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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-19136
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1913/


Retrospektive Untersuchungen zur ERCP-Morphologie des exokrinen Pankreas bei Patienten mit Diabetes mellitus

Killinger, Annegret


Originalveröffentlichung: (2003) Pancreatology 2(2002)1, S.30-33
pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.614 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik III und Poliklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.06.2004
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 08.12.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Seit langem ist bekannt, daß bei Diabetikern Auffälligkeiten des exokrinen Pankreas bestehen können. Inwieweit neben funktionellen Störungen Veränderungen der Morphologie des Pankreasgangsystems vorhanden sind, wird in der vorgelegten Studie anhand von ERCP-Befunden aufgezeigt.

In einer retrospektiven Erhebung wurden ERCP-Befunde von 115 Patienten mit Diabetes mellitus (20 IDDM, 95 NIDDM) auf das Vorliegen morphologischer Veränderungen untersucht. Zudem wurde die fäkale Elastase als Marker für die exokrine Funktionsstörung sowie verschieden Parameter zur Charakterisierung und Differenzierung des Diabetes mellitus miteinbezogen.<

Bei 70% der Diabetiker zeigten sich mittlere bis schwere Veränderungen im Sinne einer chronischen Pankreatitis nach der Cambridge-Klassifikation, wobei kein Zusammenhang mit Alters- und Geschlechtsverteilung sowie Diabetestyp, -dauer, -therapie und überwiegenden Diabeteslaborparametern hergestellt wurde. Eine deutliche Korrelation konnte dagegen mit dem Vorliegen einer Papillenstenose aufgezeigt werden. Weiterhin fanden sich bei höhergradigen Gangveränderungen im Sinne einer chronischen Pankreatitis Grad III die niedrigsten Elastase-Konzentrationen.<

Hauptbefund stellt somit die erstaunlich hohe Prävalenz schwerer Pankreasgangveränderungen im untersuchten Kollektiv dar. Zusammen mit den ebenfalls signifikant verminderten Elastase 1-Werten als Zeichen der exokrinen Funktionsstörung entspricht dies den Kriterien der chronischen Pankreatitis. Wir stellen daher die Vermutung an, daß viel häufiger als bislang angenommen ein primärer Prozeß am exokrinen Pankreas einen sekundären pankreatogenen Diabetes mellitus auslöst.