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Veränderung der Herzfrequenz nach ventrikulärer Extrasystole : eine prospektive Studie bei herzgesunden Probanden

Veit, Gudrun


pdf-Format: Dokument 1.pdf (414 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Kardiologie , Herzinfarkt , Risikoschätzer , Turbulenz der Herzfrequenz
Freie Schlagwörter (Englisch): cardiology , myocardial infarction , risk stratifier , heart rate turbulence
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik I, Abteilung Kardiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.02.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 09.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stehen in den Industriestaaten an erster Stelle der Todesursachenstatistik. Ein neues nicht-invasives Messverfahren zur Risikostratifikation ist die Herzfrequenzturbulenz. Sie wird durch die zwei Parameter Turbulenz-Onset und Turbulenz-Slope dargestellt. Die vorliegende Studie wurde durchgeführt, um die neuen Parameter an einem herzgesunden Kollektiv zu ermitteln und mögliche physiologische Einflüsse auf diese Parameter zu eruieren. Die Studie wurde an 95 herzgesunden Probanden anhand eines 24-Stunden-EKGs durchgeführt. Als herzgesund wurden alle Probanden eingestuft, die entweder einen Normalbefund in der Koronarangiographie aufwiesen oder über 18 Jahre waren, keine Vorgeschichte für kardiale oder metabolische Krankheiten hatten, ein normales EKG in Ruhe und während Belastung lieferten, normal physisch belastbar waren und ein normales Herzechokardiogramm aufwiesen. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 35±14 Jahre. 23 von 95 Probanden (24%) wiesen einen positiven HRT-Onset auf. Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass eine Erhöhung des Onset-Grenzwertes die Spezifität des Parameters verbessern könnte. Die Verteilung auf die Geschlechter betrug 18% positive Werte bei Frauen und 29% positive Werte bei Männern. Ein geschlechtsspezifischer Vergleich des gewichteten linearen Regressionsmodels über der durchschnittlichen Zykluslänge vor der VES lieferte keine signifikanten Unterschiede. Eine verringerte HRT-Slope konnte bei 5% der Probanden gefunden werden, wobei keine signifikanten geschlechterspezifischen Unterschiede nachgewiesen wurden. Dieses Ergebnis bestätigt die Resultate von Schmidt et al. bezüglich des Turbulenz-Slope.

Während der Turbulenz-Slope bei den Männern von der bestehenden Zykluslänge abhängt, zeigt er bei Frauen ein konstantes Verhalten ohne Beeinflussung von der vorangehenden Herzfrequenz. Der Test der Gleichheit der Regressionslinien über die der VES vorausgegangenen Zykluslängen erbrachte einen signifikanten p-Wert von 0,0023.

Es ist anzunehmen, dass in Zukunft die HRT eine entscheidende Rolle zur Identifikation von Risikopatienten hat, da es besser möglich sein wird, in die neurohumoralen Mechanismen Einblick zunehmen, die wahrscheinlich Einfluss auf das weitere Schicksal eines Patienten haben.

Ein Nachteil der Methode stellt die fehlende Aussagekraft bei Patienten mit Vorhofflimmern dar, da ein nicht unwesentlicher Anteil von Beispielsweise Myokardinfarktpatienten eine solche Rythmusstörung aufweist.
Kurzfassung auf Englisch: Illnesses of the cardiovascular system are located in the first place of the cause-of-death statistics in the industrial nations. A new noninvasive measuring procedure for risk stratification is the heart rate turbulence. It is represented by the two parameters turbulence onset and turbulence slope.

The study at hand was accomplished, in order to determine the validity of the new parameters at a heart-healthy collective and its possible physiological influences. The study was carried out at 95 heart-healthy individuals on the basis a 24 Holter ECG.

Persons including in this study met the following criteria: age over 18 years, no history of cardiac or metabolic diseases, a normal ECG at rest and during bicycle testing, a normal physical examination as well as missing pathologic findings on cardiac ultrasound, and if performed a normal angiography without signs of obstructive atherosclerosis.

The average age of the individuals was 35±14 years. 23 of 95 individuals (24%) exhibited a positive HRT onset. This result lets assume that an increase of the onset limit value could improve the specificity of the parameter. The distribution on the gender amounted to 18% positive values in women and 29% positive values in men. A gender specific comparison of the weighted linear regression models over the average cycle length before the VPC did not supply significant differences. A reduced HRT slope could be found with 5% of the individuals, whereby no significant gender specific differences were proven. This result confirms the results of Schmidt et al. concerning the turbulence slope. Turbulence slope was attenuated by basic heart rate only in men. On the contrary we detected no influence of the basic heart rate in women (p=0.0023 for the comparison between women and men).

It can be assumed that in the future the HRT will play a significant role for the identification of high risk patients. Probably, it will be possible more easily to look at the cardiac autonomic status which influences the destiny of the patients.

A disadvantage of the method represents the missing expressiveness with patients having atrial fibrillation, since a significant number of e.g. myocardial infarction patients show such arrhythmia.