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Aktuelle Probleme der Energiewirtschaft und Energiepolitik in Zentralasien

Trusin, Aleksej V. ; Giese, Ernst


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-27432
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2743/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung
Fachgebiet: Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: ResearchPaper
Zeitschrift, Serie: Discussion papers / Zentrum für Internationale Entwicklungs- und Umweltforschung ; 28
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 06.03.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Energieversorgung stellt in den Republiken Zentralasiens auf unterschiedliche Weise ein Problem dar, und dies in zunehmendem Maße. Seit die zentralasiatischen Republiken die einschneidende Rezession der 90er Jahre überwunden haben, wächst die Wirtschaft mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 5 -10 %. Dieses Wachstum zieht einen verstärkten Energieverbrauch nach sich. Seit der Unabhängigkeit hat sich die Energieproduktion in den zentralasiatischen Republiken aber kaum verändert . Nach einer UNO-Studie soll der Energieverbrauch in der zentralasiatischen Region gegenüber dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2020 um das 1,4 bis 1,7fache steigen (Aslanjan 2005). Um einen derartigen Zuwachs in so kurzer Zeit sicherzustellen, müssen die Produktionskapazitäten wesentlich erweitert werden. Dieses erfordert enorme Investitionen, die von den Republiken aus eigener Kraft nur teilweise geleistet werden können. Hinzu kommt, dass viele der vorhandenen Produktionsanlagen veraltet sind. Wie die gesamte Industrieproduktion erlebte die Energieproduktion Anfang der 90er Jahre einen Rückgang. Das Niveau von 1989 ist zumeist noch nicht wieder hergestellt.
Ein zweites Problemfeld leitet sich aus dem Sachverhalt ab, dass die Energieressourcen räumlich ungleich verteilt sind und ein regionaler Ausgleich in Form von Kompetenzgeschäften wie zu Zeiten der Sowjetunion nicht mehr stattfindet. So leiden Kirgistan und Tadschikistan unter einem starken Energiemangel, der auf Grund fehlender Devisen nicht durch Importe behoben werden kann, so dass sie sich gezwungen sehen, das vorhandene hydroenergetische Potential stärker als bisher zu nutzen und entsprechende Wasserkraftwerke mit den entsprechenden Stauanlagen zu bauen. Von dieser Entwicklung sind vor allem Usbekistan und Turkmenistan betroffen, da ihnen das Wasser, das nun von den Oberanliegerstaaten der großen Flüsse (Amu- und Syrdarja) in der kalten Jahreszeit zur Hydroenergiegewinnung genutzt wird und entsprechend aus den Staubecken abgelassen wird, in der warmen Jahreszeit fehlt, da es von den Unteranliegerstaaten für den Bewässerungsfeldbau benötigt wird.
Ein drittes Problemfeld, das mit der künstlichen Regulierung der Wasserabflüsse, dem Bau von Staubecken und Wasserkraftwerken verbunden ist, stellen ökologische Beeinträchtigungen dar. Auf der einen Seite treten im Winter an den Mittelund Unterläufen Überschwemmungen auf, so am mittleren Syrdarja in der Arnasaj-Senke (Usbekistan) und am unteren Syrdarja (Kasachstan), da die zur Regulierung des Bewässerungsfeldbaus errichteten Staubecken die Wassermassen, die von Kirgistan zur Hydroelektrogewinnung abgelassen werden, nicht zu bewältigen vermögen.
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