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Armutsbekämpfung im Transformationsprozeß : zur Bedeutung des Subsidiariätsprinzips

Hemmer, Hans-Rimbert


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Professur für Volkswirtschaftslehre und Entwicklungsländerforschung
Fachgebiet: Wirtschaftswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Allgemeines, Wissenschaft
Dokumentart: ResearchPaper (Forschungsbericht, Arbeitspapier)
Zeitschrift, Serie: Entwicklungsökonomische Diskussionsbeiträge (Erscheinen eingestellt) ; 24 / 1997
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1997
Publikationsdatum: 23.08.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Nach dem Subsidiaritätsprinzip, das der katholischen Sozialphilosophie entnommen
ist, sollte jede gesellschaftliche Tätigkeit 'subsidiären' Charakter haben.
Diese Norm verpflichtet - seiner ursprünglichen Wortbedeutung nach - zur Hilfe
(subsidium) von oben nach unten, falls die kleinere gesellschaftliche Einheit -
schuldhaft oder nicht - in eine Notlage kommt, aus der sie sich alleine nicht mehr
befreien kann.1 Eine höhere staatliche oder gesellschaftliche Einheit darf demnach
nur dann Funktionen einer niederen Einheit an sich ziehen, wenn deren
Kräfte nicht ausreichen, diese Funktionen wahrzunehmen. Die Gesellschaft sollte
primär die Initiative ihrer Glieder fördern und sich nicht an deren Stelle setzen.
Der einzelne oder die kleinere Gemeinschaft sollte all das regeln, was er bzw. sie
ebenso gut regeln kann wie umfassendere Organisationen. Die Befolgung des
Subsidiaritätsprinzips entspricht dem Wunsch nach institutioneller Vielfalt und
stellt ein Höchstmaß an Partizipation sicher. Die beste gesellschaftliche Hilfe ist
aus diesem Blickwinkel deshalb die Hilfe zur Selbsthilfe. Insbesondere im Bereich
der Sozialen Sicherung wird gefordert, zunächst auf Selbsthilfe zurückzugreifen,
bevor Fremdhilfe verlangt wird