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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-21063
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2106/


Keimgehalt und Gasbildungsvermögen des Labmageninhaltes gesunder Kühe und von solchen mit Labmagenverlagerung

Krey, Sabine


Originalveröffentlichung: (2005) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.283 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Wiederkäuer und Schweine
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-444-6
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.03.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 25.04.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Herkunft des bei Labmagenverlagerung im dislozierten Labmagen angesammelten Gases zu klären. Dazu wurde das In- vitro- Gasbildungsvermögen der Mikroorganismen in nativem Labmagensaft gesunder Tiere sowie in solchem von Tieren mit Labmagenverlagerung untersucht. Um zusätzliche Hinweise über die Herkunft des im verlagerten Labmagen gefundenen Gases zu erhalten, wurde natives Labmagengas von Tieren mit einer Labmagenverlagerung und nach Inkubation von Labmageninhalt in vitro gebildetes Gas gaschromatographisch analysiert. Weiterhin wurden mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt. Diese umfassten die aerobe und anaerobe Keimzahlbestimmung, eine Identifizierung der gewachsenen Kolonien, die phasenkontrastmikroskopische Auswertung von nativem Labmagensaft sowie die Auswertung von gramgefärbten Ausstrichen. Zusätzlich wurde der Stärkegehalt im Labmagensaft bestimmt.


Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (Kontr, liLMV, reLMV) bestanden hinsichtlich Gasbildung (p = 0,001), pH-Wert (p = 0,01), Stärkegehalt (p = 0,004), aerober Keimzahl (p = 0,04) und einzelnen Keimgruppen (Bazillen, Clostridien, Mucor). Die Gasbildung war bei rechtsseitigen Verlagerungen mit durchschnittlich 0,8 ml in 4 Stunden am höchsten, gefolgt von linksseitigen Verlagerungen mit 0,3 ml in 4 Stunden und 0,15 ml in 4 Stunden bei Kontrolltieren. Der mittlere pH-Wert von nativem Labmagensaft war mit 2,94 bei den Tieren mit rechtsseitigen Verlagerungen am höchsten, bei Kontrolltieren lag der pH-Wert bei 2,29 und bei den linksseitigen Verlagerungen bei 1,85. Bezüglich des Stärkegehaltes des Labmageninhaltes ergab sich für rechtseitige Verlagerungen mit 18,6 mg/l der durchschnittlich niedrigste Wert, bei linksseitigen Verlagerungen lag der Gehalt bei 47 mg/l, und am höchsten war er mit 124,7 mg/l bei den Kontrolltieren. Die aeroben und anaeroben Keimzahlbestimmungen ergaben für rechtsseitige Verlagerungen die höchsten Keimgehalte und für Kontrolltiere die niedrigsten, wobei bezüglich der anaeroben Keimzahl kein signifikanter Unterschied nachgewiesen werden konnte. Hinsichtlich des Keimspektrums ergaben sich zwar signifikante Unterschiede im Vorkommen von Bazillen, Clostridien und Mucor; allerdings konnte kein Zusammenhang zwischen qualitativem Keimspektrum und Gasbildung ermittelt werden. Auch bezüglich des Vorkommens an Sarcina-artigen Kokken und Schraubenbakterien, welches mittels phasenkontrastmikroskopischer Untersuchungen und Auswertung der gramgefärbten Ausstriche bestimmt wurde, konnte keine Korrelation zur der Gasbildung nachgewiesen werden.


Ein signifikanter Zusammenhang wurde dagegen mittels linearer nicht schrittweiser Regressionsanalyse zwischen dem pH-Wert von nativem Labmagensaft und dem Gasbildungsvermögen in vitro nachgewiesen. Aus den Befunden kann geschlossen werden, daß eine mikrobielle Gasbildung im Labmagen zwar möglich ist, die se aber - außer bei hohen pH-Werten - deutlich geringer ist als das Gasbildungsvermögen von Pansensaft. Die Analyse der Gaszusammensetzung zeigte außerdem, daß bei der In- vitro-Inkubation von Labmagensaft - im Vergleich zu Pansensaft - nur geringe Mengen an Methan entstehen. Da sich im verlagerten Labmagen aber Methan in größeren Mengen nachweisen läßt, scheint zumindest ein Teil der Gasansammlung nicht im Labmagen selbst entstanden zu sein, sondern ist vermutlich aus dem Pansen übergetreten.


Aus den unterschiedlichen Keimzahlen und Keimspektren, welche im Labmageninhalt nachgewiesen wurden, sowie anhand der veränderten pH-Werte und Stärkegehalte ergeben sich zwar Hinweise auf eine mikrobiell bedingte Gasbildung im Labmagen, allerdings konnte mittels der angewandten Methoden kein bestimmter Keim identifiziert werden, der möglicherweise hauptsächlich für die Gasbildung verantwortlich sein könnte.
Kurzfassung auf Englisch: This study was performed to investigate the origin of the gas accumulation in the abomasum during abomasal displacement. The capability of in vitro gas production by microorganisms from native abomasal fluid of healthy cows as well as from animals with displaced abomasum was determined. Further evidence was provided by gaschromatographic analysis of native abomasal gas taken from animals with displaced abomasum and gas produced during incubation of abomasal fluid.


Microbiological investigations comprised the determination of the aerobic and anaerobic microbial count, the identification of grown colonies, the phase-contrast microscopical analysis of native abomasal fluid and the analysis of gram stained smears. Moreover the starch contents in abomasal fluid was determined. Differences of statistical significance between the different groups (Kontr, liLMV, reLMV) were observed in terms of gas production (p = 0,001), pH-value (p = 0,01), starch contents (p = 0,004) and discrete groups of microorganisms (Bacillus, Clostridium, Mucor).
Highest amounts of gas production were measured for right displaced abomasums (0.8 ml/4h), followed by left displaced abomasums (0.3 ml/4h) and the control group (0.15 ml/4h). Abomasal fluid from right displaced abomasums was least acidic (pH 2.94), that of the control group (pH 2.29) and that from left displaced abomasums (pH 1.85) turned out to be more acidic. With respect to the starch contents of the abomasal fluid right displaced abomasums were determined to contain least starch contents (18.6 mg/l), followed by left displaced abomasums (47 mg/l) and the control group (124.7 mg/l).


Determinations of aerobic and anaerobic microbial count revealed highest microbial counts for right displaced abomasums and lowest microbial counts for the control group. However, with regard to anaerobic microbial count no statistical significance could be observed. Analysis of the microbial spectrum resulted in significant differences in the incidence of Bacillus, Clostridium and Mucor, but no correlation was observed between microbial spectrum and gas production. Analysis of gram stained smears and phase-contrast microscopy of native abomasal fluid did not reveal a correlation between the incidence of Sarcina-like cocci or spiral bacteria and gas production as well.


Linear non-stepwise regression analysis demonstrated a statistically significant correlation between pH-value of native abomasal fluid and the capability of in vitro gas production. These results suggest, that a microbial gas production in the abomasum is possible. However, apart from higher pH-values the volume of gas production is considerably lower than the capability of in vitro gas production reported for ruminal fluid. Moreover analysis of gas composition revealed, that in vitro incubation of abomasal fluid results in low amounts of methane compared to in vitro incubation of ruminal fluid. Given that in the displaced abomasum larger quantities of methane can be found, a considerable part of the gas accumulation is likely not produced in the abomasum, but passes over from the rumen.


The different microbial counts and the microbial spectra, which was found in abomasal fluid as well as changed acidity and starch contents indicate microbial gas production in the abomasum. However, the applied techniques were not able to identify particular microorganisms, which could solely account for gas production in the abomasum.