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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-14237
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1423/


Candidabesiedelung der Mundhöhle in Abhängigkeit vom kariösen Gebisszerstörungsgrad

Bräunig, Ulrike


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.352 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Candida albicans , Hefepilze , Kinderzahnheilkunde , Mikrobiologie , Karies
Freie Schlagwörter (Englisch): caries , microbiology , yeasts , candida albicans , milk-teeth
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kinderzahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.11.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 25.02.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Studie war es zu überprüfen, ob mit steigender Anzahl kariöser Läsionen auch eine konstante Zunahme der Hefebesiedelung und deren Konzentration einhergeht.

An Kindern im Alter zwischen 2 und 7 Jahren wurden mikrobiologische Untersuchungen zur Keimbesiedelung der Mundhöhle durchgeführt. Dabei handelte es sich um eine Gesamtgruppe von 120 Kindern, die gemäß ihrer Anzahl vorhandener kariöser Milchzähne in 4 Einzelgruppen zu je 30 Kindern unterteilt wurden: (Gruppe I: d(t)-Wert=0; Gruppe II: d(t)-Wert=1-3; Gruppe III: d(t)-Wert=4-6; Gruppe IV: d(t)-Wert=>6). Bei allen Kindern wurden entnommene Speichel- und Plaqueproben, bei Kindern mit kariösen Gebissen zusätzlich auch Proben kariös erweichter Zahnsubstanz auf das Vorhandensein von Candida-spezies untersucht. Des Weiteren erfolgte die Entnahme zusätzlicher Speichelproben für die Testung auf Mutans Streptokokken (Dentocult SM-Test) und Laktobazillen (Dentocult LB-Test) sowie zur Analyse der Pufferkapazität (Dentobuff-Test).


Der Vergleich der Candidabesiedelung der Mundhöhle zwischen den Gruppen ergab, dass mit steigender Anzahl kariöser Zähne die Häufigkeit der Candidabesiedelung im Speichel, in der Plaque und in der kariösen Substanz stetig zunimmt. Während Speichelproben innerhalb der Gruppe I nur in 13,3% und Plaqueproben nur in 10% der Fälle Candida albicans enthielten, stiegen die Werte bei Kindern mit höheren d(t)-Werten stetig an. So enthielt der Speichel in Gruppe IV schließlich in 60% und die Plaque in 66,7% der Fälle Candida. In kariös erweichter Zahnsubstanz konnten sogar in 93,3% der Proben Hefen diagnostiziert werden.
Darüber hinaus konnte eine Korrelation zwischen der Candidamenge und den d(t)-Werten der Kinder festgestellt werden. Die Klassifizierung «keine» nahm für Speichel, Plaque und kariöse Substanz mit Ansteigen der Anzahl kariöser Zähne ab, während der Bewertungsgrad «massenhaft» (>10³ koloniebildende Einheiten) im Speichel der Gruppe III, in der Plaque der Gruppen III und IV und in der kariösen Substanz der Gruppe II, III und IV diagnostiziert werden konnte. Die Differenzierung der Candidaarten erbrachte bei einem Kind den Nachweis von Candida tropicalis sowie bei einem weiteren Kind von Candida parapsilosis. In allen anderen Fällen handelte es sich um Candida albicans.

Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung der Patienten mit kariösen Gebissen zeigten ebenfalls ein vermehrtes Auftreten der kariesspezifischen Keime Streptococcus mutans und Laktobazillen im Speichel. Um so höher der d(t)-Wert der betroffenen Kinder war, desto häufiger waren diese Keime im Speichel nachweisbar. Innerhalb der Gruppe I beherbergten nur 36,7% der Kinder Mutans Streptokokken und 70% Laktobazillen. In der Gruppe IV waren hingegen alle Speichelproben mit diesen Keimen besiedelt. Zwischen der Pufferkapazität des Speichels und der Anzahl kariöser Zähne bestand keine Korrelation.

Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass eine orale Besiedelung mit Candida nicht erst bei stark kariösem Gebisszustand auftritt. Die Kolonisation der Mundhöhle beginnt vielmehr bereits bei kariesfreien Gebissen und nimmt mit ansteigendem d(t)-Wert kontinuierlich zu. Darüber hinaus nimmt auch die Candidamenge mit höheren d(t)-Werten zu, so dass Kinder mit großem kariösen Gebisszerstörungsgrad eine größere Menge an Pilzen in den Proben aufweisen als Kinder mit geringem Zerstörungsgrad. Schließlich besteht ebenfalls eine positive Korrelation zwischen der Häufigkeit der kariesspezifischen Keime Streptococcus mutans und Laktobazillen im Speichel und ansteigenden d(t)-Werten der Kinder
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this comparative study was to clarify, if an increase in the number of carious defects goes together with a constant increase in yeast colonization and its concentration.


Exploratory microbiological tests were carried out on children aged between 2 and 7 years to detect micro-organism colonization of the oral cavity. The study was carried out on a total group of 120 children, which according to the number of carious milk-teeth was divided in to 4 groups: (group I: d(t)-value=0; group II: d(t)-value=1-3; group III: d(t)-value=4-6; group IV: d(t)-value=>6). Saliva and dental plaque samples was taken from all the children, from the children with carious teeth samples were also taken of carious material to detect candida species. In addition the test sets produced by Orion Diagnostica (Espoo, Finland) were used to quantify Streptococcus mutans (Dentocult SM) and lactobacilli (Dentocult LB) and to measure the buffering capacity of the saliva (Dentobuff).


The comparison of the candida colonization of the oral cavity between the groups showed that with an increasing number of carious teeth the frequency of the candida colonization in saliva, dental plaque and tooth carious material also increases continually. While in group I 13,3% of the saliva samples and 10% of the dental plaque samples contained Candida albicans, the values increased by children with higher d(t)-value continually. In group IV 60% of the saliva samples and 66,6% of the dental plaque samples contains candida. Carious material contained in 93,3% of the samples yeasts. A correlation between the amount of candida and the d(t)-values of the children was determined. The classification «none» decreased for saliva, dental plaque and carious material with the increase in the number of teeth with carious, while the classification «massive» (>103 colony-forming units) in the saliva of group III, in the dental plaque of group III and IV and in the carious material of group II, III and IV could be determined. The differentiation of candida-types showed by 1 child Candida tropicalis, by another child Candida parapsilosis and all the rest had Candida albicans.

The evaluations revealed an increased number of the carious-specific micro-organism Streptococcus mutans and lactobacilli in the saliva of patient with carious teeth. The micro-organism in saliva was more frequently determined, the higher the d(t)-value of the children was. In group I only 36,7% of the children had Streptococcus mutans and 70% lactobacilli, while in group IV all the saliva samples had this micro-organism. There was no correlation between the buffering capacity of the saliva and the number of carious teeth.


The conclusion of this study was, that the oral colonization with candida does not just start by very badly infected carious teeth. The colonization of the oral cavity begins with carious free teeth and increases with increase of the d(t)-value continually. Furthermore the quantity of candida increases with higher d(t)-value, so that children with a higher degree of carious teeth destruction showed a higher amount of fungal in the samples as children with a lesser degree of teeth destruction. Finally there is a positive correlation between the frequency of the caries-specific bacteria Streptococcus mutans and lactobacilli in the saliva and increasing d(t)-values of the children.