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Hormonale und neuronale Veränderungen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und Osteoarthrose

Weidler, Claudia


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Rheumatoide Arthritis , Osteoarthrose , DHEA/S , Kortisol
Freie Schlagwörter (Englisch): rheumatoid arthritis . osteoarthritis , DHEA/S , cortisol
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik und Poliklinik der Inneren Medizin I der Universität Regensburg, Institut für Ernährungswissenschaft
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.04.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 10.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es, sowohl hormonale als auch neuronale Veränderungen bei der RA aber auch bei anderen chronischen Erkrankungen des Bindegewebes herauszustellen, die möglicherweise zur Pathogenese der
Krankheiten beitragen.

Um die hormonalen Veränderungen bei Patienten mit RA und OA zu untersuchen,
wurden Konversionsexperimente an gemischten primären Synovialzellen
durchgeführt um damit die lokale Umwandlung von Steroidhormonen
im Gewebe durch die 11βHSD und die STS aufzuzeigen. Weiterhin sollte die
Bedeutung unterschiedlich hydroxylierter Östrogene bei der RA und dem
SLE aufgezeigt werden. Hinsichtlich der neuronalen Veränderungen war die
Innervierung im Synovialgewebe von Patienten mit OA, RA und gesunden
Kontrollpersonen und die Rolle des BDNF von Interesse. Bei zwei weiteren
Erkrankungen des Bindegewebes sollten ebenfalls die sympathische und
sensible Nervenfaserdichte bestimmt werden: bei Achillodynie- und Dupuytren-Patienten. Die Dichte beider Nervenfaserarten sowie der Anzahl an
BDNF+ Zellen wurde immunhistologisch bestimmt.

Die Untersuchung der Steroidkonversion durch die 11βHSD zeigten eine reduzierte Kapazität der lokalen Reaktivierung von Kortison zu Kortisol in synovialen Zellen von RA-Patienten, was möglicherweise im Verlust an sympathischen Neurotransmittern seine Ursache hat. Synoviozyten von RAPatienten konvertierten signifikant weniger DHEAS zu DHEA. Die Ergebnisse
lassen vermuten, dass diese Umwandlung durch die STS durch TNF inhibiert
wird. Die Untersuchungen der verschieden hydroxylierten Östrogene bei Patienten mit RA und SLE im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen zeigten
deutlich eine vermehrte Ausscheidung des 16α-Hydroxyöstrons in Relation
zu den 2α-hydroxylierten Östrogenen. Insgesamt verdeutlichen diese Daten,
dass bei Patienten mit RA weniger antiinflammatorische Hormone wie Kortisol
und DHEA produziert werden und die Konzentration mitogener Östrogene
im Vergleich zu anti-Östrogenen im Urin erhöht ist.

Die Dichte an sensiblen vs. sympathischen Nervenfasern zeigte eine positive
Korrelation bei gesunden Kontrollpersonen und OA-Patienten, während dieser Zusammenhang bei den RA-Patienten negativ war. Die Rolle des BDNF
konnte nicht eindeutig identifiziert werden. Möglicherweise hat er eine stimulatorische Rolle auf die sympathischen vs. der sensiblen Nervenfasern bei gesunden Kontrollpersonen und OA-Patienten, was bei RA-Patienten nicht
zu beobachten war. Bei Patienten mit Achillodynie und Morbus Dupuytren
stellte sich die Bedeutung der sensiblen Nervenfasern in der Pathogenese
dieser Erkrankungen heraus. Bei beiden Patientengruppen wurden im Vergleich
zu gesunden Kontrollpersonen eine erhöhte Dichte an sensiblen Nervenfasern
festgestellt. Bei den Patienten mit Achillodynie ist diese Beobachtung
möglicherweise auf wiederholte Mikrotraumata zurückzuführen, die mit
dem Einwandern sensibler Nervenfasern verbunden ist und zu den Schmerzen
führt. Bei beiden Erkrankungen könnte SP zu einer vermehrten
Fibroblastenproliferation führen. Beim Morbus Dupuytren spielt zusätzlich die Infiltration mit Mastzellen im Fasziengewebe der Hand eine Rolle in der Pathogenese.