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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-20586
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2058/


Effekte unterschiedlich dosierter lokaler Fluoridapplikationen auf die erosive Demineralisation von humanem Dentin in situ

Effects of different topical fluoridation methods on the progression of erosion in human dentine under in situ conditions

Schürmann, Anne


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.02.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 23.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Studie war es, die Wirkung drei unterschiedlich hoch dosierter, lokaler Fluoridierungskonzepte auf die Progression von Erosionen an humanen Dentinproben über einen fünftägigen Zeitraum zu untersuchen. Die Messung der Mineralverluste erfolgte mit Hilfe der longitudinalen Mikroradiographie (LMR).

Aus dem koronalen Anteil von 48 vollständig retinierten, humanen Weisheitszähnen wurden jeweils vier Dentinproben gewonnen, welche auf die vier Versuche jeweils eines Probanden verteilt wurden. An der Studie nahmen 6 Probanden teil. Für jeden Probanden wurde eine Gaumenplatte mit Aussparungen zur reversiblen Fixierung von je acht Proben angefertigt. Vor jedem Versuch wurde der Mineralgehalt der Proben erfaßt (Basescan). Die Gaumenplatten wurden während der Versuche permanent im Mund getragen und nur zu den Mahlzeiten herausgenommen. Die Erosionen wurden sechsmal täglich extraoral für jeweils fünf Minuten mit 0,05 molarer Zitronensäure (pH 2,3) erzeugt. Anschließend erfolgte intraoral die Behandlung der Proben mit fluoridfreier Zahnpasta (Gruppe 1, Kontrollgruppe) oder mit fluoridhaltiger Zahnpasta (Gruppe 2) oder abwechselnd mit fluoridhaltiger Zahnpasta und Mundspüllösung (Gruppe 3) oder abwechselnd mit fluoridhaltiger Zahnpasta, Mundspüllösung und Fluoridgel (Gruppe 4). Nach jedem Versuch wurde der Mineralverlust der Proben bestimmt.

Der mittlere Mineralverlust nahm mit zunehmender Fluoridmenge signifikant ab. In der Kontrollgruppe lag er bei 49,02 µm ± 15,37 µm, in Gruppe 2 bei 34,95 µm ± 15,53 µm, in Gruppe 3 bei 26,19 µm ± 16,62 µm und in Gruppe 4 bei 19,76 µm ± 12,01 µm. Die Ergebnisse der einzelnen Probanden zeigten zum Teil deutliche Abweichungen von diesem Gesamtergebnis.

Schlussfolgerung der vorliegenden Untersuchung ist, dass eine regelmäßige, hoch dosierte, lokale Fluoridierung den erosiv bedingten Mineralverlust deutlich verringern kann. Aufgrund der individuell unterschiedlichen Wirkung der lokalen Fluoridierung sollte eine Fluoridierungsempfehlung jedoch nicht standardisiert, sondern in individuell abgestimmter Form erfolgen.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to investigate the effects of three different topical fluoridation methods on the progression of erosion in human dentine samples over a period of five days in situ. The mineral content was determined by longitudinal microradiography (LMR).

From each of 48 previously impacted human third molars 4 coronal dentine samples were prepared and assigned to one of four groups. Six volunteers took part in this investigation. An intraoral appliance with eight hollows for reversible fixing of eight dentine samples was made for each of them. The mineral content of the dentine samples was measured microradiographically at baseline. Volunteers were instructed to wear the appliances permanently exceptly while having meals.

Erosions were produced extraorally by immersion in 0,05 m citric acid (pH 2,3) 6 times per day for 5 minutes each. After that the samples were intraorally treated either with unfluoridated dentifrice (group 1, control group) or with fluoride dentifrice (group 2) or with fluoride
dentifrice and fluoride mouthwash alternately (group 3) or with fluoride dentifrice, fluoride mouthwash and fluoride gel alternately (group 4). After this 5 day period of cyclic de-/remineralisation the mineral loss of the samples was determined.

The average erosive mineral loss was significantly reduced with increasing fluoride supply. The erosive mineral loss values were 49,02 µm ± 15,37 µm in the control group, 34,95 µm ± 15,53 µm in group 2, 26,19 µm ± 16,62 µm in group 3 and 19,76 µm ± 12,01 µm in group 4.Between volunteers significant differences were found.

The conclusion of this study is that the topical application of fluoride is effective in reducing erosion progression in human dentine. Because of individual differences concerning the effect of topical fluoridation on erosion progression a recommendation should not be made in a
standardized but in an individualized manner.