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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-15984
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1598/


Dentale und skelettofaziale Effekte der kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Distalbissbehandlung (Angle-Klasse II:1) von Erwachsenen : eine röntgenkephalometrische Untersuchung

Erbe, Christina


Originalveröffentlichung: (2003) Giessen: Koehler 2004
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.516 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Distalbiss , Chirurgie , Kieferorthopädie , Angle Kl. II:1
Freie Schlagwörter (Englisch): distal occlusion , orthognathic surgery , orthodontics , Angle Cl. II:1
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Poliklinik für Kieferorthopädie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 3-935713-81-9
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.03.2004
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 17.09.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Ermittlung des Ausmaßes dentaler und skelettofazialer Veränderungen bei kieferorthopädisch-kieferchirurgisch behandelten Erwachsenen mit einem Distalbiss.

Das Probandengut umfasste 46 Erwachsene (Durchschnittsalter: 26,0 Jahre) mit einer Angle-Klasse II:1, die alle nur im Unterkiefer mit einer retromolaren sagittalen Spaltung operiert wurden. Vor und nach der kieferchirurgischen Maßnahme erfolgte bei allen Probanden die Ausformung der Zahnbögen mittels einer Multibracket-Apparatur. Die gesamte Behandlungsdauer betrug durchschnitlich 1,7 Jahre.

Von allen Probanden wurden zwei Fernröntgenseitenbilder des Kopfes von vor und nach abgeschlossener kieferorthopädisch-kieferchirurgischer Behandlung ausgewertet. Analysiert wurden die sagittalen Okklusionsveränderungen (SO-Analyse) und die skelettofaziale Morphologie.

Ergebnisse (Angabe der Mittelwerte):

Overjet-Korrektur

Der Overjet wurde um 6,3mm reduziert ( p<0,001). Die Overjet-Korrektur war zu 63% skelettal und zu 37% dental bedingt.

Korrektur der Molaren-Relation

Die Molaren-Relation wurde um 5,0mm verbessert ( p<0,001). Sie war zu 81% skelettal und zu 19% dental bedingt.

Sagittale Kieferlagebeziehung

Der Winkel SNB vergrößerte sich um 2,1 Grad (p<0,001) und der Winkel SNPg um 1,6 Grad (p<0,001). Der Winkel ANB verkleinerte sich um 2,4 Grad (p<0,001) und der Winkel ANPg um 1,9 Grad (p<0,001). Der Wits verkleinerte sich um 4,1mm (p<0,001).

Vertikale Kieferlagebeziehung

Der ML/NSL vergrößerte sich um 3,3 Grad (p<0,001) und der ML/NL um 3,7 Grad (p<0,001).

Overbite

Der Overbite wurde um 2,1mm reduziert (p<0,001)

Gesichtshöhe

Die vordere untere Gesichtshöhe vergrößerte sich um einem Indexwert von 1,3 (p<0,001). Hingegen verkleinerte sich die hintere untere Gesichtshöhe um einem Indexwert von 2,0 (p<0,001).

Profilkonvexität

Der Hartgewebe-Profilwinkel (N-A-Pg) vergrößerte sich um 4,5 Grad (p<0,001). Der Weichgewebe-Profilwinkel exklusive Nase (NS-Sn-PgS) vergrößerte sich um 5,5 Grad (p<0,001) und inklusive Nase (NS-No-PgS) um 3,2 Grad (p<0,001).

Lippenposition

Der Abstand der Ober- und Unterlippe zur E-Linie vergrößerte sich um 2,5mm (p<0,001) bzw. 1,1mm (p<0,05).

Schlussfolgernd konnte festgestellt werden, dass die kieferorthopädisch-kieferchirurgische Distalbissbehandlung erwachsener Klasse II:1-Dysgnathien regelmäßig eine Normalisierung der sagittalen Okklusion (Overjet, Molaren-Relation) bewirkte, die größtenteils auf skelettalen und weniger auf dentalen Veränderungen basierte. Als negativ zu beurteilen waren die Vergrößerung der vorderen unteren Gesichtshöhe und die Verkleinerung der hinteren unteren Gesichtshöhe und die damit verbundene Vergrößerung des Mandibularbasiswinkels.