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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-14178
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1417/


Ergebnissse nach arthroskopisch assistiert durchgeführter vorderer Kreuzbandplastik mit Semitendinosussehne als Triple-Implantat in Single-Incision-Technik und femoraler Endobutton-Fixation : Nachuntersuchungen über einen Zeitraum von 1 Jahr

Seel, Matthias


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Vordere Kreuzbandruptur , Endobutton , Semitendinosussehne , IKDC
Freie Schlagwörter (Englisch): Anterior cruciate ligament , single incision , endobutton , semitendinosus , IKDC
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.01.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 26.02.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser Arbeit ist die Überprüfung des Stabilitätsgewinnes infolge einer operativen Therapie des rupturierten vorderen Kreuzbandes mit einer ipsilateralen autogenen, femoral mit einem Endobutton fixierten, Semitendinosussehne als Dreifachschlinge bei 103 Patienten, die in der Zeit vom Juli 1993 bis zum Januar 1995 an der Orthopädischen Klinik der Justus-Liebig-Universität in Gießen operiert wurden. Des weiteren sollten im Rahmen dieser Arbeit geschlechtsspezifische Unterschiede, Unterschiede in der akuten bzw. chronischen Versorgung der Ruptur sowie bezüglich der Compliance der Patienten im Hinblick auf die erzielte Stabilität ermittelt werden. Darüberhinaus sollte der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Patienten auf ihr ursprüngliches, prätraumatisches bzw. präoperatives sportliches Aktivitätsniveau zurückkehren konnten. Im Rahmen dieser prospektiven Studie wurden an fünf verschiedenen Untersuchungsterminen (präoperativ, 6 Wochen p.o., 3 Monate p.o., 6 Monate p.o., 12 Monate p.o.) umfangreiche klinische Untersuchungen sowie jeweils ausführliche systematische Befragungen der Patienten durchgeführt. Zu den durchgeführten klinischen Untersuchungen gehörten der vordere Schubladentest, der Lachmann-Test sowie die Anschlagsqualität beim Lachmann-Test, KT-1000-Arthrometer-Messungen, Pivot-Shift-Zeichen, Seitenbandstabilität, Beinumfangsmessungen, Muskelfunktionstests und Bewegungsdefizite. Neben röntgenologischen Befunden wurden des weiteren systematische Befragungen zur subjektiven Beurteilung des Stabilitätsgewinnes und dem Auftreten von Schmerzen und Schwellungen herangezogen. Zur Klassifizierung der Kniegelenkstabilität und der klinischen Probleme wurden in der vorliegenden Arbeit die IKDC-Qualifikation, der Lysholm-Score und der OAK-Score ausgewählt. Die körperliche Aktivität der Patienten wurde mit dem Aktivitätsscore nach Tegner und Lysholm dokumentiert. Zwölf Monate nach der Operation wurden die Patienten zusätzlich zu postoperativen Komplikationen sowie der Compliance befragt. Die Ergebnisse des vorderen Schubladentests zeigen nach zwölf Monaten p.o. bei 86,2 % der Patienten ein negatives und somit normales Ergebnis der vorderen Kniestabilität. Ähnliche Ergebnisse liefert der Lachmann-Test sowie dessen Anschlagsqualität mit 81,6 bzw. 96,6 % der Patienten, die zwölf Monate p.o. eine normale Kniestabilität aufweisen. Die metrische vordere Translation der KT-1000-Arthrometer-Messungen lag präoperativ deutlich über, im weiteren Verlauf jedoch stets unter dem Normwert von 3,0 mm. Der ermittelte Compliance Index lag präoperativ im Mittel deutlich über dem Normwert von 1,0 mm, im weiteren Beobachtungszeitraum jedoch stets darunter. Während in Bezug auf den Compliance Index bei den Männern signifikant höhere Werte als bei den Frauen nachgewiesen werden können, zeigen sich beim MMD keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Tendenziell liegen jedoch auch beim MMD die Werte der Männer über denen der Frauen. Die Ergebnisse der KT-1000-Arthrometer-Messung zeigen in der vorliegenden Untersuchung keine Unterschiede in der erzielten Stabilität des Kniegelenkes in Abhängigkeit vom Operationszeitpunkt. Das Ausmaß der Flexionsdefizite steigt tendenziell mit zunehmender Dauer zwischen Ruptur und Operationszeitpunkt an, es können jedoch weder hinsichtlich der Flexions- noch der Extensionsdefizite signifikante Unterschiede in Abhängigkeit vom Operationszeitpunkt nachgewiesen werden. Prätraumatisch wies das untersuchte Patientenkollektiv einen mittleren Tegner-Activity-Level von 7,2 auf. Unmittelbar präoperativ sank dieser Wert auf 2,7. Zwölf Monate p.o. wurde ein Wert von 6,0 ermittelt. Um zu überprüfen, ob sich die Stabilität, die Beinumfangsdifferenzen und die Bewegungsfreiheit des operierten Kniegelenks in Abhängigkeit von der Compliance der Patienten unterscheiden, wurde der H-Test nach Kruskal-Wallis durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede in Bezug auf die KT-1000-Arthrometer-Messung und die Extensionsdefizite in Abhängigkeit von der Compliance der Patienten, während bei den Flexionsdefiziten und Beinumfangsdifferenzen keine Unterschiede nachgewiesen werden können. Auffällig ist, dass die Gruppe mit einer nur mäßigen Compliance die niedrigsten KT-1000 MMD-Werte aufweist. Durch die vorliegende Studie konnte gezeigt werden, dass die angewandte Operationsmethode und das gewählte Implantat in dem evaluierten kurzfristigen Nachuntersuchungszeitraum keine zur Änderung des Therapieverfahrens führenden Schwächen boten. Insgesamt zeigten sich aufgrund der erzielten vorderen Kniegelenksstabilität, der subjektiven Zufriedenheit der Patienten und der geringen Komplikationsrate sehr zufriedenstellende Ergebnisse. Weitere, mittel- und langfristige Nachuntersuchungen sind notwendig, um die Zuverlässigkeit des gewählten Operationsverfahrens abzusichern.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was the evaluation of knee ligament stability in patients status post anterior cruciate ligament reconstruction (ACL). ACL reconstruction was performed with endobutton fixation of ipsilateral autogenous tripleloop tendon of musculus semitendinosus. Operations have been conducted between July 1993 and January 1995 in the orthopedic department of Justus-Liebig-University in Giessen, Germany. Furthermore sex specific differences, differences in acute or chronic ACL reconstruction, compliance of patients with regard to post operative knee stability as well as comparison between retraumatic and post operative levels of activity have been determined. For evaluation clinical examinations as well as interviews have been carried out on five different appointments: preoperative, 6 weeks postoperative, 3 month postoperative, 6 month postoperative and 12 month postoperative. Clinical examinations included front drawer test, Lachman test, KT-1000-Arthrometer-Measurements (MMD and CI), Pivot shift test, ligament laxity evaluation, measurement of leg circumference, muscle tests and determination of range of motion. Besides analyses of x-rays interviews concerning postoperative stability, pain and swelling have been done. IKDC-Qualifikation, Lysholm-score and OAK-score were used for classification of knee stability. Physical activity was documented using the activity score by Tegner and Lysholm. Patients were interviewed regarding postoperative complications 12 month after ACL reconstruction. The front drawer test was negative in 86.2 % of the patients 12 month postoperative, demonstrating normal anterior knee stability. Comparable results could be shown with 81.6 % for Lachman test and 96.6 % in impact quality for this test. With KT-1000-Arthrometer-Measurements anterior translation movement (MMD) was preoperative higher than the cut-off-value of 3.0 mm. However, postoperative it was in every case below this cut-off-value. Preoperative CI was higher than the cut-off-value of 1.0 mm. Postoperative it was in every case lower than the above mentioned value. Regarding the MMD significant differences between males and females could not be shown. Nevertheless MMD-values for men were slightly higher compared to women. KT-1000-Arthrometer-Measurements did not show any differences regarding time of operational intervention. Flexion deficiency increases slightly with increasing time between ACL-ruptur and ACL-reconstruction, but no significant differences could be shown. The average Tegner-Activity-Level was 7.2 pretraumatic, 2.7 preoperative, and 6.0 twelve month postoperative, respectively. KT-1000-Arthrometer-Measurements as well as extension deficiencies showed significant differences depending on the compliance of the patients. Patients with moderate compliance showed the lowest MMD-values. This study shows that the applied method of ACL reconstruction in combination with the chosen implant has proven its value. Very satisfactory results could be shown demonstrated by anterior knee stability, patients satisfaction and low rate of complications. In the future follow-up examinations should be conducted to evaluate the reliability of the described method of ACL reconstruction.