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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-21222
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2122/


Persistenz von Dentes decidui und deren Eignung für auto-alloplastische Transplantationen

Persistence of primary teeth their usability for auto-alloplastic transplantations

Schafigh, Alexander


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.445 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): dentes decedui , auto-alloplastisch , Transplantation
Freie Schlagwörter (Englisch): primary teeth , auto-alloplastic , transplantation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.04.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 03.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Aus einem Untersuchungszeitraum von zwei Jahren werden 3500 Röntgenaufnahmen (OPG) ausgewertet. Bei 46 Patienten finden sich 82 persistierende Milchzähne . 47 Zähne bei 24 Patienten konnten klinisch nachuntersucht worden. Lockerungsgrade, Klopfschall, Periotest-Werte sowie das Vorhandensein von Karies, Füllungen und Stellungsanomalien (Infraposition) werden dokumentiert. Röntgenbilder dienen zum Nachweis von Wurzelresorptionen sowie zu Informationen über den Milchzahnwurzelabstand zum vorhandenen bleibenden Zahnkeim.

Die Diagnose 'Ankylose' ergibt sich aus klinischen und radiologischen Befunden. Außerdem werden Datum und Grund für durchgeführte Extraktionen notiert.

Das Ergebnis weist aus, dass persistierende Milchfrontzähne seltener ankylosieren, während Ersatzresorption an Wurzeln persistierender Milchmolaren häufig vorkommt.

Füllungen und Karies sind an Frontzähnen seltener zu finden, dafür aber Abrasionen deutlicher ausgeprägt als an Molaren.

13 Milchzähne wurden extrahiert, davon sechs Frontzähne um kieferorthopädische Einordnung entsprechender Dentes permanentes zu ermöglichen. Das Durchschnittsalter der Gesamtpatientenanzahl beträgt 14 Jahre, in einem Ausnahmefall 74 Jahre.

45 Milchfrontzähne befinden sich in situ, das Durchschnittsalter dieser Patienten beträgt 24 ± 11 Jahre (12-56).

31 Milchfrontzähne haben keinen bleibenden Nachfolgezahn. Von den 31 Zähnen weisen acht Zähne (26 Prozent) keine Wurzelresorptionen auf, bei weiteren zehn Zähnen bestehen resorptive apikale Wurzelverkürzungen um ein Drittel der Wurzellängen, bei vier Zähnen sind es Wurzelkürzungen von ca. zwei Dritteln und in neun Fällen bis zu drei Dritteln der Wurzellängen.

Die Mehrzahl persistierender Milchmolaren entwickelt Komplikationen und muss entfernt werden. Vergleichsweise ist die Komplikationsrate bei persistierenden Milchfrontzähnen wesentlich geringer.

Die erlangten Ergebnisse belegen, dass persistierende Milchfrontzähne als Ersatz für verlorengegangene bleibende Frontzähne, auch im prothetischen Verband als Stützzähne verwendbar sind.

Die Funktionen transplantierter Milcheckzähne, speziell bezogen auf mögliche Wurzelresorptionen, werden weiter beobachtet. Aufgrund der erzielten Ergebnisse sollen zukünftig Milcheckzähne des Unterkiefers vorzugsweise für auto-alloplastische Transplantationen eingesetzt werden.

Aus den Ergebnissen wird abgeleitet:

1. Canini decidui sind in Zahnersatz (Kronen und Brücken) integrierbar

2. persistierende Milcheckzähne müssen nicht zwingend entfernt und ersetzt werden

3. für die auto-alloplastische Transplantation von Milcheckzähnen eignen sich vorangig die des Unterkiefers

4. Wurzelresorption verbunden mit Ankylose besteht vornehmlich und ausgeprägt an Wurzeln von Milchmolaren. Milchmolaren geraten häufig in Infraposition
Kurzfassung auf Englisch: Transplantation of premolars to the region of a lost permanent incisor is an accepted therapy. The prognosis is dependent on the stage of the root development. Therefore premolar transplantation is not recommended until the age of about 10 to 12 years. For younger patients transplantation of a primary canine has been suggested to replace a lost permanent incisor. No informations are available concerning possible resorptions of transplanted primary canines and few informations on resorptions and survival of persistent primary teeth.

Panoramic radiographs of 3500 patients taken within one year were evaluated. In 46 patients 82 persistent primary teeth were found. 47 teeth in 24 patients could be clinically controlled. Tooth mobility, percussion sound and periotest values were recorded as well as abrasion, caries, fillings, and infraposition. On the radiographs the amount of root resorption (in thirds of root length) and the distance to successors was determined. The diagnosis 'ankylosis' was determined by the clinical and radiographical findings. The date of and the reasons for extractions were recorded.

Primary front teeth rarely ankylosed while this was a regular finding in primary molars. The front teeth exhibited less fillings. Abrasion was a regular finding in front teeth and rare in molars. 13 teeth were extracted. 6 front teeth were extracted because the successors should be brought into position orthodontically (mean age: 14 years). 1 primary canine was extracted due to periodontal disease in the age of 75 years. 45 front teeth were in situ, the mean age was 24 ± 11 years (12-56 years). 31 front teeth were without successors. Of theese 8 (26%) showed no resorptions, 10 (32%) resorptions up to 1/3, 4 (13%) up to 2/3 and 9 (29%) up to 3/3 of the root but were clinically stable.

A high amount of persistent primary molars develop complications and has to be extracted. Complications in primary front teeth are rare, they have a relatively long lifetime.

The results indicate that persistent primary front teeth may at least be used for a temporary replacement of a lost permanent incisor. Whether resorption patterns change after transplantation is under investigation.