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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-15727
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1572/


Mete Tet Ansanm - Steckt die Köpfe zusammen! : Sozialkapital in ländlichen Basisorganisationen Haitis. Potenzial zur Minderung der Armut?

Social capital in rural grass-roots organisations of Haiti : Potential for poverty alleviation?

Trentmann, Claudia


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.235 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Sozialkapital , Haiti , Basisorganisationen , qualitative Sozialforschung , Armutsminderung
Freie Schlagwörter (Englisch): Social capital , Haiti , grass-roots organisations , qualitative social research , poverty alleviation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Soziologie
Fachgebiet: Soziologie
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.02.2004
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 14.06.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit untersucht die Dimensionen und Eigenschaften von Sozialkapital in ländlichen Basisorganisationen Haitis anhand der Rekonstruktion der Organisationswirklichkeit durch ihre Mitglieder. Sozialkapital wird als ein Vorrat an Mitteln zur Optimierung sozialen Handelns verstanden und für die Analyse kollektiver Handlung in ländlichen Basisorganisationen Haitis herangezogen. Die empirische Grundlage bilden Gruppendiskussionen, die zwischen 1999-2000 im Rahmen einer qualitativen Sozialforschung im ländlichen Haiti durchgeführt wurden. In Anlehnung an die Untersuchungspraxis der rekonstruktiven Sozialforschung erfolgt eine Typologie der Motivlagen für den Gruppenzusammenschluss und des individuellen und kollektiven Nutzens für die Mitglieder in Basisorganisationen. Das Zentrale Anliegen der Arbeit ist, die Akteure selbst zu Wort kommen zu lassen. Der kreolische Ausdruck 'METE TET ANSANM – Steckt die Köpfe zusammen' ist dabei das von den organisierten Frauen und Männern definierte Selbstverständnis und Grundlage für die Selbstorganisation der armen bäuerlichen Gesellschaft. Es stellt nach Aussagen der Befragten den wichtigsten Aspekt des Zusammenarbeitens dar. Andere Einzelkomponenten von Sozialkapital sind z. B. Vertrauen, Reziprozität, Solidarität und Gemeinschaftsaktion in Basisorganisationen, welche die Handlungslogik ihrer Akteure bestimmen. Sozialkapital ist integrativ und erhöht die Effizienz von Kooperationen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Arbeit die Mobilisierbarkeit von Sozialkapital auf, das sowohl von den Mitglieder der Basisorganisationen als auch von Entwicklungsagenturen für die Armutsminderung nutzbar gemacht werden kann. Die unterschiedlichen Partizipationsmöglichkeiten durch das Engagement in Basisorganisationen und der damit verbundene Zugang zu Ressourcen macht die Verbindung zwischen der Selbstorganisation, Sozialkapital und Armutsminderung deutlich. Die Forschungsergebnisse stellen mögliche Ansatzpunkte zur Minderung der Armut durch die Nutzbarmachung von Sozialkapital in ländlichen Basisorganisationen in den gesellschaftlichen Kontext Haitis und leisten einen Diskussionsbeitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen armer Gesellschaften.
Kurzfassung auf Englisch: The present research analyses the dimensions and characteristics of social capital in rural Haitian grass-roots organisations. Emphasis is given to the member’s view to reconstruct their own organisational reality. Social capital is understood as a set of resources to optimise social action and is used to analyse collective action in rural organisations. Group discussions are the empirical basis for data collection in the frame of a qualitative social research design applied between 1999 and 2000 in rural Haiti. Following the research praxis of social reconstruction, a typology of the motives and of the individual and collective benefits of self-organisation has been developed. The focus of the research approach put the voices of the interviewed people in the centre of analysis. The Creole expression 'Mete tet ansanm – put your heads together', is the overall slogan of the interviewed peasants that describes how organised poor people see themselves within the rural society and why these groups hold together. Other characteristics of social capital are trust, reciprocity, solidarity and collective action within grass-roots organisations which determine the logic of action among actors. Social capital can be classified as integrative and makes cooperation more efficient. Generally, the results of the research show the possibilities to mobilise social capital that can be used by their members as well as by development agencies towards poverty alleviation. The various opportunities for participation and the access to resources through people’s engagement in grass-roots organisations clarify the inter-relationship between self-organisation, social capital and poverty alleviation. Finally, the research discusses potential approaches to reduce poverty by making use of social capital in local organisations and argues in the specific context of the Haitian population towards the improvement of the living conditions in poor societies.