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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1421/


Klinische Untersuchungen zu biochemischen Resorptionsmarkern des Knochenstoffwechsels bei Osteoporose am Beispiel der proximalen Femurfraktur

Hösel, Marco Laszlo


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.02.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 08.03.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Dissertationsarbeit untersucht den Verlauf biochemischer Knochenmarker im Rahmen der Frakturheilung bei Patienten mit Osteoporose, um die postoperative Knochenheilung insbesondere bei Osteoporose auf laborchemischer Basis zu beschreiben.


Dafür wurden 33 Patienten mit einer proximalen Femurfraktur, 25 Kontrollpersonen und zusätzlich 34 Patientinnen mit einer distalen Radiusfraktur in die Studie eingeschlossen. Bei allen Patienten wurden im 1. Morgenurin die Resorptionsmarker Aminoterminales Telopeptid (NTx), Desoxypyridinolin (D-Pyr) und Pyridinolin (Pyr) präoperativ und am 2., 4., 10. und 14. Tag postoperativ bestimmt. Zudem erfolgte die Messung der Knochendichte der Lendenwirbelsäule mit der quantitativen Computertomographie (qCT) zur Feststellung der Osteoporose.


Unter den 33 Patienten mit einer proximalen Femurfraktur waren 60% Frauen und 40% Männer, bei fast 90% aller Patienten wurde eine Osteoporose diagnostiziert, während nur 10% eine normale Knochendichte und somit keine Osteoporose aufwiesen. Zwischen dem Lebensalter und der Knochendichte (BMD) konnte eine signifikant negative Korrelation für beide Geschlechter gezeigt werden. Insgesamt traten die pertrochantären Femurfrakturen zweimal häufiger auf (64%) als die Schenkelhalsfrakturen (36%), wobei weibliche Patienten öfter pertrochantäre Frakturen als Schenkelhalsfrakturen erlitten. Weiterhin wiesen Frauen höhergradige Schenkelhalsfrakturen als Männer auf, während sich bei den pertrochantären Frakturen eine breite Verteilung über alle Schweregrade bei beiden Geschlechtern zeigte.


Für die drei untersuchten Knochen-Resorptionsmarker konnte ein statistisch signifikanter Anstieg über den Beobachtungszeitraum der ersten 14 Tage der Frakturheilung aufgezeigt werden. Beim Vergleich der einzelnen Gruppen untereinander konnten fallzahlenbedingt keine statistisch signifikanten Unterschiede gefunden werden, wohl aber deutliche Trends. Patienten mit Osteoporose zeigten während der Frakturheilung eine höhere Konzentration an Resorptionsmarkern (besonders NTx) als nicht-osteoporotische Patienten. Bei den weiblichen Patienten fand sich ein stärkerer Anstieg der biochemischen Knochenmarker als bei den männlichen Patienten. Die gemessenen Konzentrationen der Resorptionsmarker waren bei den Patienten mit pertrochantären Femurfrakturen höher als bei den Patienten mit einer Schenkelhalsfraktur. Beim Vergleich des Verlaufes der Resorptionsmarker zwischen Patientinnen mit einer proximalen Femurfraktur und einer distalen Radiusfraktur zeigten sich jedoch signifikant höhere Konzentrationen während der knöchernen Heilung von Femurfrakturen. Zudem konnten höhere Werte an biochemischen Knochenmarkern bei zementierten Hüft-Totalendoprothesen im Vergleich zur unzementierten Implantation gefunden werden.


Zusammenfassend fanden sich höhere Konzentrationen an biochemischen Knochenresorptionsmarkern bei Patienten mit Osteoporose, bei weiblichen Patienten, bei Patienten mit einer pertrochantären Femurfraktur und bei zementierter Implantation der Hüft-Totalendoprothese.


Mit dieser Studie konnten erste Trends im Verlauf der biochemischen Knochenmarker während der Frakturheilung gezeigt werden. Weitere Studien mit größeren Patientenzahlen sollten folgen, damit die Funktion, der Verlauf und die Bedeutung der biochemischen Knochenmarker im Rahmen der Frakturheilung besser verstanden und somit die Therapie von Patienten insbesondere mit osteoporotischen Frakturen optimiert werden können.