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Verfahrenstechnische Konsequenzen zur Reduzierung der Arbeitserledigungskosten in landwirtschaftlichen Unternehmungen bei Beachtung unabweisbarer fachlicher und rechtlicher Führungsgrößen

Röhrich, Dirk


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Landtechnik
Fachgebiet: Agrarwissenschaften und Umweltmanagement
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.03.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 29.05.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die ökonomische Situation landwirtschaftlicher Unternehmen in der Bundesrepublik
Deutschland ist im Vergleich zu außerlandwirtschaftlichen Einkommen nicht besonders gut.
Nach den Ergebnissen des Agrarberichts vom Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) haben Ackerbaubetriebe die Einkommensrückgänge
der letzten Jahre auch nicht durch die positiven Zahlen des Erntejahres 2004 kompensieren
können. Aber auch Untersuchungsergebnisse auf Vollkostenbasis, unter anderem vom
'Betriebswirtschaftlichen Büro Göttingen', bestätigen eine deutliche Anspannung.
Um die Bedeutung der landwirtschaftlichen Verfahrenstechnik zur Verbesserung dieser
Situation einordnen zu können, wurde zunächst über den Begriff Technik und Technologie in
der heutigen Landwirtschaft recherchiert.

Aber im betrieblichen Gesamtkonzept stellt die landwirtschaftliche Verfahrenstechnik nur ein
Baustein im Konstrukt aller Prozesse dar. In diesen so genannten Prozessketten wird
entweder steuernd oder regelnd eingegriffen, um die vorher beschriebenen Soll-Zustände,
unter Berücksichtigung der Störgrößen, auch erreichen zu können. Auf der Basis des
Wissens zur Steuerung und Regelung wurde das landwirtschaftliche Unternehmen als
Informations- und Basissubsystem dargestellt. In diesem finden zum einen die Distribution
von Daten und Informationen sowie die Produktion von Informationen aus Rohdaten satt.
Zum anderen ist in diesem System auch die Produktion von Gütern mit der damit
verbundenen Distribution enthalten.

Damit die einzelnen Prozessketten in den verschiedenen Unternehmungen geregelt ablaufen
können, bedarf es der Berücksichtigung einschlägiger Führungsgrößen. In diesem
Zusammenhang wurden zum einen die betrieblichen Führungsgrößen genannt. Diese
wurden anhand einer Pyramide als Ebenenmodell der landwirtschaftlichen Unternehmung
beschrieben. Demnach bildet die Feldebene die Basis, darauf aufbauend folgt die
Prozessleitebene und Produktionsleitebene. Die Spitze der Pyramide wird durch die
Unternehmensleitebene dargestellt. Es gilt zu berücksichtigen, dass alle Ebenen dieses
Modells, oder besser gesagt alle beteiligten Personen, durch die verschiedensten
Informationsmedien miteinander verbunden sind.

Die Bedeutung und Verantwortung des Managements in solchen Unternehmungen nimmt
stetig zu. Begründet dadurch wurden die Bereiche des Managements als Institution und als
Funktion näher erörtert. Aber auch die Anforderungen an den Manager sollten Anhand der
Beschreibung von Schlüsselqualifikationen und Führungsstilen erfolgen.
Neben diesen betriebsspezifischen Vorgaben mussten auch die rechtlichen Führungsgrößen
angeführt werden. Gerade diese haben Einfluss auf die direkte Planung, Organisation und
Durchführung landwirtschaftlicher Tätigkeiten. Aus diesem Grund werden die wichtigsten
Zusammenfassung 165
Gesetze, Verordnungen und Richtlinien sowie die Handelsnormen in dieser Arbeit
aufgearbeitet sowie zusammengefasst und als unabweisbare Führungsgrößen dargestellt.

Anhand von drei landwirtschaftlichen Unternehmen aus Sachsen sollte ein möglicher
Lösungsansatz aufgezeigt werden, wie sich die Produktionskosten am Beispiel der
Arbeitserledigungskosten, unter Berücksichtigung der bereits beschriebenen Vorgaben und
Führungsgrößen, reduzieren lassen. Die in den Betrieben befindlichen Prozessabläufe mit
der eingesetzten Verfahrenstechnik wurden beschrieben und dargestellt. Dazu wurde ein
Berechnungsmodell entwickelt mit dem zum einen die Ist-Situation und zum anderen die
Plan-Situation dargestellt werden können. Die Plan-Situation gestaltete sich der Art, dass die
drei Betriebe gemeinschaftlich eine Verfahrenstechnik im Verbund nutzen sollten.

Abschließend wurden die erzielten Ergebnisse der verschiedenen Berechungsvarianten,
unter Einfluss der vorher definierten Führungsgrößen, diskutiert und auf die Notwendigkeit
einer automatisierten Prozessdatenerfassung in landwirtschaftlichen Unternehmungen
hingewiesen.
Kurzfassung auf Englisch: The economic situation of agricultural enterprises in Germany in comparison to nonagricultural
income is not satisfactory. According to results of the agro-report of the Federal
Ministry for Consumer Protection, Nutrition and Agriculture in Germany, farming enterprises
were not even able to compensate their loss of income in the past through positive results of
the crop year 2004. Even findings of an investigation on a full-cost basis, amongst others by
the 'Betriebswirtschaftlichen Büro Göttingen' ('Microeconomic Office Göttingen') confirm a
distinct tension.

To be able to classify the relevance of the agricultural technology for an improvement of the
current situation, it is necessary to analyse the terms ‘engineering and technology’ in the first
instance.

Nevertheless, with regards to an operative full-concept, the agricultural technology marks
only one single component in the construct of all processes. Steering or regulative
intervention in these so-called process chains is only necessary to finally reach the target
states described before in consideration of the relevant disturbance variables.

On the basis of knowledge related to steering and regulating, the agricultural enterprise is
described as an information as well as basis sub-system. Within this system, the distribution
of data and information as well as the production of information stemming from raw data
takes place within this system. On the other hand, it also contains the production of goods as
well as their distribution.

To ensure a controlled and well-ordered flow of the single process chains in the various
enterprises, diverse command variables are required. In this context, operational command
variables are to be mentioned. These are described by means of a pyramid as a multi-plane
model of an agricultural enterprise. According to this, the field level constitutes the basis,
followed by the process main level and the production main level. The pyramid’s apex is
displayed by the corporate main level. All levels of the model, respectively all people
involved, are connected with each other through various information media.

The importance and responsibility of the management in such enterprises is on a steady
increase. Therefore, the sector of management as institution as well as function will be
discussed in detail. Moreover, the requirements for a manager are outlined by means of the
description of key qualifications and leadership skills.

Besides these, partly very operational-specific requirements, also the legal leadership skills
need to be further mentioned. Especially those influence the direct planning, organisation
and implementation of agricultural tasks. Unfortunately, these are often underestimated by a
great number of entrepreneurs. Therefore, the most important and relevant laws, decrees
and guidelines as well as the trade standards are being explained and summarized, as
Summary 167
these, in total, contain partly restricting command variables with the necessity for
documentation on top.

By means of three agricultural enterprises from Saxonia, a possible method of resolution of
how the production costs, considering the labour (and machinery) costs as example can be
reduced, allowing for the already presented requirements and command variables, will be
presented. Therefore, the process flow of the three enterprises and the technology applied
are described and outlined. In a next step, a calculation model is being developed which
offers an adequate display and comparison of the present and future situation. The planning
situation advises the three enterprises to use a combined process technology together.

Finally, the results of the various calculation models, influenced by the command variables
defined before, are discussed. Moreover, reference to the necessity of an automated
compilation of process data will be provided.