Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-13292
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1329/


Dynamische Blockierung TTX-resistenter Natriumkanäle durch Lokalanästhetika

Pullmann, Martin


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.072 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Physiologisches Institut
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.06.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 08.12.2003
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurden grundlegende Eigenschaften von Natriumkanälen
untersucht. Hierbei galt das besondere Augenmerk dem TTX-resistenten Natriumkanal in peripheren sensiblen Neuronen. Insbesondere wurden die Auswirkungen zweier Lokalanästhetika (Lidocain und Benzocain) auf das Blockierungsverhalten im Sinne des tonischen und 'use-dependent' Blocks untersucht. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die klinische Schmerztherapie vor allem im Bereich neuropathischer Schmerzen. Für die
Experimente wurden enzymatisch aufbereitete Spinalganglienzellen adulter Ratten mittels der 'patch-clamp'-Technik in der 'whole-cell'-Konfiguration untersucht.

Die hier vorgestellten Ergebnisse zeigen, daß sowohl Lidocain als auch Benzocain den TTXresistenten Natriumkanal tonisch, das heißt ohne vorhergehende Depolarisation, blockieren.
Nur Lidocain zeigt zusätzlich einen 'use-dependent' Block, nämlich eine verstärkte Blockierung während repetitiver Erregungen. Die Eigenschaft des dynamischen Blockes - eine Verstärkung der Blockierungswirkung während des Erregungsablaufs - ist wiederum beiden Pharmaka zuzuordnen. Die Ursache für das unterschiedliche Blockierungsverhalten beider Substanzen liegt dabei in der längeren Bindung von Lidocain in der Kanalpore begründet.
Des weiteren wird aus den Ergebnissen dieser Arbeit deutlich, daß der TTX-resistente
Natriumkanal über zwei wesentliche Affinitätsstadien gegenüber Lokalanästhetika verfügt:
einen niedrig-affinen Ruhezustand und einen hoch-affinen aktivierten Zustand.
Offensichtlich modifiziert dabei der spannungsabhängige Aktivierungsprozess die Affinität des Kanals zu Natriumkanal-blockierenden Pharmaka und ist somit essentiell für einen stadienabhängigen Block. Die schnelle Inaktivierung spielt in diesem Zusammenhang und somit auch für den 'use-dependent' Block nur eine untergeordnete Rolle.