Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-23988
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2398/


"Lepusculus domini, erotic hare, Meister Lampe" : Zur Rolle des Hasen in der Kulturgeschichte

Gehrisch, Birgit


Originalveröffentlichung: (2005) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
pdf-Format: Dokument 1.pdf (38.885 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geschichte der Medizin
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Geschichte
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 28.09.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Untersuchung der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Hasen beginnt in prähistorischer Zeit. Älteste archäologische Zeugnisse stammen aus der jüngeren Altsteinzeit. Neben der Darstellung des Hasen an einer Felswand in der Höhle von Gabillou in Frankreich finden sich Beispiele paläolithischer Kleinkunst in Form von Gravierungen sowie als Tierplastik im Höhlensystem von Isturitz. Diese Bildnisse des Hasen vermitteln einen Eindruck faszinierend-genauer Naturbeobachtung der Paläolithiker und deren intellektueller Fähigkeit, ihre Umgebung kognitiv zu erfassen und im Symbol umzusetzen.


Deuten im Paläolithikum archäologische Fundzusammenhänge eines fragmentarisch erhaltenen Werkstückes mit der Darstellung des Hasen lediglich auf religiöse Haltungen und kultische Handlungen der Eiszeitmenschen hin, konnte einer der bezeichnendsten und bedeutungsvollsten Bestandteile des Kultes, nämlich das Tieropfer, in Verbindung mit dem Nachweis der rituellen Totenbehandlung in der Jungsteinzeit aufgezeigt werden. In diesem Sinne weist der Fundkontext des Hasen in einem Hockergrab auf die absichtliche Deponierung des Tierkörpers als Speisebeigabe für den Bestatteten hin. Afrikanische Felsbilder neolithischen Ursprungs liefern weitere historische Dokumente mit treffend wiedergegebenen stilisierten Hasen sowie der Darstellung des Tieres in Form einer anthropomorphen Gestalt.


Funde aus der Kupferzeit des kleinasiatischen Kulturraums stammen vor allem aus dem Bereich der Glyptik und bekunden durch die Interpretation der Bildflächen verschiedener Stempel- und Rollsiegel die Rolle des Hasen, die er als heiliges Tier in der religiös-mythischen Vorstellungswelt der Hethiter einnahm.
Bezüglich der Bedeutung des Tieres in geschichtlicher Zeit gilt das Interesse zunächst seiner Stellung im tiergestaltigen Kosmos der ägyptischen Hochkultur. Einige Bilderzyklen aus Gräbern in Theben bestätigen, dass die Ägypter einen durchaus alltäglichen Umgang mit dem Wüstenhasen als jagdbares Tier pflegten, wobei die szenischen Darstellungen des Alltagslebens in Form von Grabmalereien den Verstorbenen begleiten und erfreuen sollten. Allgegenwärtig war die Gestalt des Hasen im alten Ägypten auch in der Hieroglyphenschrift und zwar als Mehrkonsonantenzeichen mit dem festgelegten Lautwert 'wn', der im Sinne eines Hilfsverbs mit 'sein' und 'öffnen' zu übersetzen ist. Die Häsin als Attribut der Gottheit 'Unut', der Patronin des 15. oberägyptischen Gaus dürfte als weibliche Gestalt im Pantheon der ägyptischen Mythologie das Prinzip der Fruchtbarkeit vertreten haben. Dargestellt wird in diesem Zusammenhang auch die in Forscherkreisen umstrittene kultische Bedeutung des Hasen in Bezug auf den ägyptischen Gott 'Osiris' sowie seine Verbindung zu 'Thot', dem Gott des Mondes, der in der Historie sekundär durch veränderte religiöse Glaubensvorstellungen die göttliche Führungsrolle im 15. oberägyptischen Gau einnahm.


Die im ägyptischen Kulturkreis angeklungene Verbundenheit zwischen Hase und Mond durchzieht auch entsprechende Überlieferungen aus verschiedenen Teilen der Welt, wobei nicht nur eine visuelle Deutung der Mondflecke als Hasenumriss den assoziativen Erzählungen zugrunde liegt. Anhand der Texte lässt sich vielmehr ableiten, dass der Hase als lunares Symbol unterschiedliche Sinngehalte impliziert.

Die Interpretation verschiedener Tradierungen aus dem Orient lassen ihn in erster Linie als ein Sinnbild der Selbstaufopferung erkennen, er erhält jedoch indirekt weitere Symboleigenschaften dadurch, dass der Mond selbst im magischen und bildhaft-religiösen Denken asiatischer Völker eine besondere Rolle spielt. Vor diesem Hintergrund symbolisiert der Hase hauptsächlich Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Auferstehung. Im chinesischen Schrifttum wird zudem der Farbe des Tieres eine besondere Bedeutung beigemessen. So verkörpern weiße und rote Hasen Göttlichkeit und stehen sinnbildlich für Frieden und Wohlstand, während schwarzgefärbte Hasen das 'Licht in der Finsternis' repräsentieren.


In altmexikanischen Bilderhandschriften ist der Hase ebenfalls als lunares Symboltier, ja als besonderes Zeichen der Mondgötter, welche Wachstum bedingen und reiche Ernte versprechen, nachgewiesen. Überlieferungen aus dem Bereich der Mythologie nordamerikanischer Indianerstämme dokumentieren den Glauben der amerikanischen Ureinwohner an die Rolle des Hasen als Schöpfer der Welt, von Sonne und Mond und als Herrscher über den Wind.

Unter dem Aspekt eines Kulturheros wird der 'Große Hase' als Wächter über die Nationen sowie als Begründer und Schutzheiliger der religiösen Stammesrituale verehrt. In der Tradierung nordamerikanischer Märchen dominiert die Vorstellung vom Hasen als listiges, schnelles Tier. Afrikanische Erzählungen geben dagegen eher das Bild eines trickreichen aber furchtsamen Geschöpfes wieder.

Als eng verknüpft mit der Geistes-, und Vorstellungswelt bestimmter Kulturkreise sind auch die aufgeführten unterschiedlichen Sagen zu werten, die sich um das Sternbild des Hasen ranken. Mit einer Konstellation aus etwa zwanzig Einzelsternen vervollständigt der Hase neben Orion, dem Großen und dem Kleinen Hund die Jagd am Firmament. Durch seine Position 'zu Füßen' des Jägers wird er in den Sternsagen im Allgemeinen als Jagdwild gedeutet. Seine Versetzung an den Himmel verdankt er in einigen Erzählungen jedoch auch seinen zugeschriebenen Eigenschaften, wie Fruchtbarkeit oder Schnelligkeit.


Die tradierte Fruchtbarkeit, der Geschlechtstrieb und die Fortpflanzungsfähigkeit des Tieres, welche antike Autoren ausführlich schildern, ist denn auch bezeichnend für seine Rolle in der griechisch-römischen Mythologie.

Als 'animal salacissimum' wird er zum heiligen Tier der Göttin Aphrodite, zum Attribut von Eros und aufgrund gemeinsamer erotischer Komponenten zum Spielgefährten von Satyrn, Silenen und Mänaden. Aufgrund entsprechender Analogien gehört der Hase auch untrennbar zum Gefolge des Dionysos und kennzeichnet, in den bacchischen Bilderkreis eingegliedert, die sinnenfrohe, heitere und zwanglose Welt. Sein aphrodisisches Wesensmerkmal, seine offenkundige Symbolik für Lebenslust und Verliebtheit führte darüber hinaus dazu, sein Wesen mit der Kraft des Liebeszaubers auszustatten, ihn als klares Symbol der Liebe zu betrachten. Die Bedeutung dieses 'erotic hare' und dessen sinnbildliche Verbindung mit Göttern und mythischen Gestalten kann anhand von Bildwerken ebenso verdeutlicht werden, wie die Destination als symbolisches Geschenk im Zusammenhang mit der Liebeswerbung.
Aus Bildzeugnissen ist zudem ersichtlich, dass der Hase neben seiner prävalenten Rolle als Liebessymbol naturgemäß auch als Symbolfigur für Schnelligkeit sowie als Attribut der personifizierten Jahreszeiten Herbst und Winter gesehen wurde.


Literarische und bildliche Überlieferungen weisen außerdem auf seine Beliebtheit als Nahrungsmittel hin und zeugen in ihrer Vielzahl von der Leidenschaft für die Hasenjagd in der Antike, deren Bedeutsamkeit im Zusammenhang mit den seinerzeit praktizierten Jagdmethoden aufgezeigt wird. Im Rahmen der Schilderung der natürlichen Feinde des Hasen ist dargelegt, dass das Motiv des Hasen schlagenden Adlers Symbolcharakter besitzt und als stolzes Zeichen des Sieges und der Macht interpretiert werden kann. Aus Belegen der motivischen Umsetzung in der klassischen Literatur konnte zudem die Verbindung zwischen Artemis, der Göttin der Wildnis und Gebieterin über Leben und Tod und der Häsin als schutzbefohlenem Tier nachgewiesen werden. Modifiziert in ihrem Wesen und mythologisch mit der römischen Jagdgottheit Diana vereinigt, wurde die Herrin der Tiere zur reinen Göttin der Jagd, der mit Opfergaben, wie etwa dem Hasen als Jagdbeute, gehuldigt wurde.
Bedeutend war das Tier im alltäglichen Leben jedoch nicht nur als Jagdwild, vielgestaltig war auch die Verwendung fast aller Teile des Hasen zu therapeutischen Zwecken im Bereich der Volksmedizin sowie seine Anwendung in der magischen Heilkunst.


Divergierend zu der beschriebenen Wertschätzung im griechisch-römischen Kulturkreis ist die Bewertung des Hasen im Judentum. Als Grundlage zur Beurteilung dienen im jüdischen Glauben zwei Bibelstellen des Alten Testaments. Im Pentateuch wird er im Buch Levitikus zu den unreinen Tieren gezählt, da er nur einem der beiden mosaischen Reinheitskriterien für essbare Tiere entspricht. Des Weiteren ist ein ausdrückliches Verbot für den Genuss von Hasenfleisch im Buch Deuteronomium verankert.
Diese systematische Einordnung des Hasen in der Heiligen Schrift wird durch Moraltheologen seit jeher kontrovers kommentiert und diskutiert, da einerseits eine naturwissenschaftlich offensichtlich falsche Zuordnung des Hasen zu den Wiederkäuern im Bibeltext festgelegt ist, andererseits die Einteilung der Tiere überhaupt sowie der Zweck der Reinheits- und Speisegesetze Anlass zu den unterschiedlichsten theologischen Exegesen gibt. Der Fragestellung zur hintergründigen Motivation sind verschiedene Theorien gewidmet.


Demnach würde der Hase entweder in der Tradition der allegorischen Auslegung als Sinnbild der Furchtsamkeit und der 'Geilheit' zu den unreinen Tieren gezählt, während reine Tiere die Tugenden widerspiegelten, wäre auf der Basis eines totemistischen Hintergrunds als ehemaliges Totem eines Volksstammes tabu, oder hätte als vormals heiliges Tier einem fremdem Kult angehört, was die Grundlage des späteren Verbotes ausmachte. Nicht auszuschließen sind zudem ernährungspraktische, ökologische sowie ökonomische Zwänge, welche zur Einschränkung des Speiseplans geführt haben könnten.


Zugang zur Deutung des Hasensymbols im Christentum vermitteln neben Schriften der Kirchengelehrten vor allem zwei Textstellen der Bibel aus dem Neuen Testament, welche maßgeblich den Symbolgehalt bestimmen. Patristische Untersuchungen der griechischen und lateinischen Exegese liefern bis in die Neuzeit hinein verschiedene Ansätze zur Auslegung der Bibeltexte, übereinstimmend lassen sie jedoch den Schluss zu, dass der Hase ursprünglich allgemein auf den in seinen Leiden und Sünden verstrickten Heiden, vor allem auf den Katechumenen gedeutet werden kann, der zum Glauben findet, zu Christus kommt. Interessanterweise wird Moses in einem Schrifttext des Kirchenvaters Hieronymus explizit als 'lepusculus domini' bezeichnet und wäre demnach katexochen der Katechumene des Herrn. In der Patristik symbolisiert das Tier aber auch den Sünder, den schwachen Christen oder den schlichten Frommen, der beim Fels Christus, der Kirche, Zuflucht nimmt. Abermals wurde der Weißfärbung des Hasen besondere Bedeutung beigemessen, indem der Mailänder Bischof Ambrosius darin ein Sinnbild für Wandlung und für die Auferstehung sah.


Das fortdauernde ambivalente Gepräge des Tieres im Mittelalter, die koexistente Betrachtung seines realen Lebens verbunden mit einem implizierten religiösen bzw. allegorischen Sinngehalt, kann jedoch nicht nur auf biblische Traditionen zurückgeführt werden. Einfluss auf die Tiervorstellungen des Abendlandes nahm insbesondere auch der 'Physiologus', ein theologisch-naturkundliches Werk, das als eine Art 'Volksbuch' der Urchristenheit mit seinen bildhaft symbolischen Interpretationen der Erscheinungsformen real existierender Tiere und Fabelwesen sowie seinen Gleichnissen für das Wirken Gottes noch tausend Jahre nach seiner Entstehung um ca. 200 n. Chr. eine Rolle spielte.
Vor diesem Hintergrund wird verständlich, dass ganz besonders auch die Darstellungen von Tieren gleichnishaft verstanden wurden. Dem Bild des Hasen kommt demgemäss in der mittelalterlichen und nachmittelalterlichen Ikonographie ebenfalls eine verschiedenartige symbolische Bedeutung zu. In diesem Sinne wurde auf die Symbolik der 'Drei-Hasen-Bilder' eingegangen, welche auf der Ebene der christlichen Tradition überwiegend als Sinnbild der Dreifaltigkeit Auslegung fanden. Daneben wurde das Motiv aber auch als Blitzzeichen gesehen, in Anbetracht der nachgewiesenen Vierpassmedallions als künstlerische Variante in der Ornamentik aufgefasst oder mythologisiert als kreisende Bewegung des Mondes verstanden.


In weiteren Ursprungsbestimmungen wurden Beziehungen zur Zeitordnung, zum Würfelspiel oder zum Osterbrauchtum nachgewiesen. Ikonographische Deutungen hat das Tier weiterhin auch im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Kunstwerken erfahren, die es gemeinsam mit Christus, Maria oder der Heiligen Familie als Hauptmotiv zeigen. Als künstlerisches Detail hinsichtlich der christologischen Symbolik ist der Hase als Sinnbild des verfolgten Herrn, allegorisch für der Auferstehung und als Füllmotiv interpretiert worden. In Verbindung mit Themen aus dem Leben der Gottesmutter ist er mehrmals als Requisit beim Sujet der Heimsuchung zu sehen und hierbei als Symbol gesegneter Fruchtbarkeit zu werten oder er bringt als Spieltier in venezianischen Hirtenstücken die harmonische Übereinstimmung von Mensch und Natur zum Ausdruck. Synonym seiner Bedeutung als Fruchtbarkeitssymbol auf den Marienbildern erscheint der Hase auch als künstlerische Beigabe im Zusammenhang mit dem Motiv der Heiligen Sippe.


Neben den mittelalterlichen Gemälden, die ikonographisch eine Anspielung auf die Fruchtbarkeit spendende Natur dokumentieren, sind andere vorhanden, in denen das Tier als Symbolfigur für menschliche Laster fungiert.


Als Verkörperung des sanguinischen, heißblütigen Temperaments und damit zugleich des Lasters der Luxuria, der Unkeuschheit, ist er häufig auf Bildern des Sündenfalls dargestellt. Seine Präsenz auf religiösen Historienbildern, die Impressionen von sinnlicher Begierde zum Ausdruck bringen, ist ebenso auf das ihm zugeschriebene erotische Gepräge zurückzuführen, wie etwa seine Anwesenheit bei der personifizierten Darstellung der Ausschweifung. Moralisierende, sozialkritische Absichten können für die in Bilder umgesetzte 'Verkehrte Welt' angenommen werden. Unter den burlesken bzw. grotesken Szenen, die sich vielgestaltig als marginale Zeichnungen in mittelalterlichen Handschriften wiederfinden, ist das Motiv des Hasen mit menschlicher Beute als widersinniges Jagdgeschehen keine Seltenheit. Als einzigartig hat sich dagegen der allegorisch komponierte Jagdfries an der Stiftskirche in Königslutter erwiesen, zu dessen Bildprogramm ebenfalls Hasen mit einem besiegten Jäger gehören.


Neben den sinnbildlich aufzufassenden Jagddarstellungen konnten zahlreiche literarische und bildliche Dokumente zusammengestellt werden, die den Hasen als genuines Jagdwild wiedergeben. Zeugnis vom praktischen Umgang mit ihm als jagdbares Wildtier legte im 14. Jahrhundert Gaston Phoebus in seinem literarischen Lebenswerk, dem 'Livre de la Chasse' ab, in dem er alle ihm bekannten Methoden der höfischen Hasenjagd beschrieb. Weitere nachgewiesene Bilddokumente des mittelalterlichen Waidwerkes finden sich im Zusammenhang mit den farbenprächtigen Miniaturen der 'Autorenporträts' im Codex Manesse sowie in Form von Episodendarstellungen des Alltagslebens in liturgischen Büchern. Aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt die erste bedeutende Jagdszene in der Tafelmalerei, welche ebenfalls eine Hasenhetze vor Augen führt. Waren die Jagdgeschehen auf den Gemälden zunächst eher beiläufig integriert, so zeichnete sich in den 30er und 40er Jahren des 15. Jahrhunderts in Deutschland eine intensive Auseinandersetzung mit dem Naturvorbild und eine Vorliebe für die naturalistische Tierdarstellung ab, wobei der Werdegang der Tierstudie mit Dürers berühmtem Aquarell der 'Feldhase' aus dem Jahr 1502 zweifellos einen Höhepunkt erreichte, an den bis ins frühe 17. Jahrhundert Dürer-Kopisten mit einer Vielzahl von Reproduktionen anknüpften.


Aus Dürers Tierdarstellungen entwickelte sich aber auch um die Mitte des 16. Jahrhunderts die zoologische Illustration in den Tierbüchern, die effektiv mit der Erfindung des Buchdruckes einsetzen konnte. Als eines der bedeutendsten Werke der Renaissancezoologie kann das enzyklopädische Tierbuch von Conrad Gesner, die 'Historia animalium', angesehen werden, das mit seiner umfassenden naturhistorischen Beschreibung der Tierwelt wissenschaftsgeschichtlich eine Zusammenschau darstellt. Ergänzend zum Text enthält das Werk zahlreiche Holzschnitte, die das jeweils beschriebene Tier im graphischen Schema seiner Artmerkmale abbilden. In Bezug auf den Hasen enthält das Tierbuch neben umfangreichen kompilatorischen Schilderungen literarisch tradierter Eigenschaften mehrere Seiten, auf denen die Gewinnung von Heilmitten aus sämtlichen Teilen des Tieres und deren volksmedizinische Verwendung angegeben sind sowie eine Rubrik über den fabelhaften 'Lepus cornutus', den gehörnten Hasen, dessen Existenz als kuriose Naturseltenheit fortan noch jahrhundertelang in der Naturgeschichte und Jagdliteratur überliefert wurde.


Neben der Methodik der literarisch-enzyklopädischen Weitergabe entwickelte sich auf der Grundlage tradierter Vorstellungen auch die Emblematik als eine neu geschaffene Kunstform der Renaissance und des Barockzeitalters. Als Schöpfer der Gattung der Embleme gilt Andrea Alciati, dessen entworfene Sinnbilder und Epigramme 1531 in dem 'Emblematum liber' erscheinen. Alciatis charakteristischer, dreiteiliger Anlage des Emblems, mit einer jeweiligen Inscriptio, Pictura und Descriptio, welche die Doppelfunktion des Darstellens und Deutens, des Abbildens und Auslegens übernehmen, gleicht der Aufbau unzähliger Emblembücher, die auf das 'Emblematum liber' folgen. Abermals inspirierten überlieferte Anschauungen wie die übermäßige Fruchtbarkeit der Häsin oder die Vorstellung vom Hasen, der mit offenen Augen schlafen soll, zur emblematischen Gestaltungskunst.


In den Kontext der sinnbildlichen Deutung des Tiergeschehens gehört auch die Tierfabel, die zu den ältesten, illustrierten Gattungen der Weltliteratur zählt und als deren Urschöpfer Aesop angesehen wird. Kennzeichnenderweise stellt die Fabel als Tierdichtung nicht nur eine kurze Erzählung dar, in der sprechende Tiere menschliche Verhaltensweisen verkörpern, sondern sie enthält auch eine, aus der Geschichte abzuleitende praktische Lebensweisheit bzw. eine moralische Belehrung als Quintessenz des Stoffes. Anhand einiger Beispiele aus der allegorisch-didaktischen Fabelliteratur wird aufgezeigt, wie der Hase mit seinen tradierten physischen und psychischen Eigenschaften, beispielsweise Schnelligkeit und Furchtsamkeit, ganz selbstverständlich als Akteur innerhalb der Tierkonstellationen der Fabel auftritt. Dies gilt insbesondere auch für das inhaltlich auf den aesopischen Fabelkorpus und die Struktur des Emblems aufbauende Fabelwerk des Jean de La Fontaine, das 1668 erschien und zu den Hauptwerken der französischen Klassik zählt. Besondere Bedeutung erhält die Fabelsammlung La Fontaines nicht zuletzt auch wegen der bis in die Neuzeit hinein reichenden, kaum unterbrochenen Tradition der Edition sorgfältig illustrierter Ausgaben, zu deren Höhepunkten im 19. Jahrhundert eine von Grandville ausgestattete Auflage zählt. Die Form der Tier-Mensch-Karikatur, für die Grandville so berühmt ist, lässt sich hinsichtlich des Hasen weniger bei der Bebilderung von La Fontaines Fabeln nachweisen, am deutlichsten tritt sie im Zusammenhang mit seinen Lithographien der 'Métamorphoses du jour' auf, einer beißenden Satire auf die Sitten der französischen bzw. der Pariser Gesellschaft aus dem Jahr 1829.


Unter der Maske einer Vermenschlichung der Tierwelt mit feststehenden Helden, ihnen zugewiesenen Eigenschaften und Handlungsmustern, entfaltete sich die parodistische sozialsatirische Epik auch in der Tradition des Tierepos, zu dessen Tierpersönlichkeiten einmal mehr der Hase, im Epos 'Meister Lampe' genannt, zählt. Zunächst wird die literarische Entwicklung des verbreitetsten Tierepos des europäischen Mittelalters, des romanhaften 'Reineke Fuchs', von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zu Goethes Versepos von 1794 skizziert, um schließlich anhand der von Wilhelm von Kaulbach illustrierten Reineke Fuchs Ausgabe aus dem Jahr 1846 die eigentliche Handlung des Reineke-Corpus und das Schicksal Lampes in Goethes Werk nachzuzeichnen.


Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass der Hase in vielen Kleinformen der Volksliteratur von Bedeutung ist und in diesem Sinne eine außergewöhnliche Rolle im Volksaberglauben spielt. Neben der Vorstellung von geisterhaften Geschöpfen, dämonischen Zauberwesen und Hexen in Hasengestalt, ist im Aberglauben insbesondere die Überzeugung verankert, dass durch das Erscheinen dieses Tieres Unglück, Krankheit, Tod und Feuerbrunst angekündigt werden. Die Hintergründe für die Popularität, die der Osterhase als Eierbringer im Brauchtum Deutschlands erlangte, wurden in einem weiteren Kapitel erörtert. Neben Erklärungen zum Ursprung der heutigen Volkssitten, die sich an das Osterei knüpfen, wurden im Rahmen der Überlegungen zur Frage nach Herkunft und ursprünglicher Bedeutung des volkstümlichen Osterhasen rationalistisch-ökonomische Erklärungen, mythologische Zusammenhänge sowie symbolische Deutungen wiedergegeben.


Die behandelten Themenkreise ergänzend, wurde abschließend auf die gegenwärtige Bestandsituation des Feldhasen eingegangen, wobei die Frage nach der Ursache des seit mehreren Jahrzehnten bundesweit zu beobachtenden Populationsrückgangs dieser Niederwildart ein Kernthema des Abschnittes darstellte. Vor dem Hintergrund der Annahme, dass ein multifaktorielles Gefüge für den Rückgang der Hasenbesätze verantwortlich zu sein scheint, werden verschiedene Umweltbedingungen wie Veränderungen des Klimas, der Landschaft sowie der Dichte der Beutegreifer diskutiert.
Kurzfassung auf Englisch: This study of the hare´s relevance within the framework of cultural history takes prehistorical times as its starting point. Earliest evidence, provided by archaeology, dates back to the paleolithic period. In addition to the pictorial representation of the hare, encraved in a wall of rock in the cavern of Gabillou in France, there are to be found in the Isturitz cave system examples of paleolithic art in the form of both engravings and sculptural representations of animals. These images give us an idea of paleolithic man as a keen observer of nature, endowed with the intellectual potential to recognize his environment and to translate it into symbols. The archeological findings dating from the paleolithic period, of a fragment of the sculptural representation of a hare point only to religious attitudes and ritual acts performed by glacial man. However, one of the most typical and meaningful elements of their cult, the sacrifice of animals, as it were, could be demonstrated, and it could be proved that ritual treatment of the dead did exist in the neolithic period. In this sense the finding of the hare in a flexed burial site points to the intentional deposit of the animal, intended to serve as food for the person buried. We have african stone carvings of Neolithic origin providing further historical documents with well - done stylisations of hares and the representation of the animal in antropomorphous shape.


Finds dating back to Asia Minor´s neolithic age come from the field of the glyptic. The interpretation of the images contained on coining or roller stamps inform us of a variety of roles played by the hare in the Hittites´ mythic world. As the animal´s roles with times of recorded history, the study focuses first on its place in the animal - governed cosmos of Egypt´s advanced civilisation. Some series of images found in Thebaic graves confirm our assumption that the Egyptians dealt with the desert hare as huntable game. Scenes taken from every day life in sepulchral paintings were to accompany and please the deceased. In ancient Egypt´s hieroglyphic working the shape of hare was omnipresent, too. It served as a symbol for a multi - valve consonant with the clearly defined phonetic value of 'wn' to be translated in the sense of an auxiliary meaning 'to be' or 'to open'.


The female hare, as an essential characteristic of the deity 'Unut', patron saint of the 15 th upper-Egyptian district might, as female in the pantheon of Egyptian mythology, have stood for the fertility principle.
Objects of analysis are also both the ritual importance of the hare, controversially discussed in scientific circles, with regard to the Egyptian deity 'Osiris', and its links to 'Thot' the moon god who, due to changed religious notions, assumed the leading position in the 15 th district´s pantheon of gods.


The interlinkeage between the hare and moon, suggested in Egyptian culture is omnipresent as well in the respective traditions in various parts of the world with not only visual interpretations of lunear maculae having hare-like contours forming the basis of tales based on associations. The text allow of interpretations of the hare, as a lunear symbol, implying a variety of meanings.


Various Oriental traditions show the hare primarily as a symbol of self-sacrifice, it indirectly assumes further symbolic meanings through the hare´s special role in the magic pictorially-religious thinking of asian peoples. Against this background the hare stands mainly for fertility, rebirth, and resurrection.


Chinese literature, additionally, attributes special importance to the animal´s colour. Thus, white and red hares stand for divinity and symbolize peace and prosperity, whereas hares with black furs stand for 'brightness in darkness'. In pictographies of ancient Mexico the hare, too, is proved to function as a lunar symbol, even as a specific sign of the lunar deities responsible for growth and rich crops.
The myth of North American Indians are documentations of the fact that they saw the hare as the creator of the world, of sun and moon, and as the ruler of the winds. In his function as a cultural hero the 'Great Hare' is worshipped as protector of the nations, as founder and patronsaint of tribal rites. In Indian oral tradition exists the idea of the hare as a witty, swift animal. In African tales, however, the hare functions as a timid, tricky animal. As interlinked with the mental worlds of various cultures may be seen the different sagas centered around the astronomic constellation of the hare. With a group of about twenty individual stars the hare completes, together with Orion , Canis Major and Canis Minor the mythological hunt in the nightly skies. Owing to his placement at the hunter´s feet the hare is given the role of a huntable game in stellar mythology. In same tales, however, it owes its transfer to the skies to characteristics to it, such as fertility or ascribed swiftness. It is only logical, then, that its fertility, its sexual urge handed down to us by detailed descriptions of ancient writers should be typical of the role it plays in the mythologies of ancient Greece and Rome. As 'animal salacissimum' it became the holy animal of Aphrodite, a feature of Eros, and, due to common erotic elements, it became the playmate of satyrs, silenes and Maenads. Respective analogies give the hare also its inseparable place in the entourage of Dyonys and marks incorporated into the circle of bacchic images, the serene sensuous and unconstrained world. Its Aphroditic features, its obviously symbolizing joie de vivre and amorousness lead to endowing it with the magic powers of love, to see it as distinct symbol of love. The meaning of this 'erotic hare' and its symbolic link with deities and mythological figures can be demonstrated though pictorial representations just as can be pointed out its function as symbolic present in connection with courting. Pictorial evidence additionally proves that the hare, beside its prevalent role as love symbol, can be seen, as well, as a symbol of swiftness and as a attribute of the personified seasons, autumn and winter. What is more, literary and pictorial tradition point to the hare as being a favourite means of nutrition and in their majority they testify to the hunting passion in the ancient world, whose importance in connection with the hunting techniques as then practised is pointed out. Within the framework of the depiction of the hare´s natural enemies it is demonstrated that the image of the hare-killing easely has symbolic relevance and can be interpreted as a proud sign of victory and power. A link between the deity of wilderness and master of life and death,
Artemis, as it were, and the female hare as an animal under her protection, could be pointed out from documents testifying to its motivic translation in the literature of the classical age. In modified form and mythologically united with Diana, the deity of hunting, the master of the animal world became the deity of hunting, who is worshipped with sacrifices such as the hare as hunting prey. In everyday life the animal gained importance not only as an object of hunting. The hare´s different parts were used for therapeutical purposes and also in the realm of magic healing.


In contrast to the hare´s appreciation as described above, stands its assessment by Judaism. Two passages from the Old Testament form the basis of this evaluation. The Pentateuch counts it among the unclean animals since it meets only with one of the Mosaic criteria of cleanness of edible animals. Deuteronomy explicitly bans the eating of the hare´s meat. This systematic categorization of the hare in the Holy Scriptures has always led to controversy among moral theology as, on the one hand, the hare is by scientifically wrong definition, placed among the ruminants in the Bible, on the other hand the categorization of the animals and the purpose of the commandments relating to food and cleanness have provoked a variety of theological interpretation.
As to the underlying motifs for this fact various theories are offered.
Against the background of such reasoning the hare would, in the tradition of allegorical interpretation, be interpreted as counting among the unclean animals as a symbol of timidity and voluptuousness. Clean animals, however, would reflect the virtues, would be tabooed as former totems or would belong, as a formerly sacred animal, to an alien cult which would form the basis of a later ban. Not excluded can be constraints in relation with nutritional, ecological or economic aspects which might have led to dietary restrictions. Apart from the writings of the Early Fathers it is primarily two passages in the New Testament which provide access to the understanding of the hare´s symbolic meaning. In our days patrological studies of both Greek and Latin exegeses have offered various approaches to the interpretation of biblical texts. They all allow of the conclusion that originally the hare pointed to a protagonist, entangled in suffering and sin, that it can be interpreted as the catechumen who finds his way to Christ. It is interesting that Moses, in a Hieronymus text is explicitly called 'lepusculus domini' which would make him the Lord´s own catechumen. In Patristic texts, however, the animal stands also for the sinner, the weak Christian or the humble pious man who takes his refuge to Christ the solid rock. Again the white fur of the hare was endowed with special meaning since the bishop of Milan, St. Ambrose, saw in it the symbol of resurrection. The animal´s ambivalence, the symbolic interpretation of its real life can be reduced not only to Biblical traditions. A book with the title 'Physiologus', based on a mixture of theology and biology, a popular book of the first Christians, exerted some influence of the occident´s view of animals. With the symbolic interpretations of animals existing in reality and in mythology, and with similes pointing to God´s actions it was of importance even after 1000 years of its existence, 200 a. C. as it were. Thus it becomes clear that the animal representations were seen as similes. In mediaeval and post-mediaeval iconography, too, the hare acquires symbolic dimensions. In this context the 'Three-Hare-Images' were discussed. This image was seen as the symbol of trinity. It was, however, also seen as an artificial variant of ornamental style or as the circular movement of the moon. Further origins were seen in links between the hare and units of time, games of dice, and Easter rites. The animal has further seen interpretations in connection with a multitude of works of art, where it is shown as a central motif in connection with Jesus, Mary, or the Holy Family. As a detail in works of art the hare is the symbol of the Lord prosecuted, as an allegory of resurrection or simply as a filler. In connection with themes centering around the Holy Mother it has frequently been seen as a detail in depicting affliction and could herein be seen as symbolizing fertility. It also expressed, as a children´s pet in pastoral plays of Venice, harmony between humans and nature. It also appeared, synonymous with the its symbolizing fertility, as an artistic detail in connection with the motif of the Holy Kin. Apart from mediaeval paintings iconographically alluding to fertility-giving nature we have some in which the hare is the symbol of human vice. Frequently the hare appears in paintings representing the Fall, standing for hotbloodedness and thus as a the symbol of vice and lewdness. Its appearance in historical paintings of religious themes, depicting lust can be explained in terms of the erotic context in which the hare is seen as, for example, in personified representations of debauchery. In paintings representing 'worlds turned upside down' intentions to moralize or to express social criticism may be seen as underlying motifs. The motif of the hare with human prey, existing in many burlesque or grotesque mediaeval manuscripts is no rarity. The allegorical string-course with motifs from hunting life in the collegiate church of Königslutter, showing hares with a defeated hunter, may be considered as being unique. In addition to symbolic hunting scenes numerous documents from literature and the world of painting could be shown, depicting the hare in its role as game. Gaston Phoebus, 14 th century, in his literary oeuvre 'Livre de La Chasse' shows how the hare was dealt with as huntable game through his description of all mediaeval hunting methods known to him.


The Manesse Manuskript contains further evidence of mediaeval hare hunting, so do liturgical books in their scenes showing everyday episodes. The first major hunting scene is to be found in panel painting from the 15 th century, also showing how hares are hunted. First serving as a marginal decorum it shows signs of more sophisticated dealing with its natural details, with A. Dürer´s 'Hare' from 1502 marking a climax in the pictorial representation of the hare which had many imitators into the early 17 th century. Dürer´s Hare was also the starting point, around the middle of the 16 th century, of illustrations in books dealing with zoology, stimulated by the invention of printing. Conrad Gessner´s 'Historia Animalium' must be seen as one of the outstanding works of Renaissance zoology with its comprehensive synopsis of the animal world based on scientific knowledge. The text is supplemented by numerous wood-carvings. It also gives information relating to their distinctive features and to the use of its individual parts as remedy for various diseases.


In the book can be found also the mythological 'Lepus Cornutus', the hare with horns, whose existence was to linger around for centuries both in natural history and hunting literature. The creation of emblems on the basis of ideas handed down from the past emerged as a new form of artistic expression in the Renaissance and Baroque periods. Andrea Alciati is considered to be the father of this new art form. His symbols and epigrammes appeared in the 'Emblematum Liber' in the year 1531. The structure of countless books on emblems, following the Emblematum Liber goes back to Alciati´s arrangement in three parts with its Inscriptio, Pictura and Descriptio to performing the functions of representation and interpretation. Emblematic art drew much of its strength from characteristics of the hare as they were handed down through tradition: the hare´s exuberant fertility and the notion that the hare could sleep with its eyes wide open.


The fable with animals being the actors counts among the oldest illustrated genres of world literature and belongs into the context of interpretations of animal life. It is typical of the fable as animal literature that it is not only a brief tale with speaking animals standing for human behaviour, it moreover contains, as the heart of the text, a moral. Through some examples from allegorical and didactic fables it is demonstrated how the hare with its traditionally reported physical and psychological features, such as swiftness and timidity, appears as universally accepted acting individual in the arrangement of acting animals in such stories. This goes first of all for the fables written by La Fontaine, printed in 1668 and based on Aesop. La Fontaine´s collection of fables derive their particular importance from the fact that they were edited and reprinted into modern times with Grandville´s illustrated edition having its climax in the 19 th century. The genre of the animal-human cartoon, so famous with Grandville, can be proved less in La Fontaine´s illustrations of his fables but most explicitly in his lithographs of the 'Metamorphoses du Jour', a biting satire on the life-style of the Paris society in 1829.


Under the mask of a humanized animal world with a fixed set of heroes characteristical features and patterns of acting attributed to them a narrative tradition emerged, based on satire and parody and 'Master Lampe' became an accepted member of this pantheon of humanized animals. The literary emergence of the best-known mediaeval animal epic, the epic of 'Reineke Fox', endowed with traits of the novel, is sketched out in its development from the middle of the 12 th century to Goethe´s verse epic of 1794. Finally based on the 'Reineke Fox edition' from 1846, illustrated by Wilhelm Kaulbach, the plot of the Reineke corpus and Lampe´s fate in Goethe´s book come under inspection. The hare´s relevance for many minor forms of folk literature could be proved and it could be demonstrated that it plays an unusual role in popular beliefs. The notion of spectral creatures, evil spirits, and witches, appearing as hares and especially the conviction that the hare´s appearance announces mischief, illness, death, and fire, are deeply rooted in superstitious beliefs.
A further chapter deals with explanations for the 'Easter Hare´s' popularity as an animal bringing eggs, a role the hare plays in German folk traditions. Explanations of the origins of folklore connected with the easter egg were given and interpretations of the origins and the original meaning of the 'Easter Hare' were offered, largely based on aspects of rationalism, the economy, mythological backgrounds, and symbolism.


The thesis ends on a stocktaking of the hare´s present situation with the question why the animal is faced with continued decline in the centre. Against the background of the assumption that a variety of facts is involved, various explanations based on environmental conditions are discussed such as changes of the climate, the landscape, and growing numbers of birds of prey.