Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-16576
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1657/


Untersuchung der zementfesten Haftung von Wurzelstiften bei auto- alloplastischer Zahnplantation

Ouzounis, Thomas


Originalveröffentlichung: (2004) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.378 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-696-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.07.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 19.08.2004
Kurzfassung auf Deutsch: In einer klinischen Studie wurden in einem ersten Versuchsabschnitt Häufigkeit und Ursachen von Stiftlockerungen im Zeitraum von 1978 bis 2001 am Medizinischen Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Giessen bestimmt. Insgesamt sind 123 Zähne (von 97 Patienten) nach extraoraler Stiftinsertion plantiert worden. Davon waren 67 Stifte aus Aluminiumoxidkeramik und 56 aus Titan. Für die Befunderhebung standen Krankenakten und Röntgenaufnahmen der betroffenen Zähne zur Verfügung. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit für Aluminiumoxidkeramikstifte von 67 (± 44,2) Monaten und bei den Titanstiften von 16 (± 13,9) Monaten wurde beobachtet, dass fünf Keramikstifte gelockert waren. In allen diesen Fällen bestand präoperativ Parodontitis apicalis an wurzelunreifen, infizierten Zähnen. In drei von fünf Fällen ist Jodoformzement verwendet worden, während bei den anderen beiden Stiftlockerungen keine Eintragungen zur Zementart in der Krankenakte gemacht worden sind.

Gründe für Stiftlockerungen lassen sich nur vermuten. Neben Verarbeitungs- und Be-handlungsfehlern (Anmischverhältnis, applizierte Zementmenge) kommen material-technische (Stiftmaterial) sowie indikationsbezogene (intentionelle Replantation endodontisch infizierter Zähne) Faktoren in Betracht. Zwischenzeitliche Umstellungen in Behandlungsmethodik und Materialverwendung vermeiden einen Großteil vorgenannter Unsicherheiten.

Im zweiten Teil der Untersuchungen wurden an insgesamt 48 extrahierten Zähnen des Menschen die zementfeste Haftung von Wurzelstiften bei auto- alloplastischer Zahn-plantation gemessen und ausgewertet. Dazu wurden Titanstifte (jeweils maschinengedreht/aufgerauht) mit vier verschiedenen Zementen eingesetzt. Nach einer Aushärtungsphase von einer Woche wurde an der ZWICK-Prüfmaschine 1454 die Parameter Bruchkraft, Fmax und L bei Fmax gemessen. Abschließend wurde an den Titanstiften die Zementabdeckung nach Augenmaß beurteilt. Alle vier Zementarten (Diaket, Sealapex, Ketac und Fixodont) weisen weitestgehend vergleichbare Ergebnisse auf. Grundsätzlich zeigten angerauhte Titanstifte höhere Abzugskräfte und größere Zementabdeckung.

Der Einfluss der eingesetzten Zemente auf Auszugswerte und Zementabdeckung war erheblich. Der Zement mit den geringsten Auszugskräften (Diaket) wurde klinisch erfolgreich eingesetzt, ohne dass Stiftlockerungen beobachtet wurden.
Die Entscheidung zum Einsatz eines Zementes bei extraoraler retrograde Stiftinsertion sollte nicht anhand von Auszugsversuchen erfolgen.
Kurzfassung auf Englisch: In a clinical study frequency and causes were determined for loosening of posts extraorally inserted into the root canal of teeth to be replanted in the period from 1978 to 2001 at the medical center for dentistry at the university of Giessen. In total 123 teeth (in 97 patients) were planted after extraoral inserion of posts. Of these 67 posts were made of aluminum-oxide-ceramics and 56 were made of titanium. For the data acquisition patients´ documents and radiographs of the teeth were evaluated. The average observation period for ceramic posts was 67 (+/- 44.2) months and for titanium posts it was 16 (+/- 13.9) months. Five ceramic posts were loosened. In all these cases the preoperative diagnosis was apical periodontitis in immature and and endodontically infected teeth. In three of these five cases Jodoform-cement was used, while in the other two cases the type of the cement was not documented.
Reasons for loosening of posts can only be speculated on. Apart from malpractice (mixing of cement, insufficient quantitiy of applied cement) material related (post material) as well as indication-related factors (intentional replantation of endodontically infected teeth) may be taken into account. In the meantime introduced changes in treatment modalities and materials should avoid most of the aforementioned uncertainties.

In the second part of the investigation in total 48 extracted teeth of humans were used to determine the adhesion of posts cemented into root canals. Titanium posts with surfaces as machined as well as roughened were inserted with four different cements. After a setting phase of one week the parameters breaking force, Fmax and length ant Fmax were measured during extrusion tests in a Zwick machine 1454. After complete extrusion the amount of cement covering the posts was visually estimated. Roughened titanium posts showed higher extrusion forces and higher cemental coverage. The influence of the used cements on extrusion forces and cemental coverage was substancial. However the cement with the lowest extrusion forces (Diaket) was clinically successful without observation of loosening of posts. In vitro extrusion studies should not be decisive for the selection of cements used for extraoral retrograde insertion of posts.