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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-20163
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2016/


Oleyl-Phosphocholin, ein neuer Wirkstoff zur Behandlung der kaninen viszeralen Leishmaniose

Klarhof, Sonja


Originalveröffentlichung: (2005) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
pdf-Format: Dokument 1.pdf (9.420 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Innere Medizin der Kleintiere und klinische Laboratoriumsdiagnostik
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-460-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.01.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 21.02.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den neuen Wirkstoff Oleyl-Phosphocholin (Ol-PC) zur Therapie der kaninen viszeralen Leishmaniose zu untersuchen. Neben der Prüfung der klinischen Wirksamkeit galt es Nebenwirkungen zu erfassen und hinsichtlich ihrer Tolerierbarkeit zu bewerten. Mittels PCR wurde der Erregerstatus der Patienten vor und nach der Therapie miteinander verglichen. In diesem Zusammenhang sollte geklärt werden, ob die Behandlung mit Ol-PC zu einer Erregerfreiheit im Knochenmark und in diesem Sinne zu einer Heilung der Tiere führen kann.


Die Untersuchung umfasste 3 Behandlungsgruppen. In einem Vorversuch erhielten die Patienten (n = 3) jeweils 5 Injektionen in einer Dosierung von 4,2 µmol/kg KGW. Nach Modifikation der Therapie wurden die weiteren Patienten (n = 21) in zwei Behandlungsgruppen (Gruppe A und Gruppe B) eingeteilt. Den Hunden der Gruppe A wurden insgesamt 8 Injektionen in einer Dosierung von 7,0 µmol/kg KGW verabreicht. Die Tiere der Gruppe B erhielten jeweils 9 Injektionen zu je 5,3 µmol/kg KGW des Wirkstoffes. Der Wirkstoff lag in einer liposomalen Formulierung vor und wurde subkutan injiziert.


Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten eine gute klinische Wirksamkeit des Präparates. In den Behandlungsgruppen A und B konnte eine signifikante Besserung bezüglich der Gesamtheit der Symptome nachgewiesen werden. Lethargie, Hautveränderungen, generalisierte Lymphknotenvergrößerungen und blasse Schleimhäute besserten sich in beiden Gruppen signifikant. Neben einer positiven Beeinflussung der klinischen Symptomatik lies sich auch eine gute Wirksamkeit von Ol-PC gegenüber krankheitsspezifischer labordiagnostischer Veränderungen feststellen. Erythrozytenzahl, Hämoglobingehalt der Erythrozyten, Hämatokritwert, Thrombozytenzahl und Gesamtleukozytenzahl zeigten ebenso wie die Konzentration von Albumin im Blutplasma einen signifikanten Anstieg unter dem Einfluß von Ol-PC.


Auffallend erschien im Vergleich zu anderen Präparaten die kurze beschwerdefreie Zeit nach der Therapie mit Ol-PC. Die mediane Remissionszeit betrug in Gruppe A 4 Wochen und in Gruppe B 7 Wochen.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei der Therapie der kaninen Leishmaniose mit Ol-PC stellten bei 88,9 % aller Patienten gastrointestinale Symptome dar. Außerdem fielen bei 81,5 % aller behandelten Hunde Schwellungen der Injektionsstellen und bei 74,1 % eine Erhöhung der rektal gemessenen Körpertemperatur auf. Da die Behandlung aber bei keinem Tier auf Grund einer unerwünschten Medikamentenwirkung abgebrochen werden musste, sind die Nebenwirkungen von Ol-PC insgesamt als tolerierbar einzustufen. Eine negative Beeinflussung hämatologischer und blutchemischer Parameter wurde im Zusammenhang mit der Therapie nicht beobachtet. Jedoch war ein signifikanter Anstieg des Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin nachweisbar.


Die mit Ol-PC behandelten Hunde zeigten nach erfolgter Therapie keine signifikant erniedrigten Raten von negativen PCR-Ergebnissen im Knochenmark. Eine Erregerfreiheit und in diesem Sinne eine Heilung der kaninen Leishmaniose mittels Ol-PC war durch die in dieser Studie eingesetzten Dosierungen und Therapieintervalle nicht zu erzielen. Jedoch zeigte ein deutlich verminderter prozentualer Anteil zytologisch positiver Tiere nach der Therapie eine deutliche Reduktion der Erregerdichte im Knochenmark. Die zytologische Untersuchung des Knochenmarkes deutete darüber hinaus auf eine positive Beeinflussung der Hämatopoese durch die Behandlung mit Ol-PC hin. Die gute klinische Wirksamkeit des Präparates wird auf diese Weise unterstrichen.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to investigate the efficacy of the new drug Ol-PC in the treatment of canine visceral leishmaniasis. Beside testing the clinical potency, the goal was to register and evaluate side effects and rank them in terms of their tolerance by the patient. Using PCR technique the pre- and posttherapeutical presence of parasites was evaluated. The purpose was to determine if the treatment with OI-PC resulted in parasite elimination and therefore cure of the animals.


The trial consisted of 3 groups of patients. In a preliminary test 3 dogs got 5 injections each in a dosage of 4,2 µmol/kg bodyweight. After modification of the treatment the other patients (n=21) were split in two groups (group A and group B). Dogs in group A were treated with 8 injections of 7,0 µmol/ kg bodyweight, the animals in group B got 9 injections in a dosage of 5,3 µmol/ kg bodyweight. The drug was used in a liposomal formulation and injected subcutaneously.


The results showed a good clinical efficacy of the drug. In group A and B a significant improvement of the overall symptoms was demonstrated. Skin lesions and lethargy in both groups improved significantly as well as generalized lymphadenopathy and pale mucous membranes.
Beside the positive influence on clinical symptoms, OI-PC revealed in an improvement of disease specific abnormalities in blood parameters such as Erythrocyte count, corpuscular hemoglobin concentration, packed cell volume, platelet count, total leukocyte count and plasma albumin concentration.


It is remarkable that the tested OI-PC treatment regiments showed in comparison to other drugs a somewhat short period of time with reduced clinical symptoms. The median remission time in group A was up to 4 weeks and in group B 7 weeks.


Noted side effects under treatment with OI-PC were gastrointestinal symptoms in 88,9 % of all patients. Furthermore swelling of the injection side in 81,5 % of all treated dogs were noted and 74,1 % of all patients had an increased body temperature. In none of the animals the treatment had to be discontinued. This suggests that the side effects of OI-PC are acceptable.


A negative interaction on hematological or biochemical parameters was not noticed over the course of the treatment. However there was a significant increase of the urine protein-creatinine-ratio.
Dogs treated with OI-PC did not show significantly lower rate of negative PCR results in the bone marrow after treatment. An elimination of parasites and therefore a cure of canine viscerale leishmaniasis could not been achieved using OI-PC within the tested regiments. But cytological bone marrow evaluation showed a decreased parasite load after treatment and a positive influence on the hematopoieses supporting good clinical efficiency of the drug.