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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2251/


Die elektive Extremitätenperfusion in der Behandlung des malignen Melanoms

Elective limb perfusion in the treatment of malignant melanoma

Mengershausen, Ursula von


pdf-Format: Dokument 1.pdf (373 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesie und Urologie, Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.05.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 15.07.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Von 1979 bis 1998 wurden an der Klinik für Allgemeinchirurgie der Universitätsklinik Gießen 521 Patienten mit einer isolierten hyperthermen Extremitätenperfusion behandelt. Bei 330 Patienten erfolgte die Therapiemaßnahme unter prophylaktischer (= elektiver) Indikation.
In der vorliegenden Arbeit sollen die Langzeitergebnisse und Erfahrungen, die mit der elektiven Extremitätenperfusion gemacht wurden, dargestellt- und der Nutzen dieser Therapieform kritisch diskutiert werden. Die Fünfjahresüberlebenszeit der elektiv perfundierten Patienten betrug in unserem Krankengut 84%. Aufgeschlüsselt nach den Stadien der TNM – Klassifikation betrugen diese im einzelnen 96% für das Stadium I (n = 23), 92% für das Stadium II (n = 191) und 62% für das Stadium III (n = 109). Im Stadium IV befand sich nur eine Patientin, die 22 Monate überlebte.
Die Einteilung der Patienten in die verschiedenen Stadien erfolgte unter Berücksichtigung des intraoperativen Befundes. Durch eine Multivarianzanalyse nach Cox konnten als unabhängige prognostische Faktoren die Tumordicke, der Lymphknotenstatus und die Tumorlokalisation ermittelt werden. Der Literaturvergleich zeigte eine Tendenz zu verlängertem Überleben für Patienten, die zusätzlich zur chirurgischen Therapie mit einer elektiven Extremitätenperfusion behandelt wurden im Vergleich zu Patienten, die mit einer weiten Exzision alleine behandelt wurden. Ein Vergleich mit historischen Kontrollen, wie er in dieser Untersuchung erfolgte, darf allerdings nur sehr eingeschränkt bewertet werden.
Letztlich ist die Aussage einer prospektiv randomisierten Untersuchung, wie sie von der WHO/EORTC durchgeführt wurde, als überlegenes Urteil zu akzeptieren. In dieser Studie profitieren lediglich Subgruppen von der elektiven Extremitätenperfusion. Folglich kann sie nicht mehr als adjuvante Therapiemaßnahme in der Behandlung des malignen Melanoms empfohlen werden.
Kurzfassung auf Englisch: From 1979 to 1998, 521 patients were treated at the General Surgery Clinic of the University of Giessen Hospital using hyperthermic isolated limb perfusion. 330 of these patients received this therapy on an elective basis.
This dissertation takes a critical look at the long-term results and experiences made with prophylactic extremity perfusion and discusses the benefits of this treatment. 84% of the patients in this study who chose elective limb perfusion survived for at least 5 years. Using the TNM staging system, 96% of these patients were classified as stage I (n=23), 92% as stage II (n=191) and 62% as stage III (n=109). There was only one stage IV patient; she lived for 22 months.
All patients were staged based on the operative findings. Independent prognostic factors such as tumor thickness, lymph node status and tumor localization were determined according to multivariate analysis based on the Cox model. A survey of the literature tends to show longer survival rates for patients treated with elective limb perfusion in addition to surgery than for patients treated only with a wide excision. A comparison with historic data, as this study undertakes, provides only a limited opportunity for evaluation, however.
Finally, the results of a prospective randomized trial executed by the WHO/EORTC must be accepted as the superior instance. This study showed that only subgroups of elective limb perfusion patients benefited. The conclusion is that limb perfusion can no longer be recommended for adjuvant treatment of a malignant melanoma.