Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-19699
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/1969/


Morphometrische Messungen an Neugeborenen und deren Plazenten unter Berücksichtigung von Ethnizität und pathologischen Schwangerschaftsverläufen

Gehring, Claudia


pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.343 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.12.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 18.01.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Um herauszufinden welchen Einfluß die ethnische Abstammung oder pathologische Schwangerschaftsverläufe auf das intrauterine Wachstum und damit das Wohlergehen des Feten besitzen, wurden unter standardisierten Bedingungen Größe und Volumen der Plazenta sowie die Morphologie der Neugeborenen ausländischer Eltern mit einem deutschstämmigen Giessener Normalkollektiv verglichen. Ebenfalls wurde ein Kollektiv Neugeborener, deren Mütter an einer schwangerschaftsassoziierten Hypertonie litten mit dem Kontrollkollektiv verglichen. Weiterhin wurde die Morphologie der Neugeborenen der einzelnen Kollektive mit den Maßen der Plazenta verglichen und Zusammenhänge dargestellt. Als letzter Punkt wurden Geschlechtsunterschiede dargestellt.

Insgesamt wurden 89 Neugeborene und deren Plazenten prospektiv untersucht. Dabei entstanden drei Kollektive. Einerseits ausländische Neugeborene mit normalem Schwangerschaftsverlauf und auf der anderen Seite deutsche Neugeborene mit mütterlicher hypertensiver Erkrankung während der Schwangerschaft. Die Kontrollgruppe, die den gleichen, strengen Ein- und Ausschlußkriterien unterlag, bestand aus 39 Neugeborenen normal verlaufender Schwangerschaften, deutscher Frauen.

Bestimmt wurden Gewicht und Volumen der Plazenta mittels eines Meßzylinders durch Wasserverdrängung. Ebenfalls wurden Gewicht, Länge, Kopfumfang, axiale Längen, Umfänge, und Dicke der Hautfalten der Neugeborenen mittels Maßband, einer geeichten Waage, einer Längenmeßschale sowie eines Kalipers bestimmt. Die Fettmasse, sowie die fettfreie Masse der Neugeborenen wurde errechnet.
Schwangerschaftsdaten sowie elterliche und kindliche Daten wurden anhand des Mutterpaßes, des Geburtenbuches, der Patientenakten und durch Befragung der Eltern erfaß und protokolliert.

In vorliegender Untersuchung zeigte sich die stärkste Korrelation zwischen Geburtsgewicht und der fettfreien Masse, die Korrelation zwischen Geburtsgewicht und Fettmasse war weniger stark ausgeprägt. Mit diesen Ergebnissen konnte die bereits 1923 von Moulton [85] beschriebene Variabilität des individuellen Fettgewebsanteils und somit die Methode der Hautfaltenmessung als Maß für den Ernährungszustand in utero unterstützen werden. Ebenso ergab sich im Kollektiv der ausländischen Neugeborenen ein positiver Zusammenhang zwischen Plazentagewicht bzw. –volumen mit dem Gewicht und der Fettmasse sowie der fettfreien Masse der Neugeborenen. Auch dies wurde in der Literatur bereits beschrieben.

Beim Vergleich der ausländischen Neugeborenen mit einem deutschen Kontrollkollektiv zeigte sich ein signifikant höheres Geburtsgewicht des Kontrollkollektivs. Wie durch den Vergleich der Fettmasse bzw. der fettfreien Masse der Kollektive deutlich wird, trägt nicht die höhere Fettmasse, sondern die größere fettfreie Masse zum höheren Geburtsgewicht des Kontrollkollektivs bei. Dies lässt darauf schließen, dass nicht unbedingt nur ernährungsbedingte sondern auch ethnische oder genetische Einflüsse die Morphologie der Neugeborenen bestimmen.

Beim Vergleich Neugeborener, die einer hypertensiven Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft unterlagen, mit dem Giessener Kontrollkollektiv ergaben sich entgegen unserer Erwartungen keine Unterschiede bezüglich des Geburtsgewichtes. Verglich man den individuellen Fettgewebsanteil miteinander, so zeigte sich dieser in der Gruppe mit mütterlicher Hypertonie höher als bei dem Kontrollkollektiv.

Geschlechtsunterschiede ergaben sich in unserem Kollektiv hinsichtlich des Geburtsgewichtes, der fettfreien Masse, der Länge der Neugeborenen und des Kopfumfanges. Männliche Neugeborene erwiesen sich als signifikant schwerer, hatten eine höhere fettfreie Masse, waren bei Geburt länger als weibliche und hatten einen größeren Kopfumfang.

Letztendlich wurden in dieser Arbeit ethnische Einflüsse auf die Morphologie der Neugeborenen aufgezeigt. Ein positiver Zusammenhang zwischen den Maßen der Plazenta und den kindlichen Maßen wurde bestätigt und Geschlechtsunterschiede wurden dargestellt.