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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2701/


Spurensuche : Zeitgenössische Diskurse und Diskutanten über Probleme in der Reichspolitik des deutschen Spätmittelalters

Spiller, Miriam Elisabeth


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Reichsreform ; Spätmittelalter ; Politische Kommunikation ; Politische Entscheidung ; Losse, Rudolf ; Ludwig der Bayer ; Karl IV ; Wenzel
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Deutsche Landesgeschichte
Fachgebiet: Geschichte
DDC-Sachgruppe: Geschichte Deutschlands
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.06.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 28.06.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Auf dem Reichstag zu Worms im Jahre 1545 standen wichtige Angelegenheiten auf der Agenda. Unter Hinzuziehung von Experten diskutieren die Großen des Reichs sowie Vertreter verschiedener Stände die erste Reichsmünzordnung; zahlreiche Gutachten formulierten die Stellungnahmen der Kurfürsten-, Fürsten- und Stadträte zur geplanten Reichspolizeiordnung; Anträge und Suppliken spiegeln die Interessenvertretung Einzelner und verschiedener Gruppen. Ausschüsse formten sich und trugen ihre Arbeitsergebnisse vor; auf Vorschläge folgten Änderungsvorschläge, und Wortprotokolle überliefern den genauen Ablauf von Diskussionen, nehmen gar ganze Einzelbeiträge auf. Alles in allem scheinen die Zeitgenossen eine genaue Vorstellung davon gehabt zu haben, wie den aktuellen Fragen und Problemen in der Reichspolitik ordentlich und effektiv zu begegnen sei. Das Verfahren zur Meinungs- und Entscheidungsfindung lässt eine gewissen Routine der Beteiligten vermuten, wenngleich die Organisation allein natürlich keine Garantie für zügige und umfassende Lösung der reichspolitischen Fragen sein konnte. Der Kontrast zu dem, was die moderne Forschung zur Reichspolitik des 14. Jahrhunderts sagen kann und dem regelrecht institutionalisierten Ablauf des Wormser Reichstags von 1545 kann größer kaum sein. Und angesichts dessen ist es offenkundig, dass weder das Politikverständnis noch die Politikfähigkeit der Zeitgenossen oder auch nur das Interesse am Reich quasi vom Himmel gefallen sein können. Vielmehr handelt es sich um Ergebnisse eines Reifeprozesses. Wann und wo – sozial und lokal – dieser Prozess seinen Anfang genommen hat, ist der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit.