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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-28764
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2876/


Angststörung und Somatoforme Störung : Untersuchung zum Hauterleben und dessen Bedeutung für das Erleben und die Gestaltung von Nähe und Kontakt. Unterschiede in der Bindung, Alexithymie, Angst und Depression

Anxiety disorder and somatoform disorder : Study about skin experience and its importance for feeling and forming nearness and contact Differences in social contact, alexithymie, anxiety and depression

Schubert, Klaus


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Angststörungen , Somatoforme Störungen , Haut-Ich , HautZuf , Tiefenpsychologie
Freie Schlagwörter (Englisch): anxiety disorder , skin-ego , somatoform disorder , Skin Satisfaction Questionnaire , psychoanalysis
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychosomatische Medizin, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.05.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 12.06.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Mit der vorgelegten Studie werden die Bedeutung des Hauterlebens und der Umgang mit der Haut im sozialen Kontakt bei Patienten mit einer Angsterkrankung bzw. Somatoformen Störung untersucht. Die tiefenpsychologische Fundierung der Untersuchung sollte der Vorstellung Rechung tragen, dass die Grundlagen für ein
Kontakt- und Bindungsverhalten, neben somatischen Einflüssen, durch die Entwicklung des Individuums gelegt werden. Der Verfasser referiert die in diesem Zusammenhang zentrale Bedeutung der Haut und die Entwicklung eines Haut-Ich. Relevante tiefenpsychologische Ansätze werden ausgeführt.

Untersucht wurden 101 Patienten – 54 Frauen und 47 Männer – mit einer Angststörung (F.41.0, F 41.1, F 41.2) bzw. mit einer Somatoformen Störung (F 45.0, F45.4) zu Beginn ihrer stationären Behandlung in einer Rehabilitationsklinik für Psychosomatik, Innere und Physikalische Medizin. Die Untersuchung erfüllte die demographischen Standards. Die Daten für die Untersuchung wurden mit Hilfe von Tests erhoben (Fragebogen zur Hautzufriedenheit / HautZuf zur Erfassung der Zufriedenheit und des Umgangs mit der eigenen Haut bei Gesunden und Kranken; Hospital Anxiety and Depression Scale/ Deutsche Version / HADS-D, Gießen-Test / GT-S, Toronto-Alexithymie-Skala-26 / TAS-26, Adult Attachment Scale /AAS, Symptom-Checkliste / SCL-K9 zur Überprüfung einer klinisch relevanten Depression oder Angst, zur Erfassung von Persönlichkeitsvariablen, zur Erfassung einer klinisch relevanten Alexithymie, zur Erfassung von Offenheit für Nähe in Beziehungen und der Selbstbeurteilung psychischer Symptombelastung).

Bei Vorliegen einer Hauterkrankung sind die Angstpatienten im Erleben von sozialer Nähe, bei der Wahrnehmung ihrer Gefühle, in ihrem emotionalen Erleben und der Gestaltung des sozialen Kontaktes 'gestörter'. Diskutiert wird, dass Patienten mit einer Somatoformen Störung soziale Nähe oft 'rein räumlich' erleben, sie 'ohne Gefühl in der Situation sind', sie sich in ihrer Haut gefangen fühlen und das körperliche Symptom häufig eine
'psychoprothetische Funktion' erfüllt.

Ohne Hauterkrankung unterscheiden sich beide Patientengruppen nicht hinsichtlich klinisch relevanter Angst oder Depression, auch nicht in ihrem Bindungsverhalten im sozialen Kontext. In beiden Störungsgruppen findet sich ein hoher Anteil von Patienten, die Angst haben, sich auf eine bzw. in einer Bindung einzulassen, bei zugleich hohem Bedürfnis nach Nähe, allerdings verbunden mit der Angst, alleine gelassen oder verlassen zu werden. Angstpatienten sind nicht introspektiver. Wie die Patienten mit einer Somatoformen Störung sind sie durch ihre Symptoatik belastet, allerdings mehr in ihrer Grundstimmung, diejenigen mit einer Somatoformen Störung eher durch körperliche Missgefühle.

Die Untersuchung zeigt eindeutig, dass mit Hilfe der Skalen im HautZuf Aussagen über das Hauterleben im sozialen Kontakt und dessen Gestaltung getroffen werden können.
Kurzfassung auf Englisch: The study describes the importance of skin experience and the handling with skin in social contacts in patients with anxiety or somatoform disorder. The psychoanalytic ('tiefenpsychologische') founding of the investigation accents that the evolution of the individual – by the side of physical influences - is basic. The central meaning of the skin for the evolution process is explained by the author as well as the development of a skin-ego. Relevant psychoanalytic theories are described.

Interrogated were 101 patients - 54 women and 47 men – with anxiety disorder (F 41.0, F 41.1, F 41.2) respectively with somatoform disorder (F 45.0, F 45.4) at the beginning of their medical treatment in a hospital for rehabilitation. The demographic standards were fulfilled by the personal data. The facts of the study were interrogated by tests (The Skin Satisfaction Questionnaire / 'HautZuf', an instrument to assess attitudes toward the skin in healthy persons and patients; Hospital Anxiety and Depression Scale /HADS-D, Gießen-Test / GT-S, Toronto-Alexithymie-Scale / TAS-26, Adult Attachment Scale /AAS, Symptom Checklist, to examine a relevant clinical depression or anxiety, personality factors, a relevant clinical alexithymie, to describe frankness for nearness in relations and the self-assessment of the impairment by psychical symptoms.
Patients with a skin disease and an anxiety disorder simultaneous are
'more diseased' in feeling of social nearness, in perceiving their emotions, in their emotional feeling and their handling in social contact.

It is discussed that patients with somatoform disorder often feel social nearness 'relating to space only', that they are in a social situations without an emotion. They feel imprisoned in their skin. The physical symptom often has a 'psychoprothetic function'.

There were no differences between both patient groups with regard to anxiety and depression, even not in their behaviour in social nearness. In both diseases groups were a high number of patients with nervousness to make personal contact simultaneous with high requirement for nearness, connected with anxiety to stay alone or to be leaved. Patients with an anxiety disorder are not more introspective. As the patients with somatoform disorder they are impaired by symptoms, but more in their ground feeling, those with a somatoform disorder more by bad physical emotions.

The study described unequivocal that statements about skin experience in social contact and just so about its forming are possible by giving the Skin Satisfaction Questionaire.