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Taifune in Taiwan : Forschung - Warnsysteme - Schäden

Typhoons in Taiwan : Research-Warning Systems-Damages

Humml, Kai


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Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-28250
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2825/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Taifune , Taiwan , Schäden , Zugbahnen
Freie Schlagwörter (Englisch): Starkregen , Überschwemmungen , Erdrutsche
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geographie
Fachgebiet: Geographie
DDC-Sachgruppe: Geografie, Reisen
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 12.05.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Tropische Wirbelstürme stellen eine der gefährlichsten und verheerendsten Naturgefahren weltweit dar. Jedes Jahr treffen diese Sturmsysteme viele Küsten dieser Welt mit brachialer Gewalt und sorgen für zahlreiche Opfer und große Zerstörungen. Taiwan ist regelmäßig während einer Saison von meist sieben Taifunen betroffen, die die Insel direkt treffen. Durch seinen schwierigen diplomatischen Status ist Taiwan aus vielen internationalen Forschungs- und Warnprogrammen ausgeschlossen, oder bezieht die Daten über Dritte, wie die USA oder Japan, die auf nationaler Ebene mit Taiwan zusammen arbeiten, wenn auch nicht auf voller diplomatischer Ebene, um mit China keinen diplomatischen Zwischenfall zu provozieren, das Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht.

Taiwan kämpft aber nicht nur gegen die Schäden der Taifune, sondern auch gegen die Umweltsünden der eigenen Regierung und deren Vorgänger. Gedankenloser Holzeinschlag und mangelhafte Wiederaufforstung, Ausbau der Infrastruktur um jeden Preis und mit politischen Zielen als Hintergrund und Nichtbeachtung grundlegender ökologischer Vorgehensweisen, haben viele der potentiellen Gefahrenquellen erst selber geschaffen. Erosion und Erdrutsche sind die direkten Folgen dieser ignoranten Vorgehensweise. Dazu kommt, dass Taifune eine der wichtigsten Quellen für Wasser auf der Insel sind. Ihre starken Niederschläge füllen jedes Jahr die Reservoire, sowohl natürlich als auch künstlich, wieder auf. Bleiben die Niederschläge hinter den Erwartungen zurück, werden Grundwasservorräte angezapft, was stellenweise zur Absenkung des Bodenniveaus geführt hat. Das, kombiniert mit dem steigenden Meeresspiegel, wird in den kommenden Jahrzehnten eines der größten Probleme für Taiwan sein. Schon heute werden während eines mittelstarken Taifuns so große Gebiete überschwemmt und verheerende Schäden an Landwirtschaft und Industrie verursacht, dass sie sich auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken können. Wird dieser Entwicklung nicht entschieden entgegen gewirkt, werden diese Schäden vielleicht irgendwann nicht mehr behebbar sein.

Mit diesem Hintergrund hat in Taiwan ein Umdenken stattgefunden. Die Vorhersagetechnik des Wetterdienstes wurde sowohl auf technischer als auch auf menschlicher Ebene entschieden verbessert, was auch ein großes Verdienst der Zusammenarbeit mit der NOAA, dem amerikanischen Wetterdienst ist. Hinzu kommt ein neuer Satellit, der die Beobachtung und Vermessung der Insel ermöglicht, sowie ein Beobachtungssystem, das instabile und gefährdete Hänge beobachtet und bei Erdrutschgefahr die Bevölkerung warnt. Aber all diese Bemühungen fruchten nicht, wenn die Bevölkerung die Notwendigkeit dieser Techniken nicht akzeptiert. So wurde eben genanntes Warnsystem für Erdrutsche nach Beschwerden der Bevölkerung, aufgrund der vielen Fehlalarme, wieder deaktiviert. Hier ist also noch sehr viel Aufklärungsarbeit gefragt.
Kurzfassung auf Englisch: Tropical Cyclones are one of the most dangerous and devastating natural disasters on this planet. Every year they hit many coasts in endangered regions with brutal strength und cause many victims and severe damages. Taiwan is one of the ‘hot spots’ and gets hit every year by mostly seven Typhoons in average. Due to the problematic diplomatic status the island is not involved in international research and warning systems. Many vital data are transferred via semi diplomatic connections with Japan and the USA. All of this is necessary because of the status of Taiwan to China which takes the island as a province of China.
But not only are the effects of Typhoons a task for Taiwan also many of the actual problems were caused by former and actual governments. They set political goals more important then ecological. These ignorant methods led to many endangered mountain slopes which can be degraded by landslides and erosion. One other major problem is that Typhoons support the island every year with vital precipitation that fills natural and artificial reservoirs. Typhoons are also vital not only destructive to Taiwan. If one season fails to guarantee the needed water farmers and industry takes water from the natural reservoirs. This action led to land depression in some areas of the island. This in combination with the sea level rise will be a serious task for the next decades. Today many areas are already flooded by a normal powerful Typhoon and causes great destruction to agriculture and industry. If this ‘evolution of damage’ is not stopped the damages will grow to fast and to intense in short time.

With this problem Taiwan changed its behaviour towards ecological problems. The complete central weather bureau got renewed, better equipped and trained to forecast a typhoon and its potential power. A new satellite system makes it possible to observe the island in a larger and more independent state. This was made possible by a human and technology exchange programme with the NOAA, the American weather service. A warning system for endangered mountain slopes was developed. But all of these efforts must include training and sensibility of the local people. Here is one of the main problems still to be solved.