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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-15174
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1517/


Der Einfluss der antioxidativen Vitamine E und C auf die diabetische Nephropathie

Varendorff, Christian


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.967 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Diabetes , Vitamin E , Vitamin C , Nephropathie , Hb-AGE
Freie Schlagwörter (Englisch): diabetes , vitamine E , vitamine c , nephropathy , Hb-AGE
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ernährungswissenschaft und III. Medizinische Klinik und Poliklinik
Fachgebiet 1: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
Fachgebiet 2: Medizin fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.12.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 17.05.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Trotz vielfältiger Therapieoptionen des Diabetes mellitus, ist es bis heute nicht gelungen, einen Großteil der Diabetiker ausreichend einzustellen. Deshalb ist es nach wie vor wichtig, Therapieformen zu finden, die gut durchzuführen sind, wenig Nebenwirkungen haben und zusätzlich kostengünstig sind.
Die Datenlage für antioxidative Vitamine war vielversprechend, da sie auf vielen Ebenen diabetischer Stoffwechselstörungen einen positiven Effekt auszuüben schienen. Jedoch gab es bisher selten Studien, die synergistische Effekte von antioxidativen Vitaminen untersuchten. Ebenso gab es keine Studien, die den Einfluss auf die diabetischen Folgeschäden im Focus hatten. Die vorliegende Studie sollte anhand der diabetischen Nephropathie überprüfen, ob sich aus der Summe der bisherigen Daten auch ein klinischer Vorteil ergeben würde.
Insgesamt konnten 12 Diabetiker mit gesicherter Nephropathie in die Studie involviert werden. Daraus bildeten 8 Teilnehmer, die 4 Phasen der Studie durchliefen, die Gruppe B. Aus der Gruppe B nahmen 4 Patienten an der Phase 5 teil. Für die Gruppe C wurden von den 12 Diabetikern diejenigen mit der höchsten und niedrigsten Albuminausscheidung ausgeschlossen.
Um die in dieser Studie aufgestellte Hypothese zu beantworten, wurden neben der Albuminausscheidung als Parameter für die Schwere der diabetischen Nephropathie, das Fruktosamin, HbA1c und die Hb-AGE als Parameter der Stoffwechseleinstellung bestimmt. Die Dosierung der Vitamine mit 1.200 IE Vitamin E und 1.500 mg Vitamin C wurde früheren Studien angepasst.
Die geringe Probandenanzahl sowie die teilweise große interindividuelle Varianz der Messwerte und die daraus resultierende hohe Standardabweichung verhindern zum Teil den Nachweis einer statistischen Signifikanz. Trotzdem zeigt die Studie einen positiven Einfluss der antioxidativen Vitamine auf einige Parameter.
Ein positiver Einfluss auf Parameter der Bz-Kontrolle wird umso deutlicher, je länger der retrospektive Zeitraum des Messwertes ist. So wird die Höhe des Fruktosamins nicht, der HbA1c Wert bis zu 10% und die Menge der Hb-AGE bis zu 22% verbessert. Die Verbesserungen der Hb-AGE-Spiegel waren bis auf eine Ausnahme signifikant und stellen damit eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit dar!
Obwohl die Albuminausscheidung unter der Vitaminsupplementierung um bis zu 60% abnahm, konnte die Verbesserung nicht statistisch gesichert werden. Jedoch bestätigte die Eliminierung von Ausreißern die Hypothese, dass die niedrige Probandenanzahl und der hohe Standardfehler einen statistischen Nachweis maskieren. So war die geringere Albuminausscheidung (30%) bei Vitamin-E-Gabe statistisch signifikant unter dem Basiswert, und die Kombinationstherapie verfehlte das Signifikanzniveau nur knapp (p = 0,08). Beide Werte unterscheiden sich aber nur durch den größeren Standardfehler der Kombinationstherapie.
Sowohl in Gruppe A als auch in Gruppe B verbessert sich die Albuminausscheidung während der Vitamingabe und verschlechtert sich nach dem Absetzen. Die wiederholte Vitamin-E-Gabe führt in Gruppe A erneut zu einer Verbesserung der Albuminurie.
Insgesamt liegen damit einige Hinweise vor, um die Hypothese eines positiven Einflusses der antioxidativen Vitaminen E und C auf die diabetische Nephropathie zu stützen. Sicherlich kann aufgrund der genannten Limitationen erst mit einer größer und differenzierter angelegten Studie eine sichere Aussage getroffen werden.
Dort können dann auch zusätzliche in den Fokus gelangte Aspekte, allen voran die PKC-Familie, mitberücksichtigt werden. Dass dadurch die Mortalität der Diabetiker gesenkt werden kann, scheint zum jetzigen Zeitpunkt nach Erscheinen erster Langzeitstudien wie der heart-protection-study zweifelhaft. Jedoch blieb dieser Erfolg, der in der UKPDS-38-Studie als besonders wichtig eingestuften Blutdrucksenkung, schon verwehrt. Damit ist nach wie vor die Verbesserung der Stoffwechsellage der wichtigste Faktor zur Therapie des Diabetes mellitus.