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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2263/


Untersuchungen zur Prävalenz und Ausprägung der "Molar-Incisor-Hypomineralisation"

Preußer, Sonja Elisabeth


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Freie Schlagwörter (Deutsch): MIH , Fehlstrukturierungen , Permanente Molaren , Kinder , Permanente Schneidezähne
Freie Schlagwörter (Englisch): Enamel Defects , Molar-Incisor-Hypomineralisation , Children , Permanent Molar, MIH
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Poliklinik für Kinderzahnheilkunde im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 03.08.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Studie war es, die Prävalenz fehlstrukturierter Sechsjahrmolaren und bleibender Schneidezähne unbekannter Genese (Molar-Incisor-Hypomineralisation, MIH) zu bestimmen. Dazu wurden im Rahmen der öffentlichen Jugendzahnpflege des Lahn-Dill-Kreises insgesamt 1022 sechs bis zwölfjährige Schüler untersucht. Die Symptome der MIH wurden zahn- und zahnflächenbezogen erfasst sowie den drei Schweregraden nach Wetzel und Reckel zugeordnet. Außerdem erfolgte die Bestimmung der kariesbezogenen DMF-T /dmf-t-Werte im Wechselgebiss.

Die DMF-T/dmf-t-Gesamtwerte lagen für A I (6-8 Jahre) bei 3,04, für A II (8-10 Jahre) bei 3,22 und für A III (10-12 Jahre) bei 2,79. Die Anteile naturgesunder Gebisse nahmen mit zunehmendem Lebensalter von 30,1 (A I) über 25,5 (A II) auf 23,2% (A III) ab. 5,9% der Kinder zeigten Fehlstrukturierungen an mindestens einem, im Mittel an 2,24 Sechsjahrmolaren. Insgesamt waren 3,4% (n=133) aller ersten bleibenden Molaren betroffen, jedoch häufiger im Ober- (4,0%) als im Unterkiefer (2,8%). Zwischen linker und rechter Kieferhälfte bestand kein signifikanter Unterschied. 57,9% der Kinder mit fehlgebildeten ersten Molaren wiesen auch Veränderungen an bleibenden Inzisivi auf. Dabei waren die mittleren und oberen Schneidezähne häufiger betroffen als die seitlichen und unteren. Von allen beurteilbaren, betroffenen Molaren wur-den 67,2% dem ersten, 25,4% dem zweiten und 7,4% dem dritten Schweregrad zugeordnet. Die flächenbezogene Untersuchung der symptombehafteten Zähne ergab, dass die Okklusalfläche der Sechsjahrmolaren und die Labialfläche der Inzisivi am stärksten erfasst waren. Von den Zahnseitenflächen waren die vestibulären am schwersten betroffen. Außerdem nahmen die Schwere und Häufigkeit der Fehlstrukturierungen von okklusal/inzisal nach gingival ab. Kinder mit MIH hatten mit 0,79 einen signifikant höheren DMF-T-Wert (p=0,009) des bleibenden Gebisses als Kinder ohne MIH mit 0,51. Keine signifikanten Unterschiede ergaben sich jedoch in der Prävalenz von MIH zwischen den Geschlechtern und beim Vergleich von ländlicher und städtischer Herkunft.

Aus den Ergebnissen lässt sich folgern, dass Kinder mit MIH schon bald nach Zahndurchbruch eines erhöhten Therapieaufwandes bedürfen. Die daraus resultierenden Kosten und die zum Teil grenzwertige Behandlungsbelastung bestätigen das Erfordernis weiterer Forschung zur Überwindung dieser in ihren Ursachen noch weitgehend unbekannten neuen Erkrankung.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to ascertain the frequency of Molar-Incisor-Hypomineralisation (MIH). Therefore, 1022 schoolchildren from six to twelve were examined by the author during routine dental examinations at schools which were conducted by the public health department of the Lahn-Dill-Kreis. Symptoms of MIH were recorded referring to teeth and teeth surfaces and they were classified to a scale based on three degrees of severity according to Wetzel and Reckel. Concerning caries there was a DMF-T/dmf-t evaluation for the mixed dentition.
The combined DMF-T/dmf-t total values were 3.04 for A I (6-8 years), 3.22 for A II (8-10 years) and 2.79 for A III (10-12 years). The percentage of all those having healthy sets of teeth decreased with the growing age from 30.1 (A I) over 25.5 (A II) to 23.2% (A III). 5.9% of all examined children showed at least one ill-structured first permanent molar; 2.24 ill-structured first permanent molars on average. In totality, 3.4% (n=133) of all first permanent molars were afflicted, nevertheless more often in the upper (4.0%) than in the lower jaw (2.8%). There was no significant difference between the right and the left half of the jaw. 57.9% of the children with ill-structured first molars also showed changes in the enamel structure of the permanent incisors. The central and upper incisors were afflicted more often than the lateral and lower ones. Of all ill-structured molars which could be classified, 67.2% were assigned to the first, 25.4% to the second and 7.4% to the third degree of severity. The examination referring to the surfaces of the teeth with disturbed amelogenesis proved that the occlusal surface of the first permanent molars and the labial surface of the incisors were afflicted worst. Of all lateral surfaces the vestibular were hypomineralized worst. Moreover, severity and prevalence of MIH decreased from occlusal/incisal to gingival. Children with MIH showed a significantly higher DMF-T-value for the permanent teeth with 0.79 (p=0.009) than children without MIH with 0.51. However, there was no significant difference in the prevalence of MIH neither between the genders nor between children of rural or urban origin.

The results lead to the conclusion that children with MIH require an increasing effort of therapeutics soon after tooth erruption. The costs which result from this and the dental treatment which partly exceeds the limit of stress confirm the necessity of further investigations to overcome this new desease whose aetiology is widely unknown.