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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-13405
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1340/


Eine objektive Methode zur Schätzung der Mindestsehschärfe unter Anwendung der Infrarotnystagmographie

Baalbaki, Amir


Originalveröffentlichung: (2003) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2003
pdf-Format: Dokument 1.pdf (589 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Sehschärfe
Freie Schlagwörter (Englisch): visual acuity
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung für Schielbehandlung und Neuroophthalmologie der Augenklinik der Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-651-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.12.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 15.12.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Die in der vorliegenden Arbeit untersuchte Methode stellt ein leicht anwendbares und an Computerarbeitsplätzen einsetzbares Verfahren zur objektiven Schätzung der Mindestsehschärfe dar. Die Methode beruht auf OHMs Idee der Suppression eines optokinetischen Nystagmus durch unbewegte Fixationsreize, die vor einem optokinetischen Reizmuster eingeblendet werden.

Der optokinetische Nystagmus wird durch ein auf dem Computermonitor laufendes Streifenmuster ausgelöst. Zur Unterbrechung des Nystagmus dienen Fixationsreize, die zunächst punktförmig sind, nach und nach größer werden und später die Form von Optotypen haben, um so eine subjektive Sehprüfung vorzutäuschen. Die Augenbewegungen des Patienten
werden infrarotreflektrometrisch aufgezeichnet. Der kleinste ixationsreiz, der bei drei aufeinanderfolgenden Prüfungen den Nystagmus unterbricht, dient als objektiver Messwert.

In einer Eichstudie an 387 Augen kooperativer Versuchspersonen mit einer Visusreduktion unterschiedlicher Ursache wurde der so erhaltene Messwert zu dem subjektiv korrekt angegebenen Visus in Beziehung gesetzt. Aus der Visusverteilung über den verschieden großen Fixationsreizen wurden Toleranzintervalle ermittelt, die eine Schätzung des zu erwartenden
Mindestvisus erlauben. Es fiel auf, dass die Methode an schielamblyopen Augen keine zuverlässige Aussage zum Visus erlaubt. An nicht amblyopen Augen ist die Schätzung des wahrscheinlich vorhandenen Mindestvisus in Schritten von 0,8 bis 0,025 möglich.

Bei der bisherigen klinischen Anwendung hat sich die Methode als wertvolle Ergänzung des diagnostischen Arsenals kritischer Funktionsprüfungen erwiesen. Sie zeigte bei einer Spezifität von nahezu 100% Visus-Falschangaben mit einer Sensitivität von 74,5% an.
Kurzfassung auf Englisch: The described infrared nystagmographic method is an easily handy applicable and useful tool for the objective estimation of the minimum visual acuity at a personal computer (PC). The method bases on OHM’s idea of suppressing an optokinetic nystagmus (OKN) by an immobile fixation stimulus appearing in front of the moving optokinetic pattern.

The OKN is induced by a grating pattern presented on a PC-screen. The small fixation stimuli used to interrupt the nystagmus have the shape of a dot; step by step they are enlarged every two seconds; finally they have the shape of an optotype in order to pretend to be a subjective test of visual acuity. The patient’s eye movements are recorded by an infrared reflectometric eye tracking system. The smallest fixation stimulus which interrupts the nystagmus within three subsequent tests is taken as an objective value.

In a calibration study on 387 eyes of 387 well cooperative patients whose visual acuity was reduced by various ocular disorders, the objective value was related to the subjective visual acuity. Wilks´ formula was used to calculate tolerance intervals corresponding to the discrete
fixation stimuli when they interrupt the OKN. This allows for an estimation of the minimum visual acuity. The method doesn’t provide a reliable estimation of the visual acuity of strabismic amblyopic eyes. An estimation of the minimum visual acuity of non-amblyopic eyes is possible
between 0.8 to 0.05.

In a clinical study on 113 persons with either credible or dubious visual acuity statements this method has proved to be a valuable completion of the diagnostic arsenal of critical function tests. The method showed a specificity of 98.4 % and a sensitivity for pretended visual deterioration of 74.5%.