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Messung der T-Wellen Alternation nach akutem Myokardinfarkt und ihre Korrelation mit anderen prognostischen Parametern : eine prospektive Studie

Lenzen, Christoph


pdf-Format: Dokument 1.pdf (918 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): T-Wellen Alternation , Inzidenz , Korrelation , prognostische Parameter
Freie Schlagwörter (Englisch): T-Wave alternans , incidence , correlation , prognostic parameters
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik I, Abt. Kardiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.06.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 13.07.2005
Kurzfassung auf Deutsch: In der Bundesrepublik Deutschland und in den westlichen Industrieländern sind seit Jahrzehnten Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems und insbesondere die koronare Herzerkrankung die Haupttodesursache überhaupt. Mehr als 100.000 Menschen sterben in Deutschland allein am plötzlichen Herztod, der in etwa der Hälfte der Fälle als Erstmanifestation der koronaren Herzkrankheit auftritt. Um das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, abschätzen zu können, wurde ein neues nicht-invasives Verfahren zur Risikostratifizierung, die T-Wellen Alternationsmessung (TWA) entwickelt. Diese Studie befasst sich mit der Inzidenz von T-Wellen Alternationen bei Patienten zwei Wochen nach akutem Myokardinfarkt und ihrer Korrelation mit anderen prognostischen Parametern wie Herzfrequenzvariabilität, Spätpotentiale, schlechte linksventrikuläre Ejektionsfraktion und ventrikuläre Extrasystolie nach Lown. Außerdem sollte die prädiktive Bedeutung der TWA für Vorhersagen von arrhythmischen Ereignissen bestimmt werden, diese Langzeitbeobachtung ist noch nicht abgeschlossen.

Diese Studie umfasst alle Patienten, die nach dem 01.01.1998 mit einem transmuralen Myokardinfarkt im Justus-Liebig-Universitätsklinikum in Gießen behandelt wurden und die keine der folgenden Ausschlusskriterien aufwiesen: Schwere Rhythmusstörungen oder Linksschenkelblock, Herzinsuffizienz der NYHA Klasse 4, körperliche Unfähigkeit, ein Belastungs-EKG durchzuführen, anhaltende Angina pectoris oder in Kürze geplante myokardiale Revaskularisation wie PTCA oder Bypass. Die Studie wurde an 140 Patienten in Form einer Belastungsergometrie durchgeführt. Das Durchschnittsalter betrug 60+-13 Jahre, 106 der Patienten waren männlichen, 34 weiblichen Geschlechts. Die T-Wellen Alternationsmessung wurde 15+-6 Tage nach Infarkt durchgeführt.

Bei 36 Patienten konnte die TWA-Messung nicht auswertet werden, weil sie die erforderliche Herzfrequenz nicht erreichten oder aufgrund einer nicht ausreichenden Unterdrückung des Hintergrundrauschens. Von den verbliebenen 104 Patienten war in 28 Fällen (27%) T-Wellen Alternationen induzierbar, davon bei zwei Patienten auch schon in Ruhe. Die T-Wellen Alternation ist auch in multivariater Analyse positiv korreliert mit höherem Alter, einem Nicht-Vorderwandinfarkt und einer schlechteren linksventrikulären Ejektionsfraktion. Der TWA-Status bei Patienten nach akutem Myokardinfarkt ist außer mit einer schlechten linksventrikulären Ejektionsfraktion mit keinem anderen häufig benutzten Marker für Arrhythmien wie Herzfrequenzvariabilität, pathologische Spätpotentiale und ventrikuläre Extrasystolie nach Lown korreliert. Die Inzidenz der T-Wellen Alternation nach akutem Myokardinfarkt beträgt 27%, ein statistischer Zusammenhang mit anderen prognostischen Parametern konnte in Bezug auf das Alter, auf einen Nicht-Vorderwandinfarkt und auf eine stark reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion hergestellt werden.
Kurzfassung auf Englisch: Cardiovascular diseases, especially coronary artery diseases, are the main cause of death in industrialized western countries for the last decades. The toll of cardiac death in Germany is more than 100.000 cases per year. In about half of these cases sudden cardiac death is found to be the first manifestation of coronary artery disease. The measurement of the T-wave alternans (TWA) was developed as a new non-invasive method to assess the risk of sudden cardiac death. This study was designed to assess the general incidence of T-wave alternans two weeks after acute myocardial infarction (MI). The results of TWA- measurement were to be compared with other common prognostic parameters such as reduced heart rate variability, late potentials by signal-averaged ECG, impaired left ventricular function, and ventricular arrhythmias (classification by LOWN). The prognostic significance of TWA for life-threatening ventricular arrhythmias also was to be determined. This long-term observation, however, has not yet been finished. This study includes all post myocardial infarction patients who were admitted to our institution (clinics of the Justus-Liebig University in Giessen, Germany) after January 1, 1998 except for patients who had (1) severe arrhythmia or left bandle branch block, (2) heart failure class NYHA IV, (3) inability to perform bicycle exercise testing or (4) persisting angina pectoris or subsequent planned myocardial revasculation procedures such as PTCA or bypass surgery. All 140 patients underwent exercise testing. The T-wave alternans assessment was carried out 15+-6 days after myocardial infarction. The average age was 60+-13 years, 106 patients were male, 34 female. The TWA could not be assessed in 36 patients because they did not reach the target heart rate of 105 bpm or because the background noise was unacceptably high. Of the remaining 104 patients T-wave alternans occurred in 28 patients (27%). In two of these 28 patients T-wave alternans could already be assessed before exercising. T-wave alternans is related in multivariate analysis to advanced age, non-anterior MI and impaired left ventricular function. T-wave alternans is not related to any other commonly used prognostic parameter like reduced heart rate variability, late potentials by signal-averaged ECG and ventricular arrhythmias (classification by LOWN).

The incidence of T-wave alternans shortly after MI is 27%. In multivariate analysis T-wave alternans turned out to be related to advanced age, to non-anterior MI and to impaired left ventricular function.