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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-19263
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/1926/


Der "Combi-Effekt" im xenogen diskordanten Kleintiermodell, eine tierexperimentelle Untersuchung.

Niemann, Frank Antonius


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.016 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Combi-Effekt , xenogene diskordante Transplantation
Freie Schlagwörter (Englisch): combi-effect , xenogenic discordant transplantation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.12.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 03.01.2005
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser tierexperimentellen Arbeit wurde untersucht, ob sich der `Combi-Effekt`, also eine Verlängerung der Herztransplantatüberlebenszeit durch simultane Lungentransplantation, im xenogen diskordanten Kleintiermodell nach kombinierter Herz-Lungen-Transplantation, im Vergleich mit der isolierten Herztransplantation, beobachten lässt.

Dazu wurde die heterotope kombinierte Herz-Lungen-Transplantation, wie von Lee beschrieben, modifiziert nach Fox und Montorsi, als Transplantationsmodell verwendet.

Zum Vergleich erfolgte die heterotope isolierte Herztransplantation, wie von Ono und Lindsey beschrieben, modifiziert nach Araneda.
Um die Ergebnisse mit dem isogenen Modell vergleichen zu können, erfolgte zunächst die kombinierte Herz-Lungen-Transplantation und die isolierte Herztransplantation zwischen Lewis-Ratten (Empfänger und Spender).
Bei den xenogenen Versuchsreihen wurden Lewisratten als Spender und Meerschweinchen als Empfänger verwendet.

Neben der Herztransplantatüberlebenszeit, wurden die Konzentrationen von Histamin, Komplement, Immunglobulin G und M, sowie die Thrombozyten- und Leukozytenzahl im Blut der Empfängertiere, gemessen.
Die Butentnahmen erfolgten jeweils zu definierten, vergleichbaren Zeit-punkten und direkt nach Abstoßung der transplantierten Herzen. Bei den kombinierten Transplantationen wurde sowohl peripher aus dem Empfängerblutkreislauf (Aorta abdominalis), als auch zentral aus dem Lungen-transplantatkreislauf (linker Vorhof des Herz-Transplantates), Blut entnommen.
Nach erfolgter Abstoßungsreaktion wurden die Präparate histologisch und immunhistologisch untersucht.
Die Transplantationen erfolgten isogen und xenogen diskordant.
Nach Durchführung der xenogen diskordanten Versuchsreihe folgten die Versuchsreihen unter Immunsuppression mit Cyclophosphamid, Tacrolismus, Cobra-Venom-Faktor und 2 Tage nach vorausgegangener Splenektomie.
Um die Spezifität des transplantierten Lungengewebes bezüglich des `Combi-Effektes` zu untersuchen, wurde eine xenogene Doppel-Herz-transplantation und eine kombinierte Herz-Nieren-Transplantation bzw. eine kombinierte Herz-Lungen-Nieren-Transplantation durchgeführt.


Ergebnisse:

1. Die Herztransplantatüberlebenszeit nach isogener und xenogen diskordanter Herz-Lungen-Transplantation war signifikant verlängert gegenüber der isolierten Herztransplantation. Damit war der im xenogen diskordanten Modell bisher unbekannte Nachweis des `Combi-Effektes` gelungen.

2. Zum Zeitpunkt der Herztransplantatabstoßung war die Komplementkonzentration im Serum nach kombinierter Herz-Lungen-Transplantation signifikant niedriger, als nach isolierter Herztransplantation.
Die Bindung von Komplement und IgM im abgestoßenen Herzgewebe war nach isolierter Herztransplantation deutlich stärker ausgeprägt, als nach kombinierter Herz-Lungen-Transplantation.

3. Die Filterung bzw. Inaktivierung von Komplement und IgM im simultan transplantierten Lungengewebe scheint ursächlich für den beobachteten `Combi-Effekt` verantwortlich zu sein.

4. Der `Combi-Effekt` ist auch nach Immunsuppression der Empfängertiere zu beobachten. Eine zusätzliche Verlängerung der Herztransplantatüberlebenszeit, bezogen auf die unbehandelte Gruppe, ließ sich unter Therapie mit Cyclophosphamid und Cobra-Venom Faktor beobachten, nicht aber unter der Therapie mit Tacrolismus und nach vorausgegangener Splenektomie.

5. Der `Combi-Effekt` ist nicht spezifisch für Lungengewebe, er lässt sich auch bei der simultanen Transplantation von Nierengewebe des gleichen Spenders beobachten.