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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-16568
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1656/


Beschreibung eines Patientenkollektives des "Hessischen Zentrums für Klinische Umweltmedizin" anhand Anamnese und Diagnostik unter Einsatz verschiedener psychometrischer Verfahren

Description of a group of patients of the "Hessisches Zentrum für Klinische Umweltmedizin" on the basis of medical history and diagnosis by means of psychometric procedures

Körner, Elke Monika


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Umweltmedizin , Multiple Chemical Sensitivity , Alexithymie , somatoforme Störungen , gesundheitsbezogene Lebensqualität
Freie Schlagwörter (Englisch): environmental medicine , multiple chemical sensitivity , alexithymia , somatoform disorders , health related quality of life
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für psychosomatische Medizin, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie und Medizinisches Zentrum für Ökologie, Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.07.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 16.08.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, ein Patientenkollektiv des 'Hessischen Zentrums für Klinische Umweltmedizin' anhand Anamnese und Diagnostik unter Einsatz psychometrischer Verfahren zu beschreiben.

Dazu wurden 53 Patienten bei ihrem ambulanten Termin in der Umweltmedizinischen Ambulanz des HZKUM gebeten, psychometrische Erhebungsinstrumente zu den Themen Alexithymie (TAS-26), Krankheitstheorien (PATEF), Umweltbesorgnis (SUB), gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36), somatoforme Störungen (SOMS) und psychische Belastung (SCL-90-R) auszufüllen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Studienteilnehmer Anamnese und Befunde betreffend umweltmedizinischen Patienten anderer Ambulanzen/Studien ähneln. Das heterogene Studienkollektiv konnte anhand der Diagnosen in die Gruppen 'somatisch', 'nicht erklärbar' und 'psychosomatisch' eingeteilt werden, wobei sich diese Gruppeneinteilung nicht nur im Bezug auf die gestellten Diagnosen bestätigt hat. Bei allen psychometrischen Erhebungsinstrumenten ergaben sich signifikante/hochsignifikante Unterschiede im Vergleich zu den jeweiligen Normkollektiven: Die Teilnehmer, die sich als weniger umweltbesorgt als die Norm herausstellten, wiesen teilweise Schwierigkeiten bei der Identifikation von Gefühlen und dadurch ausgelösten körperlichen Reaktionen auf sowie eine eher oberflächliche Betrachtungsweise komplexer Zusammenhänge ('extern orientierter Denkstil'). Es überwiegte Unentschlossenheit bzgl. der Krankheitsursachen ('diffuse Krankheitstheorie'). Die subjektiv empfundene Lebensqualität wurde als schlecht beurteilt. Es gab einen hohen Anteil an Patienten mit somatoformen Störungen und es lag eine messbare psychische Belastung der Teilnehmer vor.

Aus den Ergebnissen wurde geschlossen, dass TAS-26, PATEF und SOMS Instrumente für den Einsatz in der Klinischen Umweltmedizin sein könnten, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt zu gewährleisten. Des weiteren könnte der Aspekt des 'extern orientierten Denkstils' und der 'diffusen Krankheitstheorie' bei diesen Patienten in weiteren Studien verfolgt werden als mögliche fördernde Faktoren bei der Entstehung von 'Umweltkrankheiten'.
Kurzfassung auf Englisch: By the presented study it was intended to describe a group of patients of the 'Hessisches Zentrum für Klinische Umweltmedizin (HZKUM)' on the basis of medical history and diagnosis by means of psychometric procedures.

Therefore 53 patients were asked to fill in some psychometric instruments about alexithymia (TAS-26), disease theories (PATEF), environmental worry (SUB), health related quality of life (SF-36), somatoform disorders (SOMS) and psychical load (SCL-90-R) during their ambulatory date at the outpatients department for environmental medicine of the HZKUM.

Similarity concerning medical history and diagnosis between patients examined in our outpatients department for environmental medicine and those examined in other outpatients departments for environmental medicine / studies were shown. The heterogeneous group of patients was divided into the three subgroups 'somatic', 'not explicable' and 'psychosomatic' on the basis of diagnoses. This partition was not only confirmed in relation to the drawn up diagnoses. All psychometric instruments resulted in significant / high significant differences compared with the respective standard collectives. The participants, who turned out as less environmentally worried than the standard had partially difficulties in identifying their own feelings causing physical reactions as well as a rather superficial view of complex connections ('extern orientierter Denkstil'). Indecision concerning causes of diseases ('diffuse Krankheitstheorie') was predominating. Quality of life was subjectively judged as bad. There were a lot of patients complaining about somatoform disorders with measurable psychical load.

It was concluded from the results, that TAS-26, PATEF and SOMS could be used in the environmental medicine in order to ensure a better cooperation between patient and physician. A far-sighted outlook could be the survey about the aspects of 'extern orientierter Denkstil' and 'diffuse Krankheitstheorie' in context with promoting factors of environmental diseases.