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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-12853
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1285/


Reduziert die dynamische Luftfalle die Anzahl der mikroembolischen Signale in der Arteria cerebri media während der extrakorporalen Zirkulation ?

Mühling, Angelika


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Dynamische Luftfalle , Mikroembolien , Extrakorporale Zirkulation , Protein-S-100-beta
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung Anaesthesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.11.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 10.11.2003
Kurzfassung auf Deutsch: EINLEITUNG: Postoperative neuro-psychologische Komplikationen werden seit Beginn der Herzchirurgie in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts beobachtet. Hinsichtlich der verschiedenen Hypothesen als Auslöser dieser Komplikationen nimmt die Mikroembolisationstheorie eine besondere Stellung ein. Kann es außer dem Anbringen eines arteriellen Filters in die Herz-Lungen-Maschine noch mit anderen Maßnahmen möglich sein, die Embolierate in der HLM zu reduzieren?


METHODIK: Bei 49 Patienten, die sich einer elektiven aortokoronaren Bypass-Operation unterzogen, wurde eine dynamische Luftfalle (DBT) oder ein Plazebo-Gerät in die Herz-Lungen-Maschine (zwischen dem arteriellen Filter und der arteriellen Kanüle) integriert. Mittels Ultraschall-Doppler wurden während der extrakorporalen Zirkulation die Mikroluftbläschen gemessen, die sich nach dem arteriellen Filter der HLM noch im Blutstrom befanden. Des weiteren wurden in diesem Zeitraum die mikroembolischen Signale der Arteria cerebri media beidseits mit der transkraniellen Doppler-Sonographie registriert. Der Verlauf der Serum-Protein S-100ß-Werte, als Marker zerebraler Zellschädigung, wurde beobachtet.


ERGEBNISSE: An der Herz-Lungen-Maschine induziert die dynamische Luftfalle eine signifikante 82%-ige Verminderung der Mikroluftbläschen. Die DBT reduziert die Mikroembolisationen in der Arteria cerebri media signifikant um 53%. Operationsabhängig signifikant erhöhte Serum-Protein S-100ß-Werte konnten in beiden Untersuchungsgruppen nachgewiesen werden. Während sich in der DBT-Gruppe hierbei jedoch nur bis zum Operationsende ein signifikanter Anstieg dieses Parameters nachweisen ließ, normalisierten sich in der Plazebo-Gruppe die Serum-Protein S-100ß-Spiegel erst am 7. postoperativen Tag.


DISKUSSION: Die dynamische Luftfalle erweist sich als signifikant reduzierender Faktor hinsichtlich des Auftretens der mikroembolischen Signale in der Arteria cerebri media sowie auf die Anzahl der in der Herz-Lungen-Maschine generierten Mikroluftbläschen. Ebenso gelangen durch die dynamische Luftfalle die Serum-Protein S-100ß-Werte schneller auf die präoperativ erhobenen Ausgangswerte zurück als in der Plazebo-Gruppe. Durch die dynamische Luftfalle kann die Gefahr einer potentiellen zerebralen Zellschädigung durch Mikroembolisationen verringert werden.