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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-21754
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2175/


Reaktion von zweiwertigem und vierwertigem Zinnfluorid mit Zahnhartsubstanzen : eine In-vitro-Studie

Grelck, Wiebke


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Zinnfluoride
Freie Schlagwörter (Englisch): stannous fluoride
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinischen Zentrum für Zahn, Mund- und Kieferheilkunde, Abt. Zahnerhaltungskunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.03.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 23.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Untersuchung war es zu prüfen, ob Unterschiede in der Fluoridaufnahme und Retention in Schmelz und Dentin nach Behandlung einer Original Sn(II)- oder inaktivierten Sn(IV)-haltigen AmF/SnF2 Mundspüllösung (250 ppm F¯) bestehen. Hierfür wurden jeweils aus 42 chirurgisch entfernten Weisheitszähnen 2 Schmelz- und 2 Dentinproben mit einem Hohlzylinderbohrer gewonnen. Unter Aussparung der Oberseite wurden die Proben dann mit Gusswachs ummantelt und die aus einem Zahn stammenden Proben wurden so verteilt, dass jeweils eine Schmelz- und Dentinprobe mit der unverdünnten Original Sn(II)-haltigen AmF/SnF2 Mundspüllösung, die Gegenstücke aus dem gleichen Zahn mit der inaktivierten Sn(IV)-haltigen Mundspüllösung behandelt wurden. Die Proben wurden gleichzeitig an fünf aufeinenderfolgenden Tagen zweimal täglich in einem Abstand von 6 Stunden für eine Minute der entsprechenden Mundspüllösung zugeführt (3 ml pro Probe) und nach jeder Behandlung in künstlichem Speichel gelagert. Kontroll-, Schmelz- und Dentinproben wurden entsprechend mit Aqua dest. behandelt. Nach der letzten Applikation der Mundspüllösungen (0 Stunden) und nach weiteren 6 bzw. 24 Stunden Lagerung im künstlichem Speichel wurden jeweils 12 Proben entnommen und die Konzentration an KOH-löslichem und fest gebundenem Fluorid bestimmt. Die Analyse des KOH-löslichen Fluorids erfolgte nach der Methode nach Caslavska et al. (1975). Für die Bestimmung des fest gebundenen Fluorids wurde von jeder Probe mit der Mikrodrilltechnik eine 100 µm Schicht abgeschliffen. Nach entsprechender Vorbereitung des Schmelz- und Dentinstaubes wurde der Fluoridgehalt schließlich mit einer ionenselektiven Fluoridelektrode ermittelt.

Bei allen fluoridierten Proben zeigte sich ein Gehalt an KOH-löslichem Fluorid, welcher gegenüber den Kontrollproben hoch bis höchst signifikant erhöht war. Hierbei waren die Werte für die jeweilige Versuchskonstellation (0 Stunden, 6 Stunden, 24 Stunden) bei den Schmelzproben immer den Werten der Dentinproben überlegen. Ebenso zeigte die Behandlung mit der Original Sn(II)-haltigen Mundspüllösung eine höchst signifikante Überlegenheit gegenüber der Behandlung mit der inaktivierten Sn(IV)-haltigen Mundspüllösung sowohl beim Schmelz als auch beim Dentin.

Beim fest gebundenen Fluorid zeigte sich bei allen fluoridierten Proben ein gegenüber den Kontrollproben erhöhter Fluoridgehalt.
Nur tendenziell zeigte sich eine höhere Fluoridaufnahme nach Behandlung mit Original AmF/SnF2 Mundspüllösung gegenüber der inaktivierten Mundspüllösung.
Die Resultate zeigen, dass es nach Applikation einer zweiwertigen Zinn enthaltenden AmF/SnF2 Mundspüllösung im Gegensatz zu der Applikation einer vierwertigen Zinn enthaltenden Mundspüllösung zu einer wesentlich höheren Ausbildung an KOH-löslichem Fluorid kam. Dieses Ergebnis ist neu und kann daher nur schwer interpretiert werden. Insgesamt bestätigt sich aber die Vermutung, dass die Stabilisierung des Zinns nicht nur Einfluss auf die antimikrobiellen Eigenschaften einer Zinnfluorid enthaltenden Mundspüllösung, sondern auch auf die Verfügbarkeit des Fluorids hat.
Kurzfassung auf Englisch: Stannous fluoride has been proven as a prophylactic agent against caries and gingivitis and as a therapeutic agent against dental hypersensitivity. It is well known that SnF2 preparations are susceptible to oxidation. In this study fluoride uptake and retention on enamel and dentine after application of a AmF/SnF2 mouthrinse containing 250 ppm F¯ was compared to the application of the mouthrinse after oxidation. The oxidised mouthrinse contained Sn only as Sn(IV).
84 dentine and 84 enamel samples were prepared from impacted human molars, ground flat, polished and then cleaned in an ultasonic bath for 10 minutes. The enamel samples were etched with 37 % phosphoric acid. 72 enamel samples and 72 dentine samples were treated twice a day for 1 minute on 5 consecutive days with the original Meridol mouthrinse [content Sn(II)] or the oxidised Meridol mouthrinse [content Sn(IV)]. 12 enamel samples and 12 dentine samples were trated with distilled water and served as control. During the experimental period the samples were stored in artificial saliva. 12 samples each were analysed directly and at 6- and 24-hour intervals after the last application. KOH-soluble fluoride (µg/cm2) was determined by the method of Caslavska et al. (1975). Using the microdrill technique structurally bound fluoride (ppm F¯) was determined in a 100 µm layer.

After the experimental period the KOH-soluble fluoride was significantly higher in all test samples compared with the controls. Directly and after 6 and 24 hours after the last application of the Sn(II) mouthrinse the KOH-fluoride content on enamel and dentine was significantly higher than after the application of the Sn(IV) mouthrinse.

Structurally bound fluoride was found in higher concentration in all test samples compared with the control group. The content after the application of Sn(II) mouthrinse show a tendency to higher structurally bound results than after the application of the Sn(IV) mouthrinse.

The results show that the oxidised AmF/SnF2 mouthrinse is less effective in accumulating fluoride on and in enamel and dentine. The need of sufficient stabilisation of Sn(II) in stannous fluoride containing formulations is emphasised.