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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1435/


Das intrazelluläre Zytokinmuster bei kritisch Kranken

Liu, Jiu-hong


pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.480 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Intrazellulär , Zytokin , Durchflußzytometrie
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung Anaesthesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie des Universitätsklinikums Gießen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.03.2004
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 05.03.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Unfallbedingte Polytraumen stellen für den betroffenen Menschen eine lebensbedrohliche Situation dar. Der Tod tritt bei den polytraumatisierten Patienten häufig erst nach einigen Tagen auf und kann durch posttraumatische Komplikationen verursacht werden. Dabei nimmt das progressive, septisch-toxische Multiorganversagen eine Schlüsselposition ein.

Durch die posttraumatischen, pathophysiologischen Vorgänge kann es zunächst zu einer lokalen Entzündungsreaktion kommen. Lokal sezernierte Entzündungsmediatoren wie Zytokine können in die systemische Zirkulation gelangen. So können diese Mediatoren zu einer Schädigung von primär nicht betroffenen Organsystemen führen und damit ein Multiorgandysfunktionssyndrom einleiten. Daher stellte sich für diese Studie folgende Fragestellung:

Gibt es für polytraumatisierte oder septische Patienten ein bestimmtes intrazelluläres Zytokinmuster bzw. eine bestimmte, zeitlich geregelte Zytokinverteilung?

Zehn männlichen, gesunden Probanden, 20 polytraumatisierten Patienten und 15 septischen Patienten wurde Vollblut abgenommen und daraus der prozentuale Anteil an zytokinprodu-zierenden T-Zellen durchflusszytometrisch bestimmt. Bei den Patienten erfolgte der laborchemische Nachweis der intrazellulären Zytokine alle 24 Stunden über 14 Tage.

In dieser Studie konnte eine generalisierte Verminderung der Anzahl an zytokinproduzierenden T-Zellen für beide Patientengruppen gegenüber dem Normalkollektiv nachgewiesen werden.

Wir vermuten einen generalisierten Verbrauch an Zytokinen als Folge des Polytraumas oder während der Sepsis unserer Patienten. Die immunologischen Defensivsysteme sind bei kritisch Kranken häufig schon initial geschwächt.

Im Rahmen der sich systemisch ausbreitenden Entzündungsreaktion kam es schließlich zu einer Erschöpfung der Immunkomponenten wie den Zytokinen kommen, die in einen totalen Zusammenbruch des Immunsystems bei den verstorbenen polytraumatisierten und septischen Patienten münden.