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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2366/


Monozentrum und Doppelzentrum in der Spektralanalyse des EEG bei Patienten mit partiellen Anfällen

Monocenter and Doublecenter in the spectral analysis of EEG by patients with partial seizures

Marevic-Weipert, Natali


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Monozentrum , Doppelzentrum , EEG , Spektralanalyse , partielle Anfälle
Freie Schlagwörter (Englisch): Monocenter , Doublecenter , EEG , spectral analysis , partial seizures
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinderheilkunde, Abt. Neuropädiatrie und Sozialmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.02.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 26.09.2005
Kurzfassung auf Deutsch:
55 Patienten, die in der Abteilung für Neuro- und Sozialpädiatrie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Giessen in der Zeit von 1995-2000 in Behandlung waren, gingen in die Auswertung ein. Die Einteilung der Patienten erfolgte in 4 Diagnosegruppen. 10 Patienten zeigten eine Rolando-Epilepsie, 14 Patienten komplex partielle Anfälle, 12 Patienten einfach partielle Anfälle. 19 Patienten bildeten die Kontrollgruppe.

Bei jedem Patienten wurde eine computergestützte Spektralanalyse des EEG durchgeführt. Die Ergebnisse der 55 Spektralanalysen wurden graphisch und statistisch ausgewertet. Die Auswertung erfolgte in Form von Monozentren, Doppelzentren und Arealen.

Mögliche Einflussfaktoren wie die Vorgeschichte der Patienten, die Anfallsart, Anfallsursache, das Intervall zwischen letztem Anfall und der Spektralanalyse, die Medikation, der klinische Befund und der EEG-Befund (auch im weiteren Verlauf) wurden einbezogen und in Korrelation gesetzt, zu den Ergebnissen der Power-spektren (Mono- und Doppelzentren, Areale, Hemisphärenlateralisation, Beteiligung der Temporalelektroden).

Patienten mit Rolando-Epilepsie, komplex partiellen oder einfach partiellen Anfällen, die in der Spektralanalyse des EEG ein Doppelzentrum hatten, haben ein längeres anfallsfreies Intervall geboten, als Patienten mit einem Monozentrum. D.h. Patienten, die im Verlauf ein Doppelzentrum entwickeln krampfen seltener als Patienten mit einem Monozentrum.

Patienten mit Rolando-Epilepsie, komplex partiellen Anfällen und Patienten der Kontrollgruppe, die ein Doppelzentrum boten, hatten häufiger einen unauffälligen EEG-Befund, während Patienten mit einem Monozentrum eher ein pathologisches EEG aufwiesen. Bei Patienten mit einfach partiellen Anfällen zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.

Patienten mit Rolando-Epilepsie oder komplex partiellen Anfällen, die in der Vorgeschichte keine gravierenden Auffälligkeiten prä-, peri- oder postnatal aufwiesen, hatten häufiger ein Doppelzentrum als ein Monozentrum.

Patienten mit Rolando-Epilepsie bzw. einfach partiellen Anfällen und dem Nachweis eines Monozentrums zeigten als einzige Diagnosegruppen eine deutliche Hemisphä-renlateralisation der Zentren positiver absoluter Power (ZPP) und Areale positiver absoluter Power (APP) über der rechten Hemisphäre. Dementsprechend fanden sich mehr Zentren negativer absoluter Power und Areale negativer absoluter Power über der linken Hemisphäre.

Patienten mit komplex partiellen Anfällen, die keine antikonvulsive Therapie bekamen, entwickelten häufiger ein Doppelzentrum als ein Monozentrum.

Es fand sich der Trend, dass Patienten mit einem Monozentrum insgesamt häufiger größere Areale aufwiesen als Patienten mit einem Doppelzentrum.

In Anbetracht der oben aufgeführten Ergebnisse wäre die Untersuchung eines größeren Patientenkollektivs sicherlich sinnvoll, um die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit möglicherweise zu bestätigen.

So könnte die Durchführung der Spektralanalyse des EEG in Zukunft als unterstützende Untersuchung bei Patienten mit Epilepsie eingesetzt werden, um hilfreiche prognostische Aussagen über den Krankheitsverlauf treffen zu können.
Kurzfassung auf Englisch:
55 patients with different neurological diseases were examinated at the Department of Neuropaediatrics in the childrens hospital of the University of Giessen. The patients have been divided into 4 diagnostic groups. 10 patients had Rolando-Epilepsy, 14 patients had complex partial seizures and 12 patients simple partial seizures. 19 patients belonged to the control group.

On each patient a spectral analysis (by fast Fourier transformation / FFT) of the waking EEG has been performed. The values of the absolute power of the 55 spectral analyses were graphically und statistically evaluated. For the first time the results showed up as 'Monocenters', 'Doublecenters' and 'Areas' in special definitions.

Patients with Rolando-Epilepsy, complex partial or simple partial seizures who showed a 'Doublecenter' in the spectral analysis of EEG were characterized by a longer seizure free period of time than patients with a 'Monocenter'. This means, that a 'Doublecenter' was associated with less seizures than a 'Monocenter'.

In addition, patients with Rolando-Epilepsy, complex partial seizures or patients from the control group having a 'Doublecenter' showed more frequently a normal EEG than patients with a 'Monocenter'.

Patients with Rolando-Epilepsy or complex partial seizures and an uneventful prae-, peri- or postnatal (past) medical history had a 'Doublecenter' more often than a 'Monocenter'.

Patients with Rolando-Epilepsy or simple partial seizures and a 'Monocenter' were the only diagnostic groups with a clear lateralisation of the 'Center of positive absolute Power' and 'Area of positive absolute Power' at the right cerebral hemisphere. Accordingly there were more 'Center of negative absolute Power' and 'Area of negative absolute Power' at the left cerebral hemisphere.

Patients with complex partial seizures without the need of anticonvulsants developed more often a 'Doublecenter' than a 'Monocenter'.

Patients with a 'Monocenter' showed more frequently a larger 'Area' than Patients with a 'Doublecenter'.

Considering these findings further examination with more patients and larger diagnostic groups seems to be a meaningful measure for a prospective study.