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Odontologie im numismatischen Spiegel : Ein Beitrag zur Geschichte der Zahnheilkunde

Heckert, Gerold Rüdiger


Originalveröffentlichung: (2006) Giessen : VVB Laufersweiler 2006
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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geschichte der Medizin
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-8359-5034-7
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.05.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 21.06.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Obgleich Medaillen mit zahnheilkundlichen Motiven schon sehr lange vertreten sind, hat dies in der Literatur bisher wenig Beachtung gefunden.


Eine eigenständige Veröffentlichung erschien 1988 herausgegeben von Ladendorf und Salaschek (Proskauer 1940), die sich aber nur mit der Reklame von Zahnärzten und für Zahnärzte auf Medaillen befasst. Dieser Publikation liegt die Zusammenstellung von Storer und der Katalog zur Sammlung Brettauer zu Grunde. In den USA führte der Gynäkologe Horatio R. Storer alle ihm bekannt gewordenen Medaillen mit medizinischem Bezug auf (Storer 1931).
Die Sammlung des Triester Augenarztes Brettauer erfasste 1937 der Numismatiker Holzmair in einem Katalog (Brettauer 1937). Dieser und der Katalog von Storer sind maßgebliche Zitierwerke zum Thema Medicina in Nummis.


Mit der vorliegenden Arbeit wird eine Auswahl von Objekten nicht nur aus numismatischen, sondern besonders aus zahnmedizingeschichtlichem Blickwinkel untersucht. Anhand von Medaillen lassen sich historische Begebenheiten und Entwicklungen aus der Zeit des Barbierhandwerks bis zur wissenschaftlichen Zahnmedizin der heutigen Tage aufzeigen. Im Gegensatz zu Storer und Brettauer werden die Exemplare nicht nur aufgelistet, sondern hauptsächlich in ihrer zahnmedizinischen Relevanz besprochen.


Nach einem allgemeinen Überblick, der besonders der Geschichte und Herstellung von Medaillen gewidmet ist, befasst sich zuerst der Hauptteil mit Personenmedaillen.
Mit einer modernen Silbermedaille auf Pierre Fauchard beginnt der erste Abschnitt der Medaillen auf Persönlichkeiten der Zahnheilkunde. Im Gegensatz zur damals üblichen Praxis machte Fauchard sein Wissen öffentlich und erlangte durch seine Schriften schon zu Lebzeiten hohen Bekanntheitsgrad und Anerkennung.
Eine Bronzemedaille von 1940 auf das 100jährige Jubiläum des Baltimore College of Dental Surgery zeigt Horatio H. Hayden und Chapin Harris, die beiden Gründer der weltweit ersten zahnärztlichen Ausbildungsstätte überhaupt.


Das Porträt von William T. G. Morton findet man auf einer Silbermedaille; er führte als amerikanischer Zahnarzt erstmals eine Äthernarkose öffentlich durch. Um seine Prioritätsansprüche kämpfte er später mit Wells und Jackson erbittert.
1909 prägte man eine Bronzeplakette zum Ruhestand von Claude Martin. Er war hauptsächlich auf chirurgischem Gebiet tätig und erlangte durch die Entwicklung von Obturatoren besonders in Frankreich großen Bekanntheitsgrad.


Mit einer Plakette wurde 1910 Friedrich Louis Hesse bedacht, der sich für die Gründung eines Zahnärztlichen Instituts in Leipzig einsetzte. Er war auch dessen erster Direktor. Wegen Zwistigkeiten, die man später gerichtlich austrug, und die er als Vorsitzender eines zahnärztlichen Vereins mit den Spezialärzten für Zahn- und Mundkrankheiten auslöste, schied Hesse 1906 freiwillig aus dem Leben.
1893 wurde das Zahnärztliche Institut in Jena gegründet. Aus diesem Anlass gedachte man des Gründers Adolph Witzel, der zum 100jährigen Jubiläum mit einer Porzellanmedaille geehrt wurde. Witzel forschte besonders zum Thema Pulpenerkrankungen und Amalgam.
In Köln fand 1962 der XIII. Internationale Zahnärztekongress statt. Daran erinnert eine Silbermedaille ebenso wie an den Hochschullehrer Hermann Euler, der von 1928 bis 1953 1. Vorsitzender des Central-Vereins Deutscher Zahnärzte, der späteren Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde war, und sich auf wissenschaftlichen Gebiet Verdienste erwarb.


1973 brachte der finnische Zahnärzteverband eine Medaille heraus. Sie diente als Ehrenmedaille zum 80. Geburtstag von Eero Tammisalo. Als Gründer der ersten Zahntechnikerschule Finnlands und Gründungsmitglied des finnischen Zahnärzteverbandes war er ein Wegbereiter der Zahnheilkunde in Finnland.
Seit dem Jahr 2001 ehrt die Berliner Zahnärztekammer mit der Ewald-Harndt-Medaille Personen und Organisationen, die sich im weitesten Sinne um die Zahnheilkunde verdient gemacht haben. Ewald Harndt, der nur mit Schwierigkeiten im Dritten Reich Hochschullehrer werden konnte, war später im geteilten Berlin erst an der Humboldt-Universität und dann als Direktor, Dekan und Rektor magnificus an der Freien Universität in Berlin tätig.


Der zweite Abschnitt widmet sich Personen, die keine Zahnärzte waren, aber trotzdem Bezug zur Zahnmedizin hatten. Durch eine moderne Silbermedaille wird an John Hunter erinnert, der sich als Chirurg und Anatom auch umfangreich mit der Zahnheilkunde befasste. Er brachte in England die Zahnheilkunde auf einen wissenschaftlichen Weg und widmete sich besonders der Kieferorthopädie.
1932 stiftete der Reichspräsident Hindenburg zum 100. Todestag Johann Wolfgang von Goethes die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Diese Auszeichnung bekamen Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller verliehen. Goethe betrieb anatomische Studien und entdeckte den Zwischenkieferknochen (Goethe-Knochen). Damit fand er Einzug in die anatomische Literatur. Die beschriebene Medaille wurde beispielsweise an Albert Schweitzer vergeben, der in Lambarene auch zahnärztliche Eingriffe vornahm. In der sehr umfangreichen Literatur über Schweitzer ist diese hohe Auszeichnung der Weimarer Republik an den Arzt von Lambarene völlig unbekannt. Die Medaille als auch deren Verleihung an Schweitzer werden hier erstmalig wiedergegeben.
1939 schuf man ein 2. Modell der Goethe-Medaille. Das vorgestellte Exemplar wurde 1944 an Johannes Sobotta verliehen. Er erzielte mit seinen Lehrbüchern und Atlanten einen großen Bekanntheitsgrad bei Zahn- und Humanmedizinern. Seine Atlanten als Klassiker der medizinischen Studienliteratur befinden sich mittlerweile in der 21. Auflage.
Mit einer modernen Silbermedaille wird an die 1851 erfolgte Gründung der Firma Heraeus erinnert und der Firmengründer Wilhelm Carl Heraeus abgebildet. Ihm gelang es erstmalig, Platin in der Knallgasflasche zu schmelzen. Mit dieser technischen Pioniertat entstand in kurzer Zeit aus der Einhorn-Apotheke in Hanau ein Weltkonzern, der auch heute auf dem Dentalmarkt eine Spitzenposition einnimmt.


1912 prägte man anlässlich des 70. Geburtstags von Victor Ebner Ritter von Rofenstein eine Bronzeplakette. Als Anatom beschäftigte er sich ausgiebig mit dem Bau und der Entwicklung der Zähne. Die Ebnerschen Fibrillen, Ebner-Drüsen und Ebner-Halbmonde tragen seinen Namen.
Durch eine vergoldete Medaille wurde 1988 an das 100jährige Jubiläum der Lingner-Werke und den Firmengründer Karl August Lingner erinnert. Lingner, durch Odol schnell zu einem der reichsten Männer Sachsens geworden, ließ in seiner Dresdener Zentralstelle für Zahnhygiene Untersuchungen und Methoden zur Verhütung von Karies durchführen. Außerdem setzte er einen großen Teil seines Vermögens für gemeinnützige Zwecke ein, rief die Internationale Hygieneausstellung ins Leben und legte auch den Grundstein für das Deutsche Hygienemuseum in Dresden.
Der letzte Abschnitt der Personenmedaillen befasst sich mit Zahnärzten, die durch andere Tätigkeiten oder Leistungen bekannt wurden. So zeigt eine Silbermedaille Paul Revere, der als amerikanischer Patriot mit seinem legendären Ritt von Boston nach Concord die dortigen Einwohner vor den nahenden Briten warnte. Er führte die erste gerichtsmedizinische Identifizierung eines Toten anhand zahnmedizinischer Befunde in Amerika durch. Seine zahnärztliche Tätigkeit dauerte aber nur sieben Jahre.
Mit Cent-Stücken aus der selbstentwickelten Legierung 'Feuchtwangers Composition' versuchte der Zahnarzt Lewis Feuchtwanger den amerikanischen Kongress für seine Entwicklung zu gewinnen. Der Kongress lehnte ab, aber fast 20 Jahre später griff man seine Idee wieder auf.
Eine Kupfernickelmedaille erinnert an Doc Holliday. Er übte den zahnärztlichen Beruf immer nur kurzzeitig aus, ging aber als Revolverheld und der berühmteste Zahnarzt des Wilden Westens in die Geschichte ein.
Anlässlich seiner Heiligsprechung 1989, gedachte man an Riccardo Pampuri mit einer Bronzemedaille. Pampuri leitete eine zahnärztliche Ambulanz und wurde durch sein großes soziales Engagement bekannt.
1968 fand die Prägung einer Kupfernickelmedaille auf den Eisschnellläufer Erhard Keller statt. Als zweifacher Goldmedaillen-Gewinner erlangte er große Popularität und nutzte diese auch zum Einzug ins Showgeschäft. Er war bis zum Jahr 2001 als Zahnarzt in seiner Praxis tätig.


Das nächste Kapitel stellt Werbung auf Medaillen, Jetons und anderen numismatischen Objekten vor. Im ersten Abschnitt wird die Werbung von Zahnbehandlern aufgezeigt.
Mit einem gravierten Halfpenny warb der Londoner Surgeon dentist Stephen Blunt als 'operator for the teeth and bleeder' für seine Tätigkeit. Diese Kombination als Zahnbehandler und Aderlasser war zu dieser Zeit nichts Außergewöhnliches.
Anhand eines Jetons machte der Wiener Zahnarzt Joseph Weiger auf seine Praxis aufmerksam. Mit dem Mediziner und Forscher Karl Eduard Hammerschmidt führte er zahlreiche Äthernarkosen durch. Die Ergebnisse wurden auch publiziert.


Der Rouener Zahnbehandler Adolphe Honoré Turquetin behauptet auf seinem Jeton, dass er in zehn Jahren mehr als 400.000 Patienten behandelt und noch eine größere Anzahl geheilt habe, was enorm übertrieben sein dürfte.
Der Pariser Mecanicien-Dentiste Normand betreibt auf seinem Jeton Werbung für sein bei Zahnschmerzen schnell wirkendes 'Zahnwasser'. Sein Porträt ist auf der Vorderseite mit Ritterrüstung und Helm dargestellt. Interessant auch die Rückseite mit den durch Spiralfedern verbundenen Vollprothesen.


Das Cent-Stück von 1858 hat einen Gegenstempel von Dr. G. G. Wilkins, einer schillernden Persönlichkeit zur Zeit des Wilden Westens. Er betrieb eine für ihn günstige und effektive Art der Werbung, indem er Kleingeld mit seinem Namenszug gegen stempelte.
Der nächste Abschnitt behandelt Werbung von Firmen und Organisationen mit zahnmedizinischen Produkten oder Bezug. So trieb der Apotheker Basil Burchell Werbung mit selbstgeprägten Halfpennies für seine Zuckerpflaumen gegen Würmer und sein Halsband gegen das erschwerte Zahnen bei Kindern. Sein Geschäft muss sich gelohnt haben, da er über eine lange Periode mit diesen Prägungen für seine Quacksalberei warb.
Die Zahnfabrik Wienand hatte während der Zeit des Kleingeldmangels im Deutschen Reich um 1920 ihr eigenes Firmengeld produziert. 1, 5, 10 und 50 Pfennig-Stücke existierten als Notgeldmünzen. Die Fabrik wurde 1893 gegründet und war mit ihren Porzellanzähnen weltweit erfolgreich.
Zu dieser Zeit gab auch die Barmer Ersatzkasse Briefmarkenkapseln als Notgeld heraus. Die Hülle, die die Briefmarke schützte, war mit Werbung bedruckt, u. a. auch mit der Aussage, dass 'jedes 100. neue Mitglied sämtliche Zähne kostenlos ausgezogen bekommt'. Die Barmer Ersatzkasse hatte seit ihrer Gründung oftmals Probleme, sich ihre Eigenständigkeit zu erhalten.


1932 wäre der Gründer der Lingner-Werke Karl August Lingner 70 Jahre alt geworden. Die Firma gab ihren Produkten 'Rabattmünzen' hinzu, die beim Kauf verrechnet wurden. Die Lingner-Werke, besonders mit ihrem Produkt Odol erfolgreich, waren Marktführer auf dem Mundwassermarkt. 1993 beging man den 100. Geburtstag von Odol. Noch heute ist die Marke erfolgreich.
SS White gab 1944 zum 100. Firmenbestehen eine in einen Holzblock eingelassene Silbermedaille heraus, die als Briefbeschwerer diente. Der Firmengründer Samuel S. White begann mit zahnärztlicher Tätigkeit und fertigte nebenbei Porzellanzähne, denen großer Erfolg beschieden war. So wurde SS White als Zahnfertigungsgesellschaft und durch Hinzunahme neuer und innovativer Produkte auf dem Dentalmarkt führend. Noch heute ist SS White einer der größten Hersteller von rotierenden Instrumenten.
Zum 50jährigen Firmenjubiläum gaben die Leo-Werke in Dresden 1957 eine Porzellanmedaille heraus. Der Apotheker Ottomar Heinsius v. Mayenburg erlangte mit seiner von ihm entwickelten Chlorodont-Zahnpasta großen Erfolg und wurde zu einem der Marktführer seiner Branche. Nach dem Krieg verlor die Marke in Ostdeutschland durch Anschluss an ein Kombinat die Markenidentität.


Das folgende Kapitel enthält Medaillen auf Kongresse und Ausstellungen. Mit einem Jeton auf die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1879 wirbt der Zahnarzt Robert Perl, der die königlich belgische Approbation besaß und vermutlich auch auf dieser Ausstellung vertreten war.
1889 fand in Paris der Erste Internationale Zahnärztekongress statt. Die vorliegende Bronzemedaille vergab man als Preismedaille anlässlich dieses Kongresses. Durch den großen Erfolg der Veranstaltung, die im Rahmen der Internationalen Weltausstellung stattfand, konnte an diese mit weiteren Internationalen Zahnärztekongressen angeknüpft werden.
Schon vier Jahre später fand zusammen mit der Weltausstellung 1893 in Chicago der Zweite Internationale Zahnärztekongress statt. Eine große Bronzemedaille würdigte dieses Ereignis.
Ebenso wurden zum Vierten Internationalen Zahnärztekongress 1904 in Saint Louis eine Bronzemedaille wie auch 1926 anlässlich des Siebten Internationalen Zahnärztekongresses in Philadelphia eine an einem Band tragbare Bronzemedaille auf diese Veranstaltungen geprägt.


Im anschließenden Kapitel sind Prämienmedaillen und zahnärztliche Auszeichnungen aufgeführt. 1865 wurde in New York eine zahnärztliche Ausbildungsstätte gegründet. 1904 verlieh das New York College of Dentistry eine goldene Preismedaille an den Zahnarzt Bruno Waldo Kirschner, die mit fast 50 g Goldgewicht einen nicht unbedeutenden Metallwert besaß. Heute ist das New York University College of Dentistry in den Vereinigten Staaten die größte zahnärztliche Einrichtung und auch als Universität in diesem Fachgebiet international führend.
1925 wurde M. Solas durch das Pariser Zahnärztliche Institut mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Diese zeigt auf der Vorderseite den Gründer und ersten Präsidenten der Internationalen Zahnärztevereinigung Fédération Dentaire Internationale (FDI).
Das Edinburgh Dental Hospital and School verlieh silberne Preismedaillen, z. B. 1925-26 an I. B. Mac Quarrie. Mitbeteiligt an der Gründung dieser Ausbildungsstätte war John Smith, ein Wegbereiter der Zahnheilkunde in Schottland.


Die DDR vergab eine vergoldete Bronzemedaille, die 1968 gestiftet, wissenschaftliche Verdienste auszeichnete. Diese Philipp-Pfaff-Medaille erinnert an den deutschen Pionier, der mit seinem 1756 erschienenen Buch dafür sorgte, dass sich im deutschen Sprachraum eine eigenständige wissenschaftliche Zahnheilkunde entwickeln konnte.
1970 wurde eine Ehrenmedaille aus Böttgersteinzeug gestiftet, die von der Deutschen Gesellschaft für Stomatologie verliehen wurde.
Diese wurde in Gesellschaft für Stomatologie der DDR umbenannt und 1974 deshalb ein 2. Modell der Ehrenmedaille geschaffen. Die DDR versuchte eine weit gehende Ausmerzung des Wortes 'deutsch' aus allen öffentlichen Bezeichnungen, um eine größere internationale Akzeptanz als Staat zu erhalten.


Die US-Army verleiht so genannte Challenge Coins. So auch ein Exemplar der 51st Medical Group, die auf der Osan Air Base in Südkorea stationiert ist, und an den Einsatz ihrer Dental Squadron im Korea Krieg erinnert.


Das letzte Kapitel widmet sich der Darstellung von Schutzgöttern und Heiligen auf zahnärztlichen Medaillen. 1931 prägte man zum I. Internationalen Stomatologiekongress in Budapest eine Bronzemedaille. Die Vorderseitendarstellung zeigt Asklepios und Hygieia. Der Heilgott und seine Tochter wurden seit dem 5. und 4. Jahrhundert vor Christus in Griechenland und später auch im römischen Reich verehrt.
Auf einer französischen Bronzemedaille der Société de L’Ecole Francaise de Stomatologie findet sich Hippokrates, der aus dem Geschlecht der Asklepiaden stammt, die sich selbst auf den Heilgott Asklepios zurückführten. Hippokrates gilt als der erste 'moderne Arzt' und Begründer der rationalempirischen Medizin. Nach ihm ist die Schwurformel - der Eid des Hippokrates - benannt.
1966 fand in Rom ein Stomatologenkongress statt, der auch mit einer tragbaren Medaille bedacht wurde. Die Vorderseite zeigt die Stadtgöttin Roma, die man im römischen Reich verehrte und deren Darstellung auf Bronzemünzen der Antike zu finden ist.


1959 wurde in Bologna der XXXIII. Italienische Stomatologiekongress durchgeführt. Aus diesem Anlass gab es eine versilberte Medaille mit einer kleinen Öse, die den Heiligen Petronius zeigt. Der Bischof Petronius ist der Patron der Stadt Bologna, wo er im Jahr 450 verstarb.
Eine moderne Bronzemedaille widmet sich dem Martyrium der Heiligen Apollonia. Sie wurde als Heilige bei Zahnschmerzen angerufen und hat noch heute Bedeutung als Patronin der Zahnärzte.
Die Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz stiftete in den 90er Jahren einen Preis für Publizistik. Dieser Hildegard-von-Bingen-Preis erinnert an die bedeutende Äbtissin, die im 12. Jahrhundert die Klostermedizin nochmals zu einem Höhepunkt brachte.


Mit diesen Ausführungen schließt die Dissertation, die als Informationsquelle Objekte der dentalen Numismatik nutzt, um Entwicklungen und Ereignisse der Zahnmedizingeschichte zu präsentieren.
Kurzfassung auf Englisch: Whether medals with dental motives have existed for a long time, has up until now received little attention in the literary world.
An independent publication by Ladendorf and Salaschek (Proskauer 1940), which only dealt with dental advertisements and medals depicting dentists, appeared in 1988. This publication was based on both Storer’s list and the Brettauer collection catalogue. In the USA the gynaecologist Horatio R. Storer listed all the medals with medical reference that were known to him (Storer 1931).
The collection owned by the ophthalmologist Brettauer from Trieste was recorded in 1937 in a catalogue (Brettauer 1937) by the numismatist Holzmair. This catalogue and the one written by Storer are authoritative reference works on the subject 'Medicina in Nummis.'


In this study, a selection of objects will be examined not only from a numismatic perspective but particularly that regarding their relevance to dental history. By using medals as a reference, historical events and discoveries in dentistry can be traced right back to the barbershop handicraft. In contrast to Storer and Brettauer, the examples here will not only be listed, their dental relevance will also be discussed.


Following a general synopsis, which is especially dedicated to the history and the manufacture of medals, the first section is concerned with medals depicting individuals.


The first section dealing with dental personalities illustrated on medals, begins with a modern silver medal of Pierre Fauchard. In contrast to the usual practices of the time, Fauchard made his knowledge public and due to his works attained a high degree of fame and recognition even in his lifetime.


A bronze medal, from 1940 to mark the centenary of the Baltimore College of Dental Surgery, depicts Horatio H. Hayden and Chapin Harris, both founders of the world’s first dental college.


The American dentist William T. G. Morton can be found on a silver medal; he was the first person to publicly perform an ether anaesthesia. He later fought bitterly with Wells and Jackson over his rights.
In 1909 a bronze plaquette was struck to mark the retirement of Claude Martin. He concentrated mainly on surgery and was greatly recognised in France for his works on obturators.


In 1910 a plaquette was dedicated to Friedrich Louis Hesse who played a role in the founding of a dental institute in Leipzig. He was also the institute’s first director. Due to disagreements, which were later settled in court, and which he caused as chairman of a dental society with doctors, who purely out of interest, practised in dentistry and stomatology (Spezialärzte für Zahn- und Mundkrankheiten), Hesse committed suicide in 1906.


The Dental Institute in Jena was founded in 1893. To honour this occasion the founder Adolph Witzel was remembered on a centenary porcelain medal. Witzel specialised in the subject of diseases of the pulpa and amalgam.
The XIIIth International Dental Congress took place in Cologne in 1962. A silver medal was struck to commemorate both this event and to remember the college lecturer Hermann Euler. He was chairman of the Central Society of German Dentists from 1928 to 1953, which later became the German Society of Dental, Oral and Craniomandibular Sciences (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde), and which acquired merits in the scientific field.


In 1973 the Finnish Dental Association issued a medal. It was an honary medal for the 80th birthday of Eero Tammisalo. As founder of the first school for dental technicians in Finland and one of the founders of the Finnish Dental Association, he was a pioneer in the field of dentistry in Finland.


The Berlin Dental Board has been awarding individuals and organisations the Ewald-Harndt medal since the year 2001 for service to dentistry. Ewald Harndt, who only with great difficulty managed to become a college lecturer under the Third Reich, was later initially at the Humboldt University in segregated Berlin and then active as director, deacon and rector magnificus at the Freie University in Berlin.


The second section is devoted to individuals who were not dentists but nevertheless played a part in dentistry. John Hunter, who is remembered by means of a modern silver medal, was both a surgeon and anatomist and also dealt extensively in dentistry. He guided dental medicine onto a scientific path in England and concentrated especially on orthodontistry.
In 1932 the Federal President Hindenburg founded the Goethe medal for art and science to commemorate the centenary of Johann Wolfgang von Goethe’s death. This award was given to scientists, artists and authors. Goethe carried out anatomical studies and discovered the intermaxillary bone (Goethe bone). With this discovery he became renowned in anatomical literature. The aforementioned medal was awarded to Albert Schweitzer, for example, who performed dental operations in Lambarene. Despite extensive literature written about Schweitzer, there is no mention of this eminent award being given to the doctor of Lambarene by the Weimar Republic. The medal and it being awarded to Schweitzer is mentioned here for the first time.


In 1939 a second model of the Goethe medal was struck. This medal was presented to Johannes Sobotta in 1944. He was highly acknowledged for his textbooks and atlases of human anatomy among both dentists and doctors. His atlases, as medical-school literature are now in their 21st reprint.
Both the founding of the company Heraeus in 1851 and its founder Wilhelm Carl Heraeus are remembered on a modern silver medal. He was the first person to melt platinum in an oxyhydrogen flame. With this technical pioneering work the Unicorn chemist (Einhorn-Apotheke) in Hanau became a world-wide company within a short time. It still to this day maintains a leading position on the dental market.


In 1912 a bronze plaquette was minted to commemorate the 70th birthday of Victor Ebner Ritter von Rofenstein. Being an anatomist, he devoted his time extensively to the construction and development of teeth. Ebner’s dentinal fibrillae, Ebner’s glands and Ebner’s halbmonde are all named after him.


A gold plated medal from 1988 commemorates the Lingner Works centenary and the founder Karl August Lingner. Lingner, who owing to his product Odol rapidly became one of the richest men in Saxony, had his main office for dental hygiene in Dresden carry out tests to find ways and methods of preventing caries. Furthermore, he invested a large part of his fortune into non profit purposes. He founded the International Hygiene Exhibition and laid the cornerstone for the German Museum of Hygiene in Dresden.


The last section of personal medals is concerned with dentists who became known for other work or achievements. A silver medal depicts Paul Revere, who as an American patriot warned the local inhabitants of the approaching British with a legendary ride from Boston to Concord. He performed the first forensic medical identification of a corpse on the basis of dental findings, in America. He only worked in dentistry for seven years.


The dentist Lewis Feuchtwanger tried to win the enthusiasm of the American Congress for his cent pieces made from his own alloy 'Feuchtwangers Composition'. Congress refused, but almost 20 years later his ideas were picked up on again.


Doc Holliday is remembered with a copper-nickel medal. He carried out his dentistry only sporadically, but went down in history as a gunman and the most famous dentist of the Wild West.


To commemorate Riccardo Pampuri’s canonisation in 1989 a bronze medal was struck. Pampuri was in charge of a dental out-patient department and became well known due to his great social commitment.
In 1968 a copper-nickel medal of the ice speed skater Erhard Keller was struck. As twofold gold medallist he became very popular and used this as a platform into show business. He was active in his dental practice up until the year 2001.


The next chapter introduces advertisements on medals, jetons and other numismatic objects. The first section depicts advertisements made by dental operators.


With an engraved Halfpenny, the London surgeon dentist Stephen Blunt advertised as 'operator for the teeth and bleeder'. This combination of dental treatment and blood letting was nothing uncommon at this time.
With the use of a jeton, the Viennese dentist Joseph Weiger advertised for his practice. He carried out numerous etherizations with the doctor and researcher Karl Eduard Hammerschmidt. The results were also published.
Adolphe Honoré Turquetin, a dental operator form Rouen, claimed on his jeton that he had treated more than 400,000 patients in ten years and had cured an even greater number, which is exaggerated to say the least.
The Parisian Mécanicien-Dentiste Normand advertises for his quick pain relieving 'tooth water' on his jeton. His portrait on the obverse of the jeton is depicted in a knight’s armour and helmet. The reverse is also interesting depicting a full set of dentures joined together with coils.
The 1858 cent piece has a Dr. G. G. Wilkins counterstamp, one of the most enigmatic personalities of the Wild West. He practised a cheap and effective way of advertising by counterstamping his name on small change.


The next section deals with the advertisements of companies and organisations with dental products or relevance. The pharmacist Basil Burchell advertised for his sugared plumbs to cure worms and his necklace for teething children with halfpennies which he had minted himself. His business must have flourished since he advertised his quack medicine with these halfpennies for a long period of time.


The dental factory Wienand produced its own company money in the time around 1920 when small change was rare under the German Reich. 1, 5, 10, and 50 Pfennig pieces existed as emergency coins. The factory was founded in 1893 and was successful with its porcelain teeth world-wide.
At this time the Barmer Ersatzkasse produced encased postal stamps as emergency money. The cover, which protected the stamp, was covered with advertisements and with the statement that 'every 100th new member can have all teeth extracted free of charge'. The Barmer Ersatzkasse has since its founding often had difficulty in maintaining its independence.
In 1932 the founder of the Lingner Works, Karl August Lingner, would have been 70 years old. The company produced discount tokens which could be used as part of payment with a purchase. The Lingner Works, which was particularly successful with its product Odol, was a leading company on the mouthwash market. Odol celebrated its centenary in 1993. This brand is still successful even today.


SS White produced a silver medal set in a wooden block to be used as a paper weight to celebrate its centenary. The company’s founder Samuel S. White began with dentistry and made porcelain teeth as a side line and was very successful. SS White maintained a leading position on the dental market as a company making teeth and new and innovative products. Even today SS White is one of the largest manufacturers for rotating instruments.


In 1957 a porcelain medal was issued by the Leo Works in Dresden to celebrate the company’s 50th anniversary. The pharmacist Ottomar Heinsius v. Mayenburg became very successful with his Chlorodont toothpaste and became one of the market leaders in his trade. After the war the brand lost its identity in East Germany when it was combined with other companies.


The following chapter contains medals from congresses and exhibitions. The dentist Robert Perl advertised with a jeton at the Berlin Trade Fair in 1879. He held the Royal Belgian Licence, and who was probably represented at the Fair.


The First International Dental Congress took place in Paris in 1889. The bronze medal was awarded as a prize at this congress. Following the great success of the event, which took place in the framework of the International World Fair, other international dental congresses followed.
Only four years later in 1893 the World Fair was held in Chicago with the Second International Dental Congress. A bronze medal commemorates this event.


The Fourth International Dental Congress in 1904 in Saint Louis was honoured by a bronze medal. This was also the case in 1926 for the Seventh International Dental Congress in Philadelphia.


In the subsequent chapter awards and dental honours are presented. A dental training college was founded in New York in 1865. In 1904 the dentist Bruno Waldo Kirschner was awarded a gold prize medal by the New York College of Dentistry, weighing a substantial nearly 50 g in gold weight. Today the New York University College of Dentistry in the United States of America is the largest dental institution and also holds an internationally leading position as a university in its field.
In 1925 M. Solas was awarded a bronze medal by the Parisian Dental Institute. The obverse of the medal depicts the founder and president of the International Dental Federation (Fédération Dentaire Internationale (FDI)).


The Edinburgh Dental Hospital and School awarded silver prize medals to, for example, 1925-26 I. B. Mac Quarrie. One of the co-founders of this training college was John Smith, who was a pioneer in dentistry in Scotland.


The GDR awarded a gilt bronze medal, which was endowed in 1968, for scientific service. This Philipp-Pfaff-Medal commemorates the German pioneer, who with his 1756 published book ensured that independent scientific dentistry could develop in German speaking countries.
In 1970 an honorary medal made of böttger porcelain was struck and was awarded by the German Society of Stomatology.


This was renamed to GDR Society of Stomatology and therefore a second model of the honorary medal was struck in 1974. The GDR tried to eradicate the word 'German' out of all official titles, in order to acclaim greater international recognition as a state.
The US army awards so-called challenge coins. Such is an example of the 51st Medical group, which is stationed on Osan Air Base in South Korea, and are remembered for the work of their Dental Squadron in the Korean war.


The last chapter devotes itself to gods and patron saints on dental medals. In 1931 a bronze medal was struck for the 1st International Congress of Stomatology in Budapest. The obverse shows Asclepios and Hygieia. The god of healing and his daughter have been worshipped since the 4th and 5th century before Christ in Greece and later also by the Romans.


Hippocrates is depicted on a French bronze medal from the Société de L‘Ecole Francaise de Stomatologie. Hippocrates derives from the Asclepiads and who themselves derive from the god of healing Asclepios. Hippocrates is considered the first 'modern doctor' and founder of rational empirical medicine. The Hippocratic oath is named after him.
The 1966 Congress of Stomatology in Rome was also commemorated with a medal on a ribbon. The obverse depicts the goddess Roma, who was worshipped by the Roman Empire and who can be seen depicted on ancient bronze coins.


The XXXIIIrd Italian Congress of Stomatology was held in 1959. To honour this event a silver plated medal with a small eyelet was struck depicting the holy Petronius. The bishop Petronius is the patron of the town Bologna, where he died in the year 450.
A modern bronze medal is dedicated to the martyrdom of the sacred Apollonia. She was called upon by toothache and is still to this day the patron of dentists.


The Rheinland-Pfalz Board of Dentistry dedicated a prize for journalism in the 90s. The Hildegard-von-Bingen prize remembers the great abbess, who guided medical knowledge in monasteries to a peak.


This ends the dissertation, which is a source of information presenting developments and events in the history of dentistry, depicted by numismatic objects.