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Vergleich von prätherapeutischen skelettszintigraphischen Veränderungen und Therapieerfolg bei der Radiosynoviorthese der aktivierten Arthrose des Kniegelenkes

Sepehr-Rezai, Semira


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Radiosynoviorthese , RSO , aktivierte Arthrose , Skelettszintigraphie
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Radiologie, Klinik für Nuklearmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.05.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 14.07.2005
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurde der Zusammenhang zwischen verschiedenen
prätherapeutischen skelettszintigraphischen Veränderungen und dem Erfolg der Radiosynoviorthese, die Schmerzlinderung, am Beispiel der aktivierten Arthrose des Kniegelenkes untersucht. Ziel der Arbeit war, den Faktor oder die Faktoren zu ermitteln, die den größten Einfluß auf den Therapieerfolg der Radiosynoviorthese bei der aktivierten Arthrose haben. Dadurch könnten die Patienten vor der Radiosynoviorthese besser vorselektioniert werden, um so den Therapieerfolg der Radiosynoviorthese bei der aktivierten Arthrose zu verbessern. Die Ergebnisse zeigten eine Schmerzlinderung von im Mittel 47,2% errechnet durch die Änderung des Medians des Schmerzindex vor und nach der Radiosynoviorthese. Es kam bei etwa 45% der Kniegelenke zu einer Schmerzreduktion von 50-100%. Somit fand sich ein guter Erfolg der Radiosynoviorthese. Zwischen dem Abstand der Kontrolluntersuchung zur Radiosynoviorthese und der Schmerzlinderung durch die Radiosynoviorthese zeigte sich kein Zusammenhang (r = 0,02, p = 0,85). Bei Vorliegen eines Erfolges hat das gute Ergebnis somit bis zu 3 Jahre nach der Radiosynoviorthese angehalten. Im ersten Abschnitt der Arbeit wurde das Ausmaß der Synovialitis in der Weichteilphase und der knöchernen Mehrbelegung in der Skelettphase im betroffenen Kniegelenk quantitativ ermittelt. Der Zusammenhang dieser errechneten Aktivitätsquotienten aus der Weichteilphase (AQ-W) und aus der Skelettphase (AQ-S) mit der Schmerzlinderung durch die Radiosynoviorthese wurde mittels dem
Rangkorrelationskoeffizienten nach Spearman überprüft. Zusätzlich wurde noch die Summe der Aktivitätsquotienten aus der Weichteil- und Skelettphase (AQ-W+S) und der Quotient der Aktivitätsquotienten (AQ-W/S) in der Auswertung miteinbezogen. Es zeigte sich nur eine schwache, überwiegend negative Korrelation von - 0,3 bis 0,19 zwischen den Aktivitätsquotienten und der Schmerzlinderung, wobei nur beim Aktivitätsquotienten aus der Skelettphase und der Summe der Aktivitätsquotienten ein statistisch signifikantes Ergebnis zu ermitteln war (p < 0,01). Somit ist das Ausmaß der Synovialitis in der Weichteilphase bzw. der knöchernen Mehrbelegung in der Skelettphase im prätherapeutischen Skelettszintigramm nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Beurteilung des Therapieerfolges der
Radiosynoviorthese. Im zweiten Abschnitt der Arbeit wurden die 3 visuell im prätherapeutischen Skelettszintigramm ermittelten Faktoren mit der Schmerzlinderung verglichen. Bei den 3 Merkmalen handelt es sich einmal um die Aktivitätsbelegung in der Weichteilphase im Kniegelenk in Projektion auf die gelenknahen Knochen, die Aktivitätsbelegung des Fibulaköpfchens des betroffenen Kniegelenkes in der Skelettphase als Hinweis auf einer Arthrose im Fibulaköpfchen und die Nuklidbelegung der Patella des betroffenen Kniegelenkes in der Skelettphase als Zeichen einer Retropatellararthrose.
Der Einfluß dieser 3 Faktoren wurde mittels einer multifaktoriellen Kovarianzanalyse auf den Erfolg der Radiosynoviorthese untersucht. Der Abstand der Kontrolluntersuchung zur Radiosynoviorthese wurde als Kontrollvariable in Form einer logarithmischen Transformation in der Auswertung mitgeführt. Ein statistisch signifikantes Ergebnis ergab sich bei der Aktivitätsbelegung in der Weichteilphase in Projektion auf die gelenknahen Knochen (p < 0,05). In der Gruppe mit einer Mehranreicherung in der Weichteilphase in Projektion auf die gelenknahen Knochen (Weich+) lag die Schmerzlinderung im Mittel nur bei 22,4% und in der Gruppe Weich - fand sich jedoch eine Schmerzlinderung von im Mittel 79%. Somit zeigte sich ein deutlich besserer Erfolg der Radiosynoviorthese in der Gruppe Weich -.
Bei der Beurteilung des Einflusses der Aktivitätsbelegung des Fibulaköpfchens und der Patella in der Skelettphase auf das Therapieergebnis fand sich kein statistisch signifikantes Ergebnis.
Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, daß die Aktivitätsmehrbelegung in Projektion auf die gelenknahen Knochen in der Weichteilphase den entscheidenden Einfluß auf den Therapieerfolg der Radiosynoviorthese bei der aktivierten Arthrose des Kniegelenkes besitzt. Dies hat zur Folge, daß in der Gruppe mit diesem Merkmal die Entscheidung zur Radiosynoviorthese sehr streng getroffen bzw. die Möglichkeit einer TEP frühzeitig diskutiert werden sollte.Bei der Aktivitätsbelegung des Fibulaköpfchens scheint auch der Trend vorzuliegen,daß sie einen negativen Effekt auf den Therapieerfolg haben könnte (p < 0,09). Hier muß in weiteren Studien überprüft werden, in wieweit eine Radiosynoviorthese des Fibulaköpfchens zusätzlich zur Radiosynoviorthese des Kniegelenkes die Ergebnisse verbessern kann. Die Mehranreicherung der Patella bzw. die Retropatellararthrose scheint keinen negativen Effekt auf das Therapieergebnis zu haben, somit ist dieser
Faktor kein Hindernis bei der Entscheidung zur Radiosynoviorthese des
Kniegelenkes bei der aktivierten Arthrose.
Kurzfassung auf Englisch: In this study the correlation between pathological findings in three-phase bonescintigraphy before radiation synovectomy and pain-release after radiation synovectomy in patients with osteoarthritis of the knee joint was investigated.The aim of the investigation was to determine the factors which mostly influence the success of the treatment in osteoarthritis of knee joint, in order to obtain evidence based data to preselect patients before radiation synovectomy to improve the outcome of this treatment.
The results showed a reduction of pain of 47% in the mean, calculated by the change of the pain-index before and after radiation synovectomy.
In 45% of the cases we found a pain-reduction within 50-100%. Therefore, we found a good outcome of this treatment. No correlation was found between the period of time that had past after treatment until posttherapeutic evaluation and the change of the pain-index (r = 0,02; p = 0,85). In case of successful treatment the effect of the therapy remained up to 3 years after radiation synovectomy. Firstly, the extent of synovitis in the bloodpool-phase and the increase of bonemetabolism in the late-phase of the bone-scintigraphy was quantified. The correlation of the activity-ratio determined from the bloodpool-phase and the late-phase and the decrease of pain achieved by the radiation synovectomy was analysed by Spearman-correlation-coefficient. In addition the sum of the activity-ratios and the ratio of the activity-ratios of both scintigraphic-phases was considered within the analysis. Only a small and predominant negative correlation of -0,3 to 0,19 between the activity-ratios and the pain-reduction was obtained, whereas significant p-values were only found within the activity-ratio of the late-phase and the sum of the activityratios of both phases (p < 0,01). Therefore, the extent of synovitis in the bloodpool-phase and the extent of the bonemetabolism-increase in the late-phase in the pretherapeutic bone-scan is not the decisive factor to predict the success of the radiation synovectomy. Secondly three visually in the pretherapeutic bone-scintigraphy determined factors were compared with the pain-reduction following radiation synovectomy. One of these three factors is the radionuclid-activity in bone areas around the knee joint in the bloodpool-phase, the other is the radionuclid-activity in the head of the
fibula in the concerned knee joint in the late-phase, and the activity of the patella also in the late-phase of the bone-scintigraphy as a token of a retropatellararthrosis. The influence of this 3 factors was analysed by multifactorial covariance-analysis. The period of time that had past after treatment until posttherapeutic evaluation had been considered in the analysis as a controlvariable. We found a significant result in case of the activity in bone areas around the knee joint in the bloodpool-phase (p < 0,05). In the group with radionuclid-trapping in bone areas around the knee joint in the bloodpool-phase the results showed a paindecrease of 22,4%. In the group without this characteristic the reduction of pain was about 79%. Therefore, the group without this characteristic showed a more successful outcome of radiation synovectomy. There were no statistic significant results for the other two factors. The results of this study show that radionuclid-trapping in bone areas around the knee joint in the bloodpool-phase is a decisive factor with significant influence on the
success of the radiation synovectomy. In consequence, patients showing that item should be well investigated before beginning a treatment, weather radiation synovectomy or endoprothetic-operation is indicated.
Patients with increased activity in the head of the fibula showed a tendence to reduce success of radiation synovectomy of the knee joint (p < 0,09). It has to be checked by further studies, if an additional radiation synovectomy of the tibio-fibular-joint can increase the success of this treatment. The activity of the patella does not seem to have a negative influence on the outcome of the treatment. Consequently this factor does not affect the decision for the radiation synovectomy of the knee joint in case of osteoarthritis.