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Der Einfluss erosiver Getränke auf die Stabilität von Fluorid auf und in Schmelz in situ

Jung, Simone


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.01.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 28.02.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Über die Rolle lokal applizierter Fluoride bei erosiv bedingten Zahnhartsubstanzdefekten ist wenig bekannt. So war es das Ziel der vorliegenden Untersuchung, die Stabilität der kalziumfluoridähnlichen Deckschicht und des strukturell gebundenen Fluorids in situ nach einer einmaligen Fluoridapplikation unter wiederholten erosiven Bedingungen zu untersuchen. Ein weiteres Ziel war zu untersuchen, ob eine Reproduzierbar-keit der Ergebnisse durch Wiederholung der in situ Studie möglich ist. Aus 70 vollständig retinierten und verlagerten menschlichen dritten Molaren (n = 240 in situ; n = 10 Kontrollproben) wurden je vier plan-parallele Schmelzproben für zwei Versuchsdurchgänge hergestellt. Die Fluoridierung der Proben erfolgte extraoral für drei Minuten mit Elmex fluid bestehend aus den Aminfluoriden Olaflur (12,126%) und Dectaflur (1,150%). Die Proben wurden in vier Gruppen auf vier Probanden aufgeteilt. Die Schmelzproben wurden in individuell hergestellten Gaumenplatten eingearbeitet, welche bis auf die Mahlzeiten und Mundhygienemaßnahmen ganztags getragen wurden. Die erosive Demineralisation wurde mit Sprite light (1% Zitronensäure, pH-Wert 2,82) durchgeführt. Die Probanden mussten 200 ml mit 10 gleichmäßig großen Schlucken dreimal täglich im Abstand von fünf Stunden trinken. Die Proben der Gruppe A wurden sofort, die der Gruppe B nach zwei Tagen unter erosiven Bedingungen in situ, die Proben der Gruppe C nach sieben Tagen unter erosiven Bedingungen in situ und die der Gruppe D nach sieben Tagen ohne erosive Demineralisation in situ auf ihren Gehalt an KOH-löslichen und strukturell gebundenen Fluorid analysiert. Das KOH-lösliche Fluorid wurde nach dem von Caslavska et al. (1975) beschriebenen Standardverfahren bestimmt. Zur Bestimmung des strukturell gebundenen Fluoridgehalts erfolgte der Abtrag des Schmelzes
mit einer speziellen Mikrodrill-Apparatur. Die Ergebnisse zeigten, dass nach einem hohen Anfangsfluoridgehalt (1.Versuchsdurchgang: 66 µg/cm²; 2.Versuchsdruchgang 98,9 µg/cm²) im weiteren Versuchsverlauf eine stetige Abnahme des KOH-löslichen Fluorids zu beobachten war. Nach zwei Tagen unter erosiven Bedingungen in situ fanden sich 54,1 µg/cm² beziehungsweise 66,8 µg/cm² KOH-lösliches Fluorid. Nach sieben Tagen erosiver Demineralisation in situ fanden sich 40,4 µg/cm² und 48,3 µg/cm² KOH-lösliches Fluorid und nach sieben Tagen ohne erosive Einflüsse in situ fanden sich im ersten Versuchsdurchgang noch 37,6 µg/cm² und im zweiten Versuchsdurchgang noch 50,2 µg/cm² KOH-lösliches Fluorid. Die Messwerte der ersten und zweiten Versuchsreihe stimmen insgesamt gut überein. Beim strukturell gebundenen Fluorid fand sich in beiden Versuchsdurchgängen direkt nach der Fluoridapplikation eine signifikant erhöhte Fluorid-konzentration im Vergleich zur Kontrollgruppe (504 ppm und 508 ppm gegenüber 64 ppm). Im ersten Versuchsdurchgang trat eine kontinuierliche Abnahme des strukturell gebundenen Fluoridgehalts während der Versuchs-dauer auf. Im zweiten Versuchsdurchgang konnte in allen Versuchsgruppen eine Zunahme des strukturell gebundenen Fluorids beobachtet werden. Eine Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen der ersten und zweiten Versuchs-reihe lag nicht vor.

Die Ergebnisse beider Versuchsdurchgänge für KOH-lösliches sowie für strukturell gebundenes Fluorid zeigen, dass Schmelz durch eine einmalige Applikation von Elmex fluid gut mit Fluorid angereichert wurde, welches unter erosiven Bedingungen nur langsam in Lösung geht. Der Fluoridverlust war um so größer, je länger die Proben den erosiven Attacken ausgesetzt waren.