Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-15203
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1520/


Epidemiologie und Versorgungsstrukturen des Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen in Bremen

Strube, Katinka Charlotte


pdf-Format: Dokument 1.pdf (255 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): Diabetes mellitus , Epidemiologie , Versorgungsstrukturen , Typ 1
Freie Schlagwörter (Englisch): diabetes mellitus , type 1 , epidemiology , childhood diabetes
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.03.2004
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 24.05.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Problemstellung: Weltweit nimmt die Anzahl der Neuerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen zu. In Deutschland liegt die Inzidenz nach aktuellen Schätzungen bei bis zu 15/100.000 Einwohnern im Jahr. Auf die steigende Anzahl an jugendlichen Diabetikern muss mit entsprechender Versorgung reagiert werden, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten und Folgeschäden des Diabetes zu reduzieren. Da die Finanzierung der medizinischen Kosten in allen Versorgungsbereichen in Frage gestellt wird, muss durch Dokumentation eine Qualitätssicherung der Kliniken belegt werden. Um diesen Faktoren Rechnung zu tragen, sind für das Bundesland Bremen Inzidenz- und Prävalenzraten des Diabetes mellitus Typ 1 ermittelt worden. Die Versorgungsstrukturen in Bremen und die
Ergebnisqualität der betreuenden Ambulanzen wurden untersucht.

Methodik: Von Januar 1999 bis Dezember 2000 sind die Daten von 150 Diabetikern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren in einer diabetesspezifischen Software DPV erfasst und statistisch ausgewertet worden. Für die Inzidenz- und Prävalenzberechnung wurde ein Fragebogen an
Pädiater, Internisten und Kinderkliniken versandt. Mit der Capture-recapture Methode konnte die Erfassungsgenauigkeit der Datenquellen überprüft werden. Eine spezifische Bevölkerungsstatistik wurde vom Statistischen Landesamt zur Verfügung gestellt.

Ergebnisse: Im genannten Zeitraum liegt die Prävalenz bei 133,7/100.000 und die Inzidenz bei 17/100.000 bei einer Erfassungsvollständigkeit von 98,5%. Das mittlere Alter der Patienten beträgt 12 Jahre, die mittlere Diabetesdauer liegt bei 4 Jahren. Die Jungen sind mit 55% leicht überrepräsentiert. Drei Diabetesambulanzen versorgen über 300 Patienten aus
Bremen und Niedersachsen und gewährleisten eine wohnortnahe Betreuungsmöglichkeit der Patienten. Als Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie nehmen die
Ambulanzen an einem kontinuierlichen Programm zur Qualitätssicherung teil. Die stationären Aufenthalte resultieren zu 80% aus Neumanifestationen, Therapieumstellungen und Schulungen; die durchschnittliche Liegedauer beträgt 12 Tage. Die Stoffwechseleinstellung liegt mit einem mittleren HbA1c-Wert von 7,9% leicht über dem angestrebten Zielwert.

Schlussfolgerung: Erstmals liegen für das Bundesland Bremen methodisch erfasste Inzidenz- und Prävalenzraten vor, die einen Vergleich mit den Daten aus anderen Bundesländern ermöglichen. Es ist geplant, die epidemiologischen Daten in Bremen prospektiv über die nächsten Jahre zu erfassen und die Studie auf den norddeutschen Raum zu erweitern. Die
derzeitige Stoffwechseleinstellung der Diabetiker macht eine weiterführende Analyse und Optimierung der Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung erforderlich.
Kurzfassung auf Englisch: Aim: All over the world, the number of newly diagnosed cases of Type I diabetes mellitus in childhood is increasing. According to present estimates, the incidence in Germany amounts up to 15/100.000 inhabitants per year. To the rising number of younger diabetes patients one
has to react with appropriate supply, if optimal care wants to be guaranteed and long-term complications of diabetes wants to be reduced. As the financial state of medical care remains uncertain, documentation and quality is necessary in clinical affairs. Taking all aspects into account, incidence and prevalence rates of diabetes mellitus Type I for the state of Bremen have been calculated. Supply infrastructure and quality of medical care have been investigated.
Methods: From January 1999 until December 2000, the data of 150 diabetic children aged 0 - 18 has been registered and evaluated making use of a diabetes documentation software DPV. A questionnaire has been sent to paediatrics, internal specialists and pediatric hospitals. The precision of registration of the data sources could be investigated by the capture-recapture method. Specific statistics on population was made available by the National Statistical office in Bremen.

Results: In the period of time mentioned above, the prevalence is 133,7/100.000, the incidence is 17/100.000 with completeness of registration at 98,5%. The average age is 12 years, the average duration of diabetes 4 years. Male are slightly overrepresented at 55%. Caring for over 300 patients living in Bremen and Lower Saxony, three diabetic out-patient departments guarantee a central provision of medical care close to places of residence. Being part of the working group on Pediatric Diabetology, the departments take part in a continuous quality control program. 80% of hospitalisation result from newly diagnosed diabetes,
changes in therapy and educational programmes, the average duration of stay is 12 days. With an average HbA1c value of 7,9%, metabolic control is slightly above the aspired result.

Conclusion: For the first time, there are methodically registered incidence and prevalence rates for the State of Bremen, which allow a comparison to data from other states in Germany. Registering epidemiological data in Bremen prospectively for the coming years is in the
planning stage, as well as the extension of registration to the northern part of Germany. The current metabolic control of diabetic children makes continuous analysis and optimisation of supply infrastructures and quality control necessary.