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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-19663
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/1966/


Erhöhter Body-Mass-Index und perioperatives Risiko von Patienten mit nicht-herzchirurgischen Operationen

Virabyan, Tsovinar


Originalveröffentlichung: (2004) Obesity Surgery, 14 (2004), S. 275-281
pdf-Format: Dokument 1.pdf (692 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Adipositas , BMI , Mortalität , Morbidität
Freie Schlagwörter (Englisch): Obesity , BMI , Mortality , Morbidity
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anaesthesiologie und Urologie, Abteilung Anaesthesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.09.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 07.02.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Aus der Literatur ist bekannt, dass die Adipositas mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität einhergeht. Es gibt keine einstimmige Meinung über die Adipositas als unabhängigen Risikofaktor bei chirurgischen Patienten. Der Datenpool von Patienten, die im Zeitraum vom 23.02.1999 bis 31.12.2000 operiert wurden, wurde mit der Fragestellung ausgewertet, ob die Adipositas einen unabhängigen Risikofaktor für die Entwicklung der perioperativen Komplikationen darstellt. Dafür wurde eine Patientengruppe mit erhöhtem BMI von grösser oder gleich 30,0 kg/m2 gewählt und mit einer normalgewichtigen Kontrollgruppe (BMI 20-24,9 kg/m2) verglichen. Die Daten wurden mit Hilfe des Anästhesie-Informations-Management-Systems (AIMS) NarkoData (IMESO GmbH, Hüttenberg) erfasst. Die „Matched pairs“-Technik wurde angewandt, um den Einfluss der perioperativen Risikofaktoren auf die Zielparameter auszuschließen. Als Matching-Kriterien wurden ASA-Klassifikation, erhöhtes chirurgisches Risiko, Dringlichkeit der Operation, Alter und Geschlecht gewählt. Zu jedem Patienten mit einem BMI grösser/gleich 30 kg/m2 wurde nur ein Kontrollfall zugelassen. Zielparameter waren die Krankenhaus-Mortalität, ein verlängerter stationärer Aufenthalt, die Notwendigkeit einer Intensivbehandlung und intraoperative kardiovaskuläre Ereignisse. Ein logistisches Regressionsmodell wurde für alle Matching-Kriterien und Zielparameter entwickelt. Die vorliegende Arbeit bestätigt, dass ein erhöhter BMI allein ohne begleitende Erkrankungen keinen eigenständigen Risikofaktor für nicht-herzchirurgische Patienten darstellt. Das Regressionsmodell fand nur zwei Variablen, die mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko, einem verlängerten stationären Aufenthalt, der Aufnahme auf einer Intensivstation und intraoperativen kardiovaskulären Zwischenfällen assoziiert waren: ASA-Klassifikation und eine Risikooperation. Aus der Literatur ist bekannt, dass die Adipositas mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität einhergeht. Es gibt keine einstimmige Meinung über die Adipositas als unabhängigen Risikofaktor bei chirurgischen Patienten. Der Datenpool von Patienten, die im Zeitraum vom 23.02.1999 bis 31.12.2000 operiert wurden, wurde mit der Fragestellung ausgewertet, ob die Adipositas einen unabhängigen Risikofaktor für die Entwicklung der perioperativen Komplikationen darstellt. Dafür wurde eine Patientengruppe mit erhöhtem BMI von grösser/gleich 30,0 kg/m2 gewählt und mit einer normalgewichtigen Kontrollgruppe (BMI 20-24,9 kg/m2) verglichen. Die Daten wurden mit Hilfe des Anästhesie-Informations-Management-Systems (AIMS) NarkoData (IMESO GmbH, Hüttenberg) erfasst. Die „Matched pairs“-Technik wurde angewandt, um den Einfluss der perioperativen Risikofaktoren auf die Zielparameter auszuschließen. Als Matching-Kriterien wurden ASA-Klassifikation, erhöhtes chirurgisches Risiko, Dringlichkeit der Operation, Alter und Geschlecht gewählt. Zu jedem Patienten mit einem BMI grösser oder gleich 30 kg/m2 wurde nur ein Kontrollfall zugelassen. Zielparameter waren die Krankenhaus-Mortalität, ein verlängerter stationärer Aufenthalt, die Notwendigkeit einer Intensivbehandlung und intraoperative kardiovaskuläre Ereignisse. Ein logistisches Regressionsmodell wurde für alle Matching-Kriterien und Zielparameter entwickelt. Die vorliegende Arbeit bestätigt, dass ein erhöhter BMI allein ohne begleitende Erkrankungen keinen eigenständigen Risikofaktor für nicht-herzchirurgische Patienten darstellt. Das Regressionsmodell fand nur zwei Variablen, die mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko, einem verlängerten stationären Aufenthalt, der Aufnahme auf einer Intensivstation und intraoperativen kardiovaskulären Zwischenfällen assoziiert waren: ASA-Klassifikation und eine Risikooperation.
Kurzfassung auf Englisch: Increased body mass index (BMI) is a well acknowledged risk factor for morbidity and mortality. However, there is no common consensus that obesity is an independent surgical risk factor. The retrospective study was designed to assess the attributable effects of increased BMI on outcome in patients undergoing non-cardiac surgery. The study is based on data sets of patients operated upon between 23.02.1999 to 31.12.2000. Data acquisition was performed with an online computerized anesthesia record keeping system, NarkoData (IMESO GmbH, Hüttenberg). Cases were defined as patients with increased BMI greater than or equal 30 kg/m². Control patients were matched if they had a BMI of 20-24,9 kg/m². The matched pairs technik was employed so that the influence of the risk factors on the outcome measurs were excluded. Matching criteria included: ASA physical status, high risk surgery, urgency of surgery, age and gender. Only one control was matched to each case. Main outcome measures were hospital mortality, prolonged hospital length of stay, admission to the intensive care unit (ICU) and the incidence of intraoperative cardiovascular events. Logistic regression models were developed for matching criteria and outcome measures. Results: our study suggests that increased BMI alone without any preexisting morbidities is not an independent risk factor for patients undergoing non-cardiac surgery. The logistic regression models revealed only 2 variables that were associated with an increased risk of mortality, prolonged length of stay, ICU admission and cardiovascular events: ASA physical status and high risk surgery.