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Untersuchungen am Kopf der Graumulle (Cryptomys anselli sp. nova; aus Sambia, Lusaka) mit lichtmikroskopischen und modernen bildgebenden Verfahren

Schumm, Oliver G.


pdf-Format: Dokument 1.pdf (104.210 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): CT , MRT , Histologie , Cryptomys
Freie Schlagwörter (Englisch): MRI , Histology
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum der Morphologie (Dr. Senckenbergische Anatomie III) des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main, eingereicht über das Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und -Embryologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.02.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 07.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Graumulle (Cryptomys) sind unterirdisch lebende, zahngrabende Nagetiere. Sie graben lange, gerade Gänge. Ihre Kopfanatomie weicht von den uns bekannten Verhältnissen bei Nagern (Meerschweinchen, Ratte, Maus, Kaninchen) deutlich ab.
Anhand von Ansells Graumull (Cryptomys anselli sp. nova), einer neu beschriebenen Art aus Sambia (Lusaka) wurde die topographische Anatomie des Kopfes erarbeitet. Zu Beginn der Untersuchungen wurde ein Kopf mit modernen bildgebenden Verfahren (Computertomographie [CT], Magnetresonanztomographie [MRT]) in drei Ebenen (transversal, horizontal und sagittal) dokumentiert. Als eine Referenz für die Auswertung und Interpretation der Schichtbilder wurden histologische Schnittserien angefertigt (ebenfalls in den drei Ebenen des Raumes). Ein Schädel wurde präpariert und als Modell für Fotografien und Röntgenaufnahmen genutzt.

Insbesondere die Schädelknochen werden beim Graumull durch die Computertomographie gut dargestellt. Die MRT ist mehr oder weniger eine Ergänzung zur CT-Dokumentation. Eine echte Grundlage stellen die histologischen Schnittserien dar; sie sind extrem reichhaltige Informationsträger und ermöglichen die Identifikation des Gewebes.

Beim Graumull prägen die Inzisiven und deren Alveolen die Kopfmorphologie. Die Oberkieferinzisiven verlaufen im Bogen nach dorsal und kaudal bis hin zur Schädelbasis. Die Unterkieferinzisiven erstrecken sich im komplementären Bogen bis zu den Kiefergelenken.

Die Schnittserien geben detaillierte Einblicke in die Anatomie des Kopfes. Die einzelnen Untersuchungsmethoden ergänzen sich gegenseitig zu einem komplexen Gesamteindruck vom Kopf des Graumulls.

Als eine Art 'Nebenprodukt' ist bei den vorliegenden Untersuchungen ein topographischer Atlas des Kopfes von Cryptomys anselli entstanden, welcher als eine Fundgrube für die Anpassungen dieser Tiere an ihren Lebensraum unter Tage dienen kann.

Kurzfassung auf Englisch: African mole rats (Cryptomys) are subterranean animals digging long straight tunnels with their teeth. Due to this their cranial morphology differs markedly from that in other rodents as Guinea pig, rat, mouse, or rabbit.

The topography of the cranium and soft tissues is documented in five specimens of the Lusaka mole-rat (Cryptomys anselli spec. nova) from Sambia. One of the heads was scanned with modern imaging techniques (Computer-assisted tomography [CT] and Magnetic resonance imaging [MRT]) in the three dimensions (transverse/coronal, horizontal, and sagittal planes). Histological verification of the results was done using series of conventional microslides in the three dimensions. One skull was dissected, cleared, and used as a reference for photographic and X-ray documentation.

As a whole, CT scanning is optimal for the investigation of the skull with modern imaging. MRT scanning is more or less complementary to CT documentation. Nevertheless, routine histology is much more detailed as to, e.g. , the delimitation of the skull elements and, particularly, as to the identity of tissues.

In mole-rats, the morphology of the skull is stamped by the extraordinarily large incisors and their suspension. The incisors of the upper jaw curve dorsalward and extend caudalward as far as the presphenoid bone. The incisors of the lower jaw extend caudalward and curve dorsalward in order to terminate near the temporomandibular joint.

Taken as a whole, the different techniques applied here give satisfactory insight into the complex structure of the mole-rat head.
The data collected, representing a three-dimensional atlas of the mole-rat head, may help to understand the evolutionary strategy of these animals with regard to their adaptation to life underground and to survive in a barren environment.