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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-24473
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2447/


Modelluntersuchungen mit Epiduralnadeln und ihren Modifikationen in Bezug auf gedachten und tatsächlichen Nadelweg

Baumann, Heiko


pdf-Format: Dokument 1.pdf (5.812 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Regionalanaesthesie , Epiduralanaesthesie , CSE , Modelluntersuchung , Nadelabweichung
Freie Schlagwörter (Englisch): regional anesthesia , epidural anesthesia , CSE , laboratory mode l, needle deviation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Anaesthesie und Operative Intensivmedizin, St. Vincentius-Kliniken gAG, Karlsruhe
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.10.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 10.11.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Rückenmarknahe Leitungsanaesthesien stellen standardisierte Verfahren dar, die heute in zunehmendem Maße in der klinischen Patientenversorgung eingesetzt werden. Auf dem Markt werden von den Herstellern eine Vielzahl verschiedener Modelle von Epiduralnadeln und deren Modifikationen zur kontinuierlichen Spinal-Epiduralanaesthesie angeboten. Diese Produkte unterscheiden sich nicht nur in der Größe des Querschnitts, sondern auch in der Form der Nadelspitze, die zur Kathetereinführung eine spezielle Konfiguration aufweisen muß. In der vorliegenden Modelluntersuchung wurden - in vier Versuchsreihen - unterschiedliche, fabrikneue Nadeln zur Epiduralanaesthesie bezüglich ihrer Abweichung von der Längsachse in Testgewebe untersucht. In einer fünften Versuchsreihe wurde der Einfluß vorheriger Benutzung (Frage der Mehrfachanwendung) der untersuchten Nadeln auf den Punktionsweg festgestellt. Wir arbeiteten mit 16G- und 18G-Periduralnadeln mit Tuohy-Schliff (Perican ®, Firma B. Braun), 18G-CSE-Nadeln mit Tuohy-Schliff (Espocan ®, Firma B. Braun) und 18G-CSE-Nadeln mit Tuohy-Schliff (Epistar ®, Firma Rüsch). Die fabrikneuen Nadeln wurden aus laufenden Serien direkt beim Hersteller bezogen; die gebrauchten Nadeln wurden im Orthopädischen Operationsbereich der St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe gAG - nach der Anwendung am Patienten - für die weiteren Untersuchungen asserviert. Die Messungen wurden mit Hilfe einer mechanischen Präzisionseinrichtung unter standardisierten Bedingungen untersucher-unabhängig durchgeführt. Die Auswahl des Testgewebes erfolgte nach ausführlichen Prüfungen unterschiedlichster Materialien auf deren möglichst hohen Grad an Vergleichsfähigkeit bezüglich einer in-vivo-Punktion. Alle untersuchten Epiduralnadeln und deren Modifikationen zeigten deutliche Abweichungen von der Längsachse in bereits sechs Zentimetern Einstichtiefe. Es ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen den untersuchten Nadeln. Ein Unterschied in dem Ausmaß der Abweichung konnte für fabrikneue und gebrauchte CSE-Nadeln nicht festgestellt werden. Eine Mehrfachanwendung ein und derselben Nadel, sofern diese Nadel keine offensichtlichen Deformierungen aufweist, scheint daher unbedenklich. Die in der Literatur angeführten Methoden zur Vermeidung einer unerwünschten Achsenabweichung müssen aus unserer Sicht mit Skepsis betrachtet werden. Die diese Technik anwendenden Ärzte sollten die von uns beschriebenen Gesetzmäßigkeiten berücksichtigen - speziell bei schwierigen Punktions-verhältnissen oder in der Lernphase dieser anspruchsvollen Anaesthesietechniken.
Kurzfassung auf Englisch: Nowadays spinal, epidural and combined spinal-epidural-anesthesia are standardized methods of regional anesthesia, which are in an increasing degree used in clinical practice. A variety of epidural needles and their modifications are available and in clinical use. These needles do not only differ concerning their caliber or gauge but also vary in the design of the needle tip, which shows a special configuration to place a catheter in the epidural space. A laboratory model was performed to determine the influence of different types of virgin epidural needles on the path the needles take as they traverse tissue. In an additional test run we analyzed the influence of a previous use on the path through tissue. We investigated a 16G- and 18G-Tuohy needle for epidural anesthesia (Perican ®, Firma B. Braun), a 18G-Tuohy-needle for combined spinal-epidural anesthesia (Espocan ®, Firma B. Braun) and an additional 18G-Touhy-needle for combined spinal-epidural anesthesia (Epistar ®, Firma Rüsch). The virgin needles were taken from a current industrial production as provided by the producer, the previously used ones were collected at the orthopedic operating theatre at the St. Vincentius Medical Center Inc. Karlsruhe. The verification by experiment was performed in a standardized way by using a precision drill press in order to make the test independent of the investigator. The selection of the test tissue was the result of extensive research on miscellaneous materials and their similarity to human tissue of that body region, where lumbal puncture is performed. Every scrutinized needle revealed a distinct deviation already after a 6 centimeter passage through the test material. Significant differences in deviation were found among the different groups of tested needles. The degree of deviation for the virgin needles compared to those previously used, was the same. Thus, more than one application of the same needle in one patient is considered to be harmless, presumed the needle is apparently straight. As to our opinion, the techniques described in the literature to prevent undesired needle deviation must be regarded skeptical. Those physicians that practice epidural anesthesia should consider the regularities described above - especially when difficult anatomy circumstances are met or when learning this challenging anesthetic technique.