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Der Einfluß uropathogener Erreger auf Motilitätsparameter von humanen Spermatozoen : eine in vitro Untersuchung

Influence of uropathogenic microorganisms on human sperm motility parameters : an in vitro experiment

Huwe, Petra


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Urogenitale Infektionen , Spermatozoenmotilität , CASA , männliche Infertilität , swim-up Technik
Freie Schlagwörter (Englisch): urogenital infection , sperm motility , CASA , male infertility , swim-up technique
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Zentrums für Chirurgie, Anaesthesiologie und Urologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.12.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 03.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß Enterokokken und Staphylococcus saprophyticus keinen wesentlichen Einfluß auf die Spermatozoenmotilitätsparameter haben, so daß bei asymptomatischem Nachweis dieser Keime im Ejakulat eher von einer Kontamination ausgegangen werden kann. Bei klinisch manifesten Symptomen sollte jedoch eine antibiogrammgerechte Therapie angestrebt werden. Als relevante Keime für die männliche Subfertilität sind diese Erreger sicherlich von untergeordneter Rolle.

Die Rolle von Pseudomonas aeruginosa und deren Einfluß auf die Motilitätsparameter und somit auf die männliche Fertilität konnte nicht eindeutig geklärt werden. Es läßt sich aus unseren Experimenten zurückhaltend ableiten, daß ein Motilitätsverlust von Pseudomonas aeruginosa in sehr hohen Konzentrationen und nach einer Inkubationszeit von mehr als 6 Stunden auftreten kann. Deshalb wäre bei signifikanter asymptomatischer Bakteriospermie mit diesem Erreger sicherlich auch schon eine antibiogrammgerechte Therapie in Betracht zu ziehen.

Des weiteren konnte in dieser Arbeit der motilitätshemmende Effekt von Candida albicans, wie schon von Tuttle et al. (1977) nachgewiesen, bestätigt werden. Die klinische Relevanz kann jedoch abschließend nicht eindeutig festgelegt werden, da die Motilitätsminderung nur in initial sehr hohen Konzentrationen von 20 Mio. Erregern/ml, wie sie in vivo nicht erreichbar sind, stattfand. Agglutinationsphänomene, wie sie Tuttle et al. (1977) beschrieben, konnten nicht beobachtet werden. Kritisch anzumerken ist, daß nach den Versuchsbeobachtungen die Candida-Partikel in hohen Konzentrationen wie eine mechanische Barriere zu fungieren scheinen. Eine asymptomatische Candidose hat vermutlich keinen Einfluß auf die Fertilität und muß nicht unbedingt therapiert werden.

Bei den Versuchen mit den ß-hämolysierenden Streptokokken zeigte sich eine deutliche Verschlechterung der Motilitätsparameter, die besonders eindrucksvoll in der höchsten initialen Bakterienkonzentration von 2 Mio. Keimen/ml nach 6 Stunden Inkubation war. Morphologische Veränderungen, die dafür verantwortlich gemacht werden könnten, wie z.B. Agglutination und Adhäsion der Bakterien, konnten nicht beobachtet werden. Das Vorhandensein eines Enterotoxins, das die Immobilisierung der Spermatozoen zur Folge hätte, ist zu diskutieren. Somit sollte auch eine signifikante Bakteriospermie, gegebenenfalls auch wenn sie asymptomatisch verläuft, antibiotisch therapiert werden.

Die im Rahmen dieser Dissertation durchgeführten Versuche konnten aufzeigen, daß ein negativer Einfluß von verschiedenen Erregern auf die Spermatozoenmotilität erreger-, konzentrations- und zeitabhängig ist und nicht einheitlich beurteilt werden kann.
Kurzfassung auf Englisch: Enterococcus and Staphylococcus saprophyticus indicate no significant influence on sperm motility parameters. Therefore it can be concluded, that if an asymptomatic proof of these bacteria is given, it is more likely to be a contamination. If a patient has clinical symptoms an antibiotic therapy should be undertaken. These bacteria are probably secondary as relevant pathologic germs in male subfertility.

The role of Pseudomonas aeruginosa and its influence on sperm motility parameters could not be clarified. The effect on sperm motility parameters can be seen only in high concentrations of Pseudomonas aeruginosa after more than 6 hours of incubation. Therefore an antibiotic therapy is useful in patients with a significant, although asymptomatic bacteriospermia.

A significant inhibitory effect of Candida albicans on sperm motility parameters, like Tuttle et al. (1977) investigated before, could be confirmed. The clinical relevance can not be clearly established, because a significant decrease in motility was only detected in the samples with a very high initial concentration of 20 Mill. germs/ml, which is not found in vivo. The phenomenon of agglutination of spermatozoa, as before detected by Tuttle et al. (1977), could not be confirmed. It has to be mentioned critically, that the Candida particles in high concentrations seemed to loom large compared to the spermatozoa and seemed to function as a mechanical barrier. An asymptomatic candidiasis has probably no influence on fertility and needs not to be treated absolutely.

In the experiments with ß-haemolytic streptococci group B a clear decrease of motility parameters could be investigated. This was particularly impressive in the highest initial bacterial concentration of 2 Mill. germs/ml after 6 hours of incubation. Morphological correlations, such as agglutination or adhesion of the bacteria could not be detected. The existing of an enterotoxin as a factor of immobilization for the spermatozoa has to be discussed. Therefore a significant, even clinical asymptomatic bacteriospermia should be treated antibiotically.

In conclusion, the data underline that a negative influence on sperm motility is always dependent on the different types of individual microorganisms. Concentrations and time of growth are also of great importance.