediärfilament Aktin konnte bei diesen Einschlüssen jedoch immunhistologisch nicht nachgewiesen werden
Kurzfassung auf Englisch: The purpose of this study was to evaluate the pathogenicity of the Orthoreovirus IBD26/00, isolated from a Boa constrictor suffering from inclusion body disease, by experimental infection.

The first part of the literature review deals with the present knowledge on the family Reoviridae, especially Orthoreoviruses. The second part provides an overview on the diseases caused by Orthoreoviruses and their pathogenesis.
10 juvenile Boa constrictors were infected with the Orthoreovirus IBD26/00, 5 animals served as controls. Over a period of 49 weeks, the animals were euthanized and virologically, histologically, bacteriologically and parasitologically examined.

Until 18 weeks post infectionem, the Virus was reisolated from different organs of all infected snakes. Virus was also reisolated from one control snake. During the first weeks post infectionem, the control snakes gained weight faster compared to the infected animals.

In three of four virologically positive snakes a mixed inflammatory cell infiltration in the liver was observed histologically. These findings were interpreted as reparation of lesions due to infection with Orthoreovirus IBD26/00.

The isolate IBD26/00 induced syncytial formation and production of intracytoplasmatic inclusion bodies in viper heart cells (VH2). The inclusions are eosinophile (H&E-stain) respectively acidophilic (Giemsa-stain). Transmission electron microscopical examinations showed a loose structure of the inclusions and reovirus particles at the periphery of these inclusions.
Using PAGE, the typical 10 segments of an orthoreovirus genome were demonstrated for the original virus IBD26/00 as well as for all reisolates. The migration pattern of the RNA segments in PAGE indicates that the orthoreovirus IBD26/00 differs from other reoviruses from reptiles used for comparison.

An antibody against the original Isolate IBD26/00 was produced and marked infected VH2 cells and the intracytoplasmatic inclusion bodies in these cells. Immunohistologically, however, no positive reaction could be seen in organs and tissues of infected animals.

By immunohistology it could be shown that the intracytoplasmatic inclusion bodies in infected VH2 cell cultures are cytokeratin-, desmin-, vimentin- and neurofilament-negative, but actin-positive.

Intracytoplasmatic inclusion bodies found in the organs of the snake S1979/00, from which the original virus isolate was obtained, were also cytokeratin-, desmin-, vimentin-, and neurofilament-negative. These inclusions were, however, actin negative in contrast to the inclusions in the infected cell cultures.