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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-21743
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2174/


Entwicklung einer sicheren Methode zur Bioabfallhygienisierung mit Kalk

Development of a secure method for the hygienisation of organic wastes using quick lime

Schirm, Veronika


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.103 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Branntkalk , Klärschlamm , Gärrückstand , Panseninhalt , Hygienisierung
Freie Schlagwörter (Englisch): quick lime , sewage sludge , fermentation residuals , rumen content , hygienisation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere der Universität Hohenheim, eingereicht über das Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.03.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 24.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Zur Etablierung eines großtechnischen Verfahrens zur Hygienisierung verschiedener Bioabfälle mit Branntkalk wurden halbtechnische Versuche an zwei Versuchsanlagen mit Substraten unterschiedlicher Konsistenz und Trockensubstanz durchgeführt. Der Hygienisierungseffekt wurde anhand der Reduzierung ausgewählter Indikatorkeime überprüft. Die Ergebnisse wurden in Hinblick auf einen betriebssicheren Einsatz unter Praxisbedingungen verifiziert. In den Untersuchungen stellte sich heraus, dass eine homogene Vermischung des Branntkalks notwendig ist, um eine gleichmäßige Temperatur- und pH-Wertentwicklung in den Substraten erreichen zu können. Bei der Verwendung von faserhaltigen Substraten (Panseninhalt, Mist) konnte nur in dem Chargenmischer mit integriertem Zerkleinerungsaggregat eine homogene Mischung erzielt werden. Ein pH-Wert von >12,5 wurde ab einem Mischungsverhältnis von 0,2kg CaO/kg Trockensubstanz der Substrate erreicht. Bei der Verwendung von 0,3kg CaO/kg TS können S. senftenberg und E.coli innerhalb von einer Stunde und Enterokokken nach 3-5 Stunden ausreichend reduziert werden. Eine Reduzierung des Rinder Enterovirus um 4 Zehnerpotenzen konnte unabhängig vom verwendeten Substrat bei einem pH- Wert von >12,5 und einer geringen Temperaturerhöhung auf >25°C schon innerhalb von zwei Stunden nachgewiesen werden. Das Bovine Parvovirus kann im Gärrückstand durch starke Ammoniakfreisetzung im Praxisbetrieb (0,9kg CaO/kg TS) innerhalb von 30 Minuten ausreichend reduziert werden; in Klärschlamm wird eine Lagerung von 24 Stunden benötigt. Die Entwicklungsfähigkeit von Askarideneiern kann in Klärschlamm mit 4,5kg CaO/kg TS um 99,9% innerhalb von 2 Monaten reduziert werden, bei einer pH-Wert Erhöhung auf >12,5. Mit einem Mischungsverhältnis von 0,9kg CaO/kg TS und einer Temperaturerhöhung auf >50°C kann im Praxisbetrieb innerhalb von 30 Minuten von einer ausreichenden Schädigung der Eier ausgegangen werden.
Kurzfassung auf Englisch: A series of semi-technical experiments was conducted to establish an industrial method for the hygienisation of organic wastes using quick lime in organic waste of different textures and dry substance content. The hygienisation effect was determined by measuring the reduction of selected indicator organisms. The results were validated with respect to safety in an industrial environment The results of preliminary experiments showed that a regular development of temperature and pH can only be reached in a homogeneous mixture. For more fibrous substrates, e.g. rumen contents and cow manure, only the chargen mixer with integrated crushing device was able to produce a homogeneous mixture. Using 0.2kg CaO/kg D.S., a pH of >12.5 could be reached within 24 hours. Using 0.3kg CaO/kg D.S., both S. senftenberg and E.coli were reduced sufficiently within one hour, Enterococcus faecium within three to five hours. A reduction of the ECBO-Virus by four powers of ten could be reached independently of the substrate examined within two hours at pH >12.5 and a small increase in temperature to >25 °C. In the industrial process, a sufficient reduction of Bovine Parvovirus by release of ammonium can be reached in residuals from biogas facilities within 30 minutes using 0.9kg CaO/kg D.S.. Sewage sludge should be stored for 24 hours before a sufficient reduction of BPV can be reached. The viability of Ascaris suum eggs can be reduced sufficiently within two months in sewage sludge using 0.45kg CaO/kg D.S. to create a pH >12.5. In the industrial process, a reduction of the viability of the Ascaris suum eggs by 99.9% was reached within 30 minutes, when 0.9kg CaO/kg D.S. were used.