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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-26594
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2659/


Trainings-Transfer : Eine Langzeitstudie der zugrunde liegenden Prozesse

Granados Cannawurf, Ruth Alcira


pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.728 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Training , Software-Training , Trainingseffektivität , Transfer , Transferprozess
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Arbeits- und Organisationspsychologie
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.01.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 12.01.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Positiver Transfer, also die erfolgreiche Anwendung der in einem Training erworbenen Fertigkeiten in der Arbeitssituation, ist die Verbindung zwischen einem Training und der Verbesserung der individuellen Leistung bzw. der Unternehmensleistung. In den letzten zwei Dekaden hat sich die Trainingsforschung darauf konzentriert, den Lernerfolg und den Transfererfolg zu maximieren. Dabei blieben jedoch Fragen, insbesondere über die Entwicklung von erfolgreichem Transfer, unbeantwortet. Die vorliegende Dissertation hat den Trainingstransfer genauer untersucht. Dazu wurde der Transfer in einen größeren theoretischen Rahmen eingebettet und es wurde untersucht, ob dem Transfer ein kontinuier-licher Entwicklungsprozess zugrunde liegt. Diese Fragen wurden in einer Feldstudie über ein Software-Training untersucht, in der Daten für zwei empirische Studien gesammelt wurden. Teilnehmer waren 101 Mitarbeiter der Abteilung 'Sales and Distribution' der kooperieren-den Firma, die für die Einführung eines neuen Software-Systems geschult wurden.


Studie 1 beschäftigte sich mit der Entwicklung und Überprüfung eines integrativen Trainings- und Transfer-Modells, in dem Training und Transfer über eine Variable auf der Handlungsebene miteinander verbunden wurden. Der Transfer wurde differenziert entlang den Dimensionen 'Zeit' und 'Generalisierung' konzeptualisiert (kurzfristig/langfristig, analog/adaptiv). Um die Annahmen des Modells zu untersuchen, wurde ein regressions-analytischer Ansatz gewählt. Studie 1 fand eine empirische Bestätigung für die Sinnhaftigkeit des angenommenen integrativen Trainings- und Transfer-Modells, unter der Voraussetzung, dass einige Modifikationen vorgenommen werden. Außerdem ergab die Studie, dass es wichtig und richtig ist, verschiedene Arten des Transfers voneinander zu unterscheiden, weil sich die in das Modell einbezogenen Einflussfaktoren hier differentiell auswirkten.


Studie 2 beschäftigte sich mit der theoretischen Konzeptualisierung des Transfers als Prozess und der empirischen Überprüfung dieser Annahme. Dazu wurde ein Transfer-Prozess-Fragebogen (TPQ) entwickelt und die Fragebogen-Profile wurden mit einer Reihe von Transferkriterien verglichen (subjektive und objektive Transferkriterien). Die Studie bediente sich eines clusteranalytischen Ansatzes, mit dem Personengruppen mit ähnlichen Fragebogen-Profilen gebildet wurden, die dann hinsichtlich ihrer Transferleistung verglichen wurden. Die Analyse ergab, dass sich die Gruppen, die ihr Fortkommen im Transferprozess unterschiedlich beschrieben (Fragebogen-Profile), insbesondere hinsichtlich ihrer adaptiven Transferleistung unterschieden. Insgesamt stützen die Ergebnisse die Idee eines zugrunde liegenden Entwicklungsprozesses.


Abschließend wurden die Ergebnisse der beiden Studien in einem revidierten integrativen Trainings- und Transfer-Modell verbunden, das als Ausgangsbasis für die Ableitung weiterer Forschungsfragen in diesem Bereich dienen kann.