Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-28372
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2837/


Kognitive Prozesse bei der Lösung elementbasierter multipler T-Labyrinthe bei gesunden Probanden

Cognitive processes during performance of element-based multiple T-maze-tasks in healthy subjects

Hanisch, Marko Stefan


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.156 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kognitive Prozesse , Labyrinthaufgaben , elementbasierte T-Labyrinthe
Freie Schlagwörter (Englisch): Cognitive processes , maze-tasks , element-based T-maze-tasks
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Psychiatrie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.05.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 30.05.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Verwendung von Labyrinthaufgaben hat in der psychologischen Forschung eine lange Tradition. Dabei werden in der psychiatrischen Kognitionsforschung vor allem visuelle zweidimensionale Labyrinthsimulationen eingesetzt, die auf den Labyrinthtest nach Porteus (1914) zurückgehen. Solche Labyrinthaufgaben lassen sich dadurch kennzeichnen, dass auf der Basis der Analyse unbekannter komplexer Reizvorlagen der Lösungsweg von einer Start- zu einer Zielregion gefunden werden muss. Zudem enthalten Labyrinthe meist mehrere Weggabelungen, so dass sie auch als 'eine Abfolge von Entscheidungssituationen' (Lis 2000) definiert werden können. Allerdings weisen traditionelle Labyrinthe, gerade aufgrund ihrer komplexen Topographie, auch Nachteile auf: werden einzelne Merkmale (z.B. Sackgassenanzahl oder - länge) im Sinne einer experimentellen Bedingungsvariation verändert, so hat dies meist erhebliche Auswirkungen auf die Gesamttopographie. Unter diesen Voraussetzungen erscheint die Differenzierung und Aufdeckung einzelner kognitiver Subprozesse zunächst als wenig aussichtsreich. Zur Lösung dieses Problems wurden - in Anlehnung an die in der Tierforschung verwendeten Topographien - Labyrinthe konstruiert, die aus einer Verkettung stets gleichförmiger Grundelemente bestehen. Es wird angenommen, dass so eine isolierende Bedingungsvariation als Grundlage für das Experimentieren mit Labyrinthen besser ermöglicht wird als bei traditionellen Labyrinthen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist dabei, in einer experimentellen Untersuchung mit gesunden Personen zu überprüfen, wie sich die experimentelle Manipulation einzelner Labyrinthmerkmale auf unterschiedliche Parameter des Verhaltens – wie Zeitbedarf und Bewegungspräzision – auswirken. Dabei interessiert, ob sich das Lösungsverhalten bei Präsentation von Grundelementen in einer Sequenz von der einzeln präsentierter Grundelemente in Abhängigkeit von der Existenz von Sackgassen und der Unterlegung mit einem Distraktorhintergrund unterscheidet. Darüberhinaus wird untersucht, ob bei Elementsequenzen die Anzahl sichtbarer Elemente und ihre Position in der Sequenz einen Einfluss auf das Lösungsverhalten zeigt. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Bearbeitung einzelner Elemente grundsätzlich von der Bearbeitung einer Sequenz von Elementen unterscheidet. Entgegen der Erwartung zeigte sich, dass dabei die Elemente abhängig von ihrer Position in der Sequenz unterschiedlich bearbeitet werden, unabhängig davon wieviele Elemente der Sequenz gleichzeitig einsehbar waren. Die Unterschiede zwischen den Positionen ließen sich jedoch nicht auf labyrinthtypische Merkmale wie das Auftreten von Sackgassen zurückführen, sondern vielmehr auf motorische Anforderungen. Unter der Voraussetzung des Einsatzes bestimmter experimenteller Kontrollbedingungen lassen sich damit die Elemente in den verwendeten Labyrinthen als voneinander unabhängige Einheiten interpretieren, was elementbasierte Labyrinthe als eine vielversprechende kognitionspsychologische Untersuchungsmethode erscheinen lässt.
Kurzfassung auf Englisch: The application of mazes has a long tradition in psychological research. With references to the Porteus maze test (1914) two-dimensional mazes are mainly used in psychiatric cognitive research. What characterizes these maze tasks is the fact that the subject has to analyse a complex unknown stimulus in order to be able to trace the way from a starting area to an exit. Since mazes usually incorporate various path-options they can be defined as a 'sequence of decision-making situations' (Lis, 2000). Because of their complex topography traditional mazes, however, feature a number of disadvantages: if single features such as amount or lenght of dead-ends are altered due to an experimental variation on conditions, severe consequences on the overall topography will occur. Taking this into consideration the discrimination and identification of single cognitive sub-processes hardly seem promising. To solve these problems mazes consisting of linked uniform elements were constructed. It is assumed that these element-based mazes known from animal psychology are better suited than traditional mazes to provide an isolating variation on conditions. It is the focus of this thesis to evaluate in an experimental study with healthy test subjects to what extent this experimental manipulation of single maze features has an impact on different parameters of behaviour like time consumption and precision of movement. Here it is of interest to determine whether the problem-solving method differs from sequenced elements to single elements depending on the existence of dead-ends and background distraction. In addition it needs to be examined whether in sequenced elements the number of visible elements and their position within the sequence has an impact on the problem-solving strategy. It has become evident that the treatment of single elements basically differs from that of sequenced elements. Contrary to all expectations it could be shown that the elements are treated differently in reference to their specific position within the sequence, regardless how many elements of the sequence were simultaneously visible. These differences are not based upon characteristic features displayed by the maze such as the existence of dead-ends but can be traced back to motor requirements. Taking the application of certain experimental conditions for granted it can therefore be concluded that the elements in element-based mazes are regarded as independent units. Therefore the results indicate that element-based mazes are to be considered a promising examination method in the field of cognition psychology.