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Auswirkungen des Muskelrelaxans Atracurium auf die Operationsbedingungen bei intraokularen Operationen am Hund

Noack, Carola


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Muskelrelaxans , Augenoperationen , Hund , Katarakt
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.01.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 01.06.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stand die Frage, wie sich bei Eingriffen
am Hundeauge die Applikation des Muskelrelaxans Atracurium auswirkt und ob
ein Einfluss auf die Parameter Augeninnendruck, Herzfrequenz, systolischer
Blutdruck, diastolischer Blutdruck und die Operationsbedingungen besteht.
Zu klären war, ob Verbesserungen der Operationsbedingungen in diesem
Zusammenhang möglich sind, ohne dass Nachteile bei ausgewählten, klinisch
relevanten Parametern in Kauf genommen werden müssen.

Hierzu wurden vier verschiedene Gruppen (I bis IV) von Hunden untersucht.
Jede dieser Gruppen wurde einem anderen Narkoseregime unterzogen, um die
Wirkungen der einzelnen verabreichten Substanzen beurteilen zu können. Bei
den Hunde der Gruppen I und II wurden intraokulare Operationen, bei denen
der Gruppen III und IV sonstigen Operationen am äußeren Auge vorgenommen.

Es wurden folgende Substanzen verabreicht:

Gruppe I: Muskelrelaxans, Halothan, Narkoseadjuvantien

Gruppe II: Halothan, Narkoseadjuvantien

Gruppe III: Muskelrelaxans, Halothan

Gruppe IV: Muskelrelaxans

Das Ergebnis der Untersuchungen war, dass deutlich positive Effekte für die
Operationsbedingungen durch die Muskelrelaxierung mit Atracurium bei
Eingriffen am Auge des Hundes zu verzeichnen sind. Dies gilt insbesondere für
die vom Operateur subjektiv zu beurteilenden Parameter wie Rotierbarkeit des
Bulbus zu Beginn und zum Ende der Operation, Einsinken des Bulbus in die
Orbita, Veränderung der vorderen Augenkammertiefe, Reaktion der Pupille auf
Adrenalin und die Anzahl der benötigten Fixierungshefte.

In dieser Untersuchung wurden keine klinisch relevanten Nachteile bei der
Muskelrelaxierung mit Atracurium bezüglich aller objektiv gemessenen
Parameter gefunden. Dies gilt auch für den in der Ophthalmochirurgie
essentiellen Parameter 'Augeninnendruck', der bei Operationen am inneren
Auge möglichst konstant und leicht erniedrigt sein soll. Die Gabe des
Muskelrelaxans Atracurium zeigte diesbezüglich keine signifikant negative
Wirkung.

Deutliche Effekte ergaben sich bei der Wirkung des Narkosegases Halothan auf
die Herzfrequenz und den Blutdruck. Hier wurden vorangegangene Studien
bestätigt. Halothan verursachte bei den Hunden der Gruppen I bis III im
Vergleich zu den Hunden der Gruppe IV, die kein Halothan erhalten hatten,
Bradykardie sowie Abfall des systolischen und diastolischen Blutdrucks.
Die Messergebnisse des Augeninnendrucks aller Gruppen wiesen keine
signifikanten Unterschiede auf.

Die Herzfrequenzwerte der Gruppe I unterschieden sich durch die
frequenzsteigernde Wirkung des Atracuriumbesilats deutlich von denen der
Gruppe II. Beim Vergleich von Gruppen III und IV war das Niveau der
Herzfrequenzwerte von Gruppe III durch die Halothanwirkung niedriger als bei
Gruppe IV, dies war statistisch aber nicht signifikant.

Beim Vergleich der Gruppen I und II zeigten sich bei den systolischen und
diastolischen Blutdruckwerten gleiche Verläufe.
Bei den Gruppen III und IV waren hingegen bei Gruppe III niedrigere
systolische und diastolische Blutdruckwerte als bei Gruppe IV auffällig. Dies war bedingt durch das fehlende Halothan bei Gruppe IV. Die Unterschiede erwiesen
sich bei den systolischen Blutdruckwerten als signifikant und bei den
diastolischen Blutdruckwerten sogar als hochsignifikant.
Die operierten Hunde stammten aus dem Klientel der Chirurgischen
Veterinärklinik (Kleintierchirurgie) der Justus-Liebig-Universität Gießen und
wurden nicht speziell für die Untersuchung ausgesucht. Daraus ergaben sich
Einschränkungen bei der Anzahl der Tiere, aber auch bei der
Zusammensetzung der Gruppen I bis IV.