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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-21620
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2162/


Der Beitrag der Viehhaltung zur Nahrungssicherung in ruralen Gebieten im Nord- und Süd-Senegal

Bernhard, Judith


pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.118 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Ernährung , Viehhaltung , Nahrungssicherung , Senegal , Westafrika
Freie Schlagwörter (Englisch): nutrition , livestock , food security , Senegal , West Africa
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ernährungswissenschaft
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Haushaltswissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.05.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 18.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Im Senegal sind Haushalte in ruralen Gebieten häufig von Nahrungsunsicherheit und Armut betroffen. Die Bevölkerung hängt für die Nahrungssicherung sowohl von der Subsistenzproduktion als auch vom Zukauf von Nahrungsmitteln ab. Die Viehhaltung spielt für beide Aspekte eine wichtige Rolle. Ziel der Studie ist es, den Beitrag der diversen Nutzungsformen der Viehhaltung an der Nahrungssicherung darzustellen.
Es wurden insgesamt 72 Haushalte im Norden und im Süden Senegals betrachtet. Auf Haushaltsebene wurden wiederholte, semistrukturierte Interviews durchgeführt, um Informationen über Herdengröße, Herdenzusammensetzung, Viehverkäufe, Schlachtung, Nahrungsausgaben und Pflanzenproduktion zu erhalten. Weitere partizipative Methoden fanden Anwendung. Die Stichprobe im Norden war nach sozio-ökonomischen Kategorien stratifiziert.
Die Lebendviehvermarktung ist für die Studienhaushalte im Norden die wichtigste Einkommensquelle. Die Möglichkeiten für den Nahrungszukauf werden durch die Lebendviehvermarktung verbessert. Im Süden ist die Viehvermarktung zwar von untergeordneter Bedeutung für das Einkommen und für den Zukauf von Nahrung, sie muss aber als eine wichtige Möglichkeit der Risikominderung angesehen werden.
Alle Haushalte tätigen regelmäßige Ausgaben für den Zukauf von Nahrungsmitteln. Die Ausgaben für Nahrung im Norden sind im Gesamtmittel höher als im Süden. Hier spiegelt sich die bessere Einkommenssituation der nördlichen Haushalte wieder (hohes Einkommen aus Lebendviehverkäufen).
Im Süden erwirtschaften die Haushalte durch den Einsatz von Zugrindern auf den Erdnussfeldern ein erhöhtes Einkommen in der Verkaufsproduktion (Erdnussanbau), was für den Zukauf von Grundnahrungsmitteln verwendet wird. Es gibt allerdings zahlreiche weitere Einkommensquellen im Süden. Diese Quellen für monetäres Einkommen sind wahrscheinlich von größerer Bedeutung als die Erdnussvermarktung.
Durch die Subsistenzorientierung der gemischten Viehhaltung im Norden können verschiedene Produkte tierischen Ursprungs direkt zum Verzehr genutzt werden. Im Norden weist die Herdenzusammensetzung mit vielen weiblichen Tieren auf die große Bedeutung der Milchproduktion hin. Männliche und unproduktive Tiere werden frühzeitig ausgesondert für die Schlachtung oder zum Verkauf. Die Herden sind im Süden viel kleiner als im Norden. Bereits dadurch ist die direkte Produktion von tierischen Nahrungsmitteln für die Haushalte im Süden von geringer Bedeutung. Die Zusammensetzung der Herden mit der überwiegenden Zahl von männlichen Tieren weist auf die Bedeutung des Zugtiereinsatzes im ackerbaulichen Sektor hin. Die Haushalte im Norden verfügen insgesamt über eine deutlich größere Menge an Fleisch als die Haushalte im Süden und können somit häufiger und regelmäßiger ihre ansonsten relativ einseitige Ernährungsweise qualitativ verbessern.
Die pastoralen Haushalte im Norden können durch die Nutzung der Milch aus eigener Produktion ihre Situation der Nahrungssicherheit deutlich verbessern, da sie eine relativ hohe Milchmenge zur Verfügung haben. Im Süden wird die Milchproduktion aus den eige-nen Herden nicht durch die lokale Bevölkerung genutzt, somit leistet sie keinen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation.