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Endogene Wachstumstheorie und wirtschaftspolitische Implikaktionen für Entwicklungsländer : The Missing Link

Zattler, Jürgen


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Professur für Volkswirtschaftslehre und Entwicklungsländerforschung
Fachgebiet: Wirtschaftswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft (VWL)
Dokumentart: ResearchPaper (Forschungsbericht, Arbeitspapier)
Zeitschrift, Serie: Entwicklungsökonomische Diskussionsbeiträge (Erscheinen eingestellt) ; 27 / 1998
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1998
Publikationsdatum: 23.08.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Die Akkumulation von Wissen ist für den Prozeß der wirtschaftlichen Entwicklung von zentraler
Bedeutung. Diese These wurde in den letzten 10 Jahren durch eine Vielzahl von Beiträgen der sog.
Endogenen Wachstumstheorie (EWT) begründet. Die vorliegenden Arbeiten weisen jedoch zwei
wesentliche Lücken auf. Zum einen sind ihre wirtschaftspolitischen Implikationen von geringem
praktischem Wert.1 Dieses Defizit wiegt um so schwerer, als empirische Untersuchungen darauf
hindeuten, daß durch die staatliche Politik Unterschiede in der Wachstumsdynamik teilweise erklärt
werden können.2 Außerdem konzentrierte sich die bisherige Forschung auf die Situation der heute
fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Relativ wenig Untersuchungen beziehen sich auf die Frage, wie
sich Wachstumsprozesse von Volkswirtschaften vollziehen, die in der Ausgangssituation relativ wenig
entwickelt sind. Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur Überwindung dieser Defizite leisten.
In Teil 1 werden die wesentlichen, für die Situation von Entwicklungsländern relevanten empirischen
Fakten dargestellt; außerdem wird geprüft, inwieweit die Ansätze der EWT mit diesen Fakten
vereinbar sind. Diese Herangehensweise erlaubt es zum einen, die verschiedenen Modelle der EWT
hinsichtlich ihres Erklärungswertes für die spezielle Situation von Entwicklungsländern zu bewerten.
Zum anderen wird ein Theorieansatz innerhalb der EWT identifiziert, der den Fakten relativ nahe
kommt, nämlich die Technologieadaptationsmodelle. Jedoch weisen auch diese Modelle wesentliche
Unvereinbarkeiten mit den stilisierten Fakten auf, denen in den folgenden zwei Teilen nachgegangen
wird. Die Teile 2 und 3 befassen sich mit zwei theoretischen Konzepten: dem Konzept der externen
Effekte, das für die Begründung endogenen Wachstums von entscheidender Bedeutung ist, und dem
Transaktionskostenkonzept. Es wird verdeutlicht werden, daß die Schwächen der EWT in einem
unzulänglichen Verständnis dieser beiden Konstrukte begründet liegen. Auf Grundlage dieser Analyse
wird es möglich, den Prozeß der Technologieadaptation wohlfahrtsökonomisch korrekt zu fassen. Dies
erfolgt in zwei Schritten. Teil 4 konzentriert sich auf wirtschaftspolitische Implikationen unter
Abstraktion des Faktors ‘Unsicherheit’. In Teil 5 werden die wirtschaftspolitischen Ansatzpunkte
dargestellt, die sich aus der Existenz von Unsicherheit ergeben. Der in Teil 5 entwickelte Ansatz wird
beispielhaft auf die Frage angewandt, welche Auswirkungen die WTO-Regelungen auf die
Technologieadaptation haben (Teil 6).
1 Dementsprechend stellt z.B. Barro/Sala-i-Martin (1995, S. 8) fest: '... the relation between government policies and
growth is a priority area for economic research.'
2 'In most cases, the empirical work does not provide robust estimates for the effects of a specific governmental policy on
growth, but it does show that the overall package of policies matters a lot.' Vgl. Barro/Sala-i-Martin (1995, S. 8).